Beiträge von Sabine67

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    Solche Leute wie dieser Jobcenter-Drache verblüffen mich immer wieder. Naja, man hört ja öfter, dass JobCenter ein Biotop der Herzlosigkeit sind. Was zum Teufel geht sie das an? Ab PG 3 ist keine Erwerbstätigkeit mehr zuzumuten und deine Ma hat 4. Was für eine Unverschämtheit!

    Nur eine Randnotiz. Es geht ja bei Nicole um das höhere ALG I. Wer nicht erwerbstätig sein kann, hat darauf leider auch keinen Anspruch... Dass die pflegenden Angehörigen, die ihren Job aufgeben, nur eine geringe finanzielle Unterstützung für ihre Pflegearbeit bekommen, steht auf einem anderen Blatt...

    was letztendlich dazu beigetragen hat, kann ich so im Nachhinein gar nicht genau sagen. Es war eine Kette von glücklichen Umständen. Mein Vater hat eine Zusatzversicherung mit Chefarztbehandlung. Da habe ich dann drauf bestanden, dass er auch mal dem Chefarzt vorgestellt wird.. der hat aber nur mit mir gesprochen. Ich habe ihm wirklich mein Leid geklagt, die Zustände beschrieben. Die Klinik, in der mein Vater zuerst war, war auch total überfüllt. Er hat dann per Mail einige Kollegen in Kliniken, die nah an meinem Wohnort sind, angeschrieben. Und ein Kollege, hat sich dann bereit erklärt, meinen Vater aufzunehmen. Also einfach mal mit den Ärzten sprechen. Ich weiß ja nicht, wie bei euch die Entfernungen sind. Bei mir war halt das Argument, dass ich mich alleine kümmere, und 100 km entfernt wohne vom Wohnort meine Eltern.

    Liebe never20.

    Auch ich habe in der geschlossenen Psychiatrie in der Heimatstadt meines Vaters schlimmste Dinge erlebt. Mein Vater konnte kaum noch laufen und sprechen. Sie hatten ihn regelrecht "abgeschossen"... Es war der reinste Horror...

    Wir hatten das Glück und mein Vater konnte die Klinik wechseln. Dort war er sehr gut aufgehoben und der Klinikaufenthalt hat ihm sehr geholfen.


    Hol Deine Mutter, wenn es Dir irgendwie möglich ist, da raus. Vielleicht ist ein Pflegeplatz in einem geschützten Heim eine Option? Oder Verlegung in eine andere Psychiatrie?


    Ich selbst habe es nicht für möglich gehalten, welche Zustände es in einigen Psychiatrien gibt. Sie sind menschenunwürdig!!! Notiere alles und wende Dich an das Beschwerde Management der Klinik. Außerdem gib es in jedem Bundesland eine Beschwerdestelle für Psychiatrien. Vielleicht kannst du dort Deine Eindrücken schildern und Dich beraten lassen?


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Deiner Mutter eine schnelle Veränderung der Situation.

    Liebe Grüße Sabine

    Zum Thema "Eingewöhnung" gibt es keine klare Empfehlung, außer auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Tendenziell aber eher eng begleiten in der ersten Zeit. Das braucht mein Vater auch und ich werde es leisten, so gut es geht und für mich nicht zur Überlastung führt. Ab und zu einen Tag Pause muss aber gehen...


    Mein Vater beschreibt seine Gefühlswelt ganz gut. Er findet das Zimmer mit der Terrasse wirklich ganz wunderbar. (Das ist es auch. Wir sind Frischluft Menschen und freuen uns sehr, auch einen privaten Außenbereich für persönliche Gespräche zu haben). Aber er beschreibt eine große innere Unruhe, die ihm im Weg steht, das schöne neue Zuhause unbeschwert genießen zu können. Ich denke, es ist die noch fremde Situation, plötzlich in einer Gemeinschaft mit Fremden zu leben. Das verstehe ich und hoffe, dass es sich bald legt.


    Erstmal soweit alles im "grünen Bereich"...

    Liebe Grüße Sabine

    Liebe Finja.

    Ich verfolge Eure Geschichte, seit du hier im Forum bist. Die Verschlechterung Deines Vaters ist ja leider sehr rasant... Zum Thema "ungewollter Gewichtsverlust" fiel mir ein, dass es eines der Qualitätskriterien ist, die der MD in den Heimen prüft. Offensichtlich ein weitverbreitetes (Pflege?) Problem. Vielleicht kann jochengust dazu etwas sagen? Hast Du Dir mal die Qualitätsberichte des Heims angesehen? (https://www.pflegelotse.de/presentation/pl_startseite.aspx). Es ändert nichts, aber ich fand das für das Heim, in dem mein Vater war, sehr aufschlussreich.


    Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft.

    Liebe Grüße Sabine

    Das sollte heute nicht mehr möglich sein. Ein Heim selber, kann keine Medikamente vergeben. Sie müssen immer von einem Arzt verschrieben werden. Ich mein, klar gibt es schwarze Schafe, aber auch ein Arzt muss sich an Gesetze halten und kann nicht einfach irgendwas zur Beruhigung verschreiben.

    Ich habe es leider auch erlebt. Weil mein Vater sich so unwohl fühlte und angeblich (wir konnten es nicht klären) übergriffig wurde, hat der Hausarzt (bzw. sein jüngerer Compagnion) zusätzliche Antidepressiva verschrieben. Wir haben davon nur zufällig erfahren, obwohl ich mehrfach darum gebeten hatte, bei Arztbesuchen anwesend zu sein. Das würde einfach ignoriert.


    Als ich ihn in die häusliche Pflege genommen habe, hatte ich ein langes Gespräch mit seinem Neurologen. Der fand es sehr befremdlich, dass keine Rücksprache mit ihm erfolgt war und hat mir empfohlen, so einiges wegzulassen. Das habe ich dann auch gemacht...


    Der Arzt verlässt sich auf die Schilderungen des Pflegepersonal und das kann keiner kontrollieren. Gleichzeitig kann man die Pflegekräfte in ihrer Not und dem Wunsch nach "ruhigen" Bewohnern verstehen. Es sind aus meiner Sicht die Strukturen, die das "Ruhigstellen" fördern.

    Du hast noch zusätzlich das Problem, dass Du noch Schwestern hast, die im Erbfalle eine Rolle spielen.

    Ja. Das wird noch eine Nummer für sich. Die psychisch sehr gestörte Tochter meiner verstorbenen Schwester ist voll erbberechtigt. Meine verschollene Schwester auch. Und es geht um viel Geld und eine große Immobilie. Das soll dann ein Notar klären.

    ich bin an dem Punkt immer noch hin und her gerissen. Empfehlungen sind auch unterschiedlich. Auf der einen Seite, für meinen Vater das Gefühl, dass er nicht alleine gelassen wird und von mir nach wie vor eng begleitet. Auf der anderen Seite aber auch, das habe ich gestern gemerkt, ist ja mein Weggehen auch immer mit einem Moment der Trauer verbunden. Das ist halt auch die Frage, ob er das jeden Tag braucht. Ich werde mich heute noch mal mit den Pflegekräften beraten. Meine eigenen Kräfte sagen sowieso, Abstand nehmen. Sonst schaffe ich das gar nicht neben der Arbeit...

    Ja schade. Dass wir es nicht früher erkannt haben. Nicht wir sind schuld.


    Als ich mit 19 schwanger wurde und mich mit meinem damaligen Freund nach langem Ringen für unser Kind entschieden hatte, habe ich mehrere Anläufe gebraucht, meinen Eltern es zu erzählen. Immer wieder nicht getraut (weil ich wusste was kommen würde). Dann im 5. Monat hat mein Freund darauf gedrängt, es endlich zu erzählen. Wieder nicht getraut und beim Gehen eine Nachricht auf einem Zettel hinterlassen. Am nächsten Tag wurde ich "einbestellt". Sie sind wie Feinde über mich hergefallen. "Du versaust Dir Dein Leben!" "Stell Dir vor das Kind ist behindert" "Du bist so bescheuert, bei deinen Möglichkeiten" und "Geld gibt es auch keins mehr". An dem Punkt hätte ich einfach gehen und nie wieder kommen sollen....

    Liebe Chilli.

    Das klingt wirklich sehr verzweifelt und du hast bereits so viel versucht. Ich hatte es mir auch so lange gewünscht, dass mein Vater in der vertrauten Umgebung leben könnte. Weil es eben so wichtig ist für das ganze Wohlbefinden bei dieser schrecklichen Krankheit.


    Mittlerweile habe ich den Wert der Alternativen erkannt. Mein Vater ist jetzt noch in der Lage, sich an das neue Zuhause zu gewöhnen. Abläufe und Strukturen zu verinnerlichen. Und ich hoffe, er wird dann in einem fortgeschrittenen Stadium davon profitieren können. Von den vertrauten Menschen, die sich liebevoll um ihn kümmern. Im Moment erscheint der Preis dafür noch hoch, aber es wird sich sicherlich auszahlen.


    Liebe Grüße Sabine

    Schließe mich an. Ich bin auch dem Forum hier unglaublich dankbar. Die Erkenntnis, dass es so viele gibt, die unter dem Narzissmus der Eltern gelitten haben und heute noch leiden, hat mir sehr geholfen, nicht das Problem immer nur bei mir zu suchen.... Ich DARF mich endlich auch als Opfer sehen, ohne in einer Opferrolle zu verharren.


    Meine Mutter tut mir auch leid, dass sie so ist und daher den Rest ihres Lebens "mutterseelenallein" verbringen wird. Mein Vater vermisst sie noch ein wenig. Er weiß aber, dass er auf keinen Fall tauschen möchte. Luxus Wohnung hin oder her. Der wahre Luxus sind Menschen, die einen lieben und einem zur Seite stehen.

    Gedanklich ist mir das alles schon länger bewusst. Der Zusammenhang zwischen High Performance und der Unfähigkeit meiner Mutter zu lieben... Jetzt endlich mache ich mich auf den Weg aus dem Hamsterrad auszusteigen. "Ankommen" ist mein Ziel. Ich war Jahrzehntelang die Suchende. Job? Beziehungen? Immer auf dem Sprung. Immer in Gedanken, irgendwo muss es sich noch besser und richtiger anfühlen. Innere Leere.


    Was meine Mutter betrifft. Da sehe ich mich nicht am Anfang. Ich werde ihr nicht helfen können und wollen. Die Therapeutin hat mich gefragt, ob ich eigene Ziele hätte in Bezug auf meine Mutter bzw. unsere Beziehung. Kurz musste ich nachdenken und habe dann doch sehr schnell gewusst, nein, Ziele habe ich da nicht. Sollte sie Hilfe brauchen, wird ihr ein rechtlicher Betreuer zur Seite stehen. Es klingt hart. Aber ich werde nur noch bereit sein, ihre Beerdigung zu organisieren, wenn es soweit ist. Mehr nicht.

    Ja. Ich wollte auch immer schön weit weg sein. Trotzdem konnte ich mich nie richtig lösen von ihren Bewertungen. Würden sie meinen neuen Freund mögen? Würde ihnen meine neue Wohnung gefallen? Immer hätte ich ihr Urteil im Hinterkopf, obwohl mir rational ja klar war, dass mir das ja eigentlich sehr egal sein könnte. War es aber auf eine seltsame Weise irgendwie nicht...


    Das Problem ist, dass uns "Übertöchter" die 100% sowieso nicht reichen. Wir packen immer noch eine Schippe drauf :love: .


    Ja, das muss man lernen loszulassen.

    Auf jeden Fall. Manchmal auch zwei oder drei Schippen. In der Arbeit spiegelt mir mein Umfeld, dass ich immer wahnsinnig hohe Ansprüche an mich, aber auch an die Arbeit der anderen stelle (das führt leider immer wieder zu Konflikten, da sich Kolleginnen von mir nicht gewertschätzt oder abgewertet fühlen).


    Vielleicht auch für mich heilsam. Nun kann ich im Moment nicht annähernd die Höchstleistung bringen, zu der ich mich immer motiviert habe und so zum absoluten "Arbeitstier" wurde. Mein Kollegen erleben mich jetzt "menschlicher" und "verletzlicher". Ich denke, das hilft mir, zu sehen, dass ich trotzdem geschätzt werde... (Das ist auch ein wichtiges Ziel für die Therapie. Warum habe ich den inneren Zwang zu Top Leistungen, die mich oft schon ohne dementen Vater zur Erschöpfung gebracht haben? Und wie komme ich da raus?).


    Sehr viele Baustellen. Und endlich werde ich mich auf den Weg machen, ein (noch) glücklicherer Mensch zu werden (lohnt ja noch :saint:).


    Liebe Grüße Sabine

    Nach drei Wochen in der Demenz WG


    Vor 3 Tagen war ich so von dem Lamentieren meines Vaters "genervt" , dass ich mich selbst über mich erschrocken habe... (Zündschnurlänge gleich Null). Da habe ich mir einen Austag verordnet, mich bei der Arbeit abgemeldet und den ganzen Tag nur im Bett und auf dem Sofa gelegen. Erst da habe ich so richtig gemerkt, wie total erschöpft ich bin.


    Gestern ging es mir deutlich besser. Und ich habe meinen Vater in guter Verfassung in der WG angetroffen. Er hatte am Vortag wohl einige Male nach mir gefragt, aber nichts Dramatisches. Irgendwie scheint er ein bisschen angekommen zu sein. Vielleicht ist es tatsächlich besser, wenn ich etwas weniger oft in der WG bin. Für mich ist es das auf jeden Fall !!!


    Insgesamt läuft es aber nach wie vor sehr gut. Das Zimmer ist schon fast fertig eingerichtet und letzte Woche haben wir die Terrasseneinfassung neu bepflanzt. Das Alles findet mein Vater wirklich wunderschön. Kontakt im Haus hat er vor allem zu der netten alten Dame. Irgendwie mögen sie sich, das ist schön. Gestern war er zum ersten Mal mit allem ganz zufrieden (ändert sich halt täglich je nach Stimmung).


    Ich finde, wir hätten nichts Besseres finden können. Nicht annähernd. Das Leben in der WG ist wirklich so wunderbar anders als in dem früheren Heim (ja, es gibt bestimmt bessere...). Und ich bin glücklich, dass ich ihm das ermöglichen konnte. Alles was noch nicht so super ist, wird sich mit der Zeit ergeben... Und vielleicht gibt es auch noch professionelle Hilfestellungen für seine Depressionen. Das würde mir auch helfen...


    Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag.

    Liebe Grüße

    Sabine

    Die Frage ist ja, was ist Verwahrlosung und wo beginnt Eigengefährdung???


    (Noch spreche ich auch der Theorie. Mein Vater pflegt sich und kann jetzt zum Glück wieder 3 bis 4 mal die Woche duschen. Für ihn ein Genuss!).

    Liebe Ela.

    Herzlich willkommen hier im Forum und Danke, dass Du Deine "Geschichte" und Erfahrungen mit uns teilst.


    Mein Vater war auch vor gut einem halben Jahr sechs Wochen in einer geschlossenen gerontologischen Psychiatrie. Das Schuldgefühl kenne ich... Er nimmt jetzt ebenfalls Risperidon und Quetiapin. Seitdem sind die Wahnvorstellungen auf ein erträglicher Maß zurückgegangen...


    Dein Mann ist ein Glückspilz, dass er Dich an seiner Seite hat. Und toll, dass Du wieder optimistisch nach vorne schauen kannst.


    Herzliche Grüße aus der Stadt mit der dicken Kirche.

    Sabine