Beiträge von Sabine67

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    Eure liebevollen und gleichzeitig nachdenklichen Kommentare rühren mich... Unglaublich wie gut das tut. Einsteigen in die Pflege? Nein. Nur kurzfristig. Da bin ich jetzt eh mittendrin. Ich sehe wie gut mein Vater sich in einer häuslichen Umgebung erholt. Aus dem Zombie im Heim ist wieder ein Mensch geworden. Da er neben der Demenz eine Schizophrenie entwickelt hat, mit starken Angstzuständen, halte ich mittlerweile jede Heim Unterbringung, zumindest im jetzigen Stadium für problematisch. Der Neurologe hält auch die Demenz-Wg für wenig geeignet. Er braucht eine enge Betreuung. Ich werde das nicht leisten können/wollen.


    Also brauchen wir einen anderen Plan. Ich grübelte noch und liebe mein Leben hier in der Stadt mit der großen Kirche genauso wie meinen Vater...


    Liebe Grüße

    Sabine

    Liebe Rose.

    Vielen Dank für deine lieben und einfühlsamen Worte. Wir kommen so halbwegs klar und ich habe jetzt Unterstützung von Nachbarn dass ich ab und zu mal alleine vor die Tür kann. Dadurch habe ich immer wieder Kraft für den nächsten Schritt... im Moment überlege ich, weil das was ich hier leiste, könnte ich auch im Hause meine Eltern leisten.. ich weiß aber nicht was meine Mutter von der Idee hält. So leben wir von Tag zu Tag und heute ist ein guter Tag. Und morgen kommt Sonnenschein ins Rheinland und wir machen das Beste daraus. Liebe Grüße.

    Lieber Herr Hamborg.

    Ihre Hinweise sind wieder einmal super hilfreich. Vielen Dank. Ich hatte ein langes Gespräch mit dem Neurologen, der meinen Vater schon lange behandelt. Er hat mir genau es mir genauso erklärt wie Sie. Es ist ein Austarieren zwischen den Wahnvorstellungen und den Nebenwirkungen. Der Neurologe hat mir auch von einer Einweisung abgeraten (es war für mich auch eher ein Akrt der Verzweiflung, weil ich das Gefühl hatte, ich schaffe es nicht...). Und er hat mir empfohlen, einige Antidepressiva wegzulassen und ein bisschen "auf Sicht zu fahren".


    Ich verstehe jetzt vieles besser und fühle mich sicherer in der Medikation. Jetzt kann ich je nach mentaler Verfassung "nachlegen" oder weglassen. Das fühlt sich für mich machbarer an...

    Aber dennoch ist es mehr als herausfordernd. Er ist nicht mehr in der Lage Zusammenhänge zu erfassen. Fragt 100mal am Tag wo er ist. Wenn es ihm ganz gut geht, fühlt er sich wie im alten Leben und denkt ich wäre seine Frau, auch wenn er immer meinen Namen weiß und sich mit kleinen Hinweisen sofort erinnert, dass ich seine Tochter bin.


    Seine Trauer über den Verlust der kognitiven Fähigkeiten ist schwer auszuhalten. Er weint auch hin und wieder. Aber er freut sich auch über einen Gang vor die Tür, obwohl es viele eher beschwerliche Stufen sind (Dachgeschoßwohnung). Einen gemeinsamen Einkauf im Supermarkt und ein schönes Essen...


    Nach Ostern habe ich dann hoffentlich relativ schnell Unterstützung durch einen mobilen Pflege-Dienst. Zwischenzeitlich überbrücke ich mit Freunden und Nachbarn. Auch das "Parken" am Telefon entlastet.


    Aber es geht nur für ein paar Wochen. Mehr schaffe ich nicht... Nach 4 Tagen 24 Std Pflege bin ich schon ziemlich am Ende. Großer Respekt für alle, die das länger machen. Aber ich liebe meine Arbeit und mein eigenes Leben. Und meine Wohnung ist so gar nicht auf den Grad der Pflegebedürftigkeit ausgerichtet (viele Treppen, Dusche in der Wanne usw. ).


    Dennoch fühlt es sich richtig an, ihn aus der schlechten Pflege zu holen. Und ich genieße trotz aller Anstrengung die gemeinsame Zeit. Diese Nähe und so viel Zeit am Stück werden wir ein letztes Mal miteinander haben... Die Demenz allein ist schon so bitter, zusammen mit den Wahnvorstellungen und der Schizophrenie ein sehr schlimmes Schicksal.


    Aber das darf nicht mein Leben zerstören. Darauf achte ich. Er darf ein paar Wochen hier bleiben. Wenn es danach keine gute Lösung gibt, muss ich eine mittelgute oder mittelschlechte akzeptieren. Das sehe ich ganz klar...


    Erschöpfte Grüße

    Sabine

    Danke lieber Hinz für den Hinweis. Leider. Der Wohnort ist entscheidend. Und hier in meiner Stadt hat er nur Gaststatus. Ich könnte ihn aber problemlos ummelden. Als Option.... Ich schaue wie sich die Lage entwickelt...


    Krass wie überlastet die Psychiatrien sind...


    Liebe Grüße

    Sabine

    ach ihr seid so lieb. Eure Worte tun mir gut. Der Alltag ist sehr herausfordernd. Die schlechten Stimmungen für mich auch immer schwer auszuhalten. Nicht immer habe ich da die nötige Geduld. Der Vergiftungswahn ist ständig präsent. Das ist auch sehr belastend. Jede Tablette, jedes Stück Brot eine Herausforderung. Und ich glaube, die Ängste müssen noch mal im Krankenhaus begutachtet werden. Trotzdem bin ich total happy dass er hier ist und hier und da haben wir auch wirklich schöne Momente. Heute zusammen gekocht. An dem Ergebnis wurde ziemlich rumgemeckelt. Auch daran gewöhne ich mich.


    Durch diese viele Zeit alleine in dem Heim, hat er eine Art Hospitalismus entwickelt, führt Selbstgespräche. Das merkt er aber gar nicht... es ist ein lautes Denken und dann höre ich was er wirklich denkt. Auch das ist für mich sehr herausfordernd. Z.B sagt er mir, wie schön es hier ist. Wie sehr er meine Wohnung mag. Und dann steht er im Bad und putzt sich die Zähne und redet mich sich selber, dass er sich ganz unwohl fühlt und hier nicht bleiben möchte...


    Heute habe ich den Versuch gemacht, ihn in der Nachbarschaft in einer psychiatrischen Klinik mal noch mal untersuchen zu lassen. Da sind wir aber gescheitert. Weil er ja in der anderen Stadt wohnt, würde er jetzt hier nirgendwo aufgenommen.


    Jetzt schauen wir mal wie die nächsten Tage werden. Zum Glück hat mir meine Mutter endlich die Vollmacht übertragen. So dass ich selbständig agieren kann. Ich stimme das alles eng mit ihr ab und wir haben das Gefühl, dass es uns damit sehr viel besser geht. Als diese Streitereien noch nebenbei.


    Wir haben heute auch schon darüber gesprochen, das Heim auf jeden Fall zu kündigen. Es muss eine andere Lösung geben...


    Ermattete Grüße

    Sabine

    Lieber Sohn83.

    Du schreibst hier viele Gedanken, die mir auch durch den Kopf gehen. Das Gefühl von umgekehrter Eltern-Kind-Beziehung. Bei einer starken Persönlichkeitsveränderung. Auch das erlebe ich. Im Kern bleibt bei mir eine tiefe Verbundenheit mit dem doch immer noch selben Menschen. Er ist nicht mehr der Vater, der sich im Laufe meines Lebens vom Wegweiser zum Weggefährten und nun zum Wegsuchenden entwickelt hat.


    Alles was ich tue und auch entbehre für ihn, mache ich aus dem Bauchgefühl, das Richtige zu tun. Trotzdem ist es hilfreich, für sich selbst die eigene Motivation zu reflektieren. Für mich ist es die enge Verbindung und auch ganz schlichte Nächstenliebe. Wenn ich nun für eine Zeit die Wegweisende im Dschungel der Demenz sei kann, dann bin ich das gerne.


    Ich sehe das als wichtige Stütze in einer emotional höchst belastenden Phase für beide Elternteile. Wenn mein Vater mehr in seine eigene Welt entrückt ist, kann und werde ich ihn loslassen. Aber im Moment kann und möchte ich ihm ein bisschen normalen Alltag ermöglichen. So lange es geht...


    Ich liebe meinen Beruf und arbeite gerne viel und intensiv. Aber nun scheint eine Zeit gekommen zu sein, in der ich auch mal meinen inneren Leistungsdruck in der Arbeit beiseite schieben darf und mich anderen Dingen zuwende. Auch das fühlt sich für mich absolut richtig an... (und ich habe das unbezahlbare Glück eines Arbeitgebers, bei dem der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin als Mensch gesehen wird. Dafür bin ich sehr dankbar).


    Ab morgen beginnt die Probezeit im neuen Job der häuslichen Pflege. Mal sehen, wie gut es meinem Vater und mir gelingt.


    Liebe Grüße Sabine

    Übermorgen hole ich meinen Vater zu mir. Es ist nicht mehr auszuhalten, wie er im Heim behandelt wird. Er baut so stark ab und ist sehr deprimiert. Ich habe mir jetzt erstmal frei genommen. Mit Ostern sind es 10 Tage, wir können schauen wie es uns geht mit der Situation hier bei mir... Ich bin sehr gespannt. Wenn es nicht geht, muss er erstmal zurück. Wenn es gut klappt, schauen wir weiter. Ich hatte für alles in meinem Leben immer ein Plan B. Jetzt habe ich keinen... Ein Zurück in dieses unschöne Heim kann ich mir im Moment nicht vorstellen. Nur wenn es gar nicht anders geht.

    Lieber Hinz.

    Vielen Dank für den hilfreichen Hinweis. Es ist echt schwer, mich gleichzeitig um beide ausreichend zu kümmern. Noch dazu 100km entfernt. Ich hoffe auch, dass meine Mutter jetzt ein Einsehen hat und mir die Vollmachten überträgt.


    Liebe Grüße

    Sabine

    Liebe Trinity15.

    Auch ich habe die "Zusatzproblematik" einer narzisstischen Mutter. Und erst über das Forum hier mitbekommen, wie häufig diese Problematik besteht. Eine ganze Generation von Kriegsenkeln? Oder was auch immer die Störung bei unseren Müttern oder auch Vätern hervorgerufen hat.


    Wir sind hier wahrscheinlich alle ähnlichen Alters. Ich bin 56. Der Auszug von zu Hause lange her. Viele Jahrzehnte habe auch ich mir ein Leben aufgebaut, in dem die Eltern nur eine marginale Rolle gespielt haben. Bei Besuchen kann man die "Macken" aushalten und geht wieder ins eigene Leben zurück. Und dann kommt die Krankheit. Ich habe mich wie zurückkatapultiert gefühlt. Mit unsanftem Aufschlag.


    Teilweise hatte ich regelrechte Flashbacks aus meiner Kindheit... Ungute Szenen aus meiner Kindheit. Nach dem ersten Schock habe ich eine bessere Haltung dazu gewinnen können. Eine Chance darin zu sehen. Sich noch einmal selbst damit zu konfrontieren. Mit dem ganzen Familiensystem, das ja immer mitwabert. Therapeutisch stehe ich noch am Anfang. Aber ich habe die Zuversicht, dass ich durch diese Konfrontation auch aussortieren darf, was ich mitnehmen möchte in mein Leben und was ich zurücklassen darf.


    Auch ich bin viele 100 km weggezogen. Die innere Heimat nimmt man trotzdem mit. Und es fühlt sich schon jetzt zum Beginn der Therapie so an, als könnte ich hier die gesunde innere Distanz finden, die ich immer im geografischen gesucht habe.


    Du bist hier gerade erst im Forum angekommen... Und merkst jetzt schon wie gut es tut, dass du hier auf Menschen triffst, die ähnliche Vergangenheiten und Gegenwarten haben. Das hilft ungemein, auch wenn man alle Probleme letztendlich doch selbst lösen muss.


    Schön, dass Du die Gruppe hier mit Deinen Erfahrungen bereicherst. DANKE!

    Liebe Grüße

    Sabine

    Vielen Dank für jedes einzelne liebe Wort von Euch. Es tut mir gut.


    Die zahlreichen Berichte aus "euren" Heimen machen mir Hoffnung, dass wir etwas besseres finden. Am besten wäre es, für beide Elternteile etwas zu finden... Aber davon wird meine Mutter nichts wissen wollen. Und das kann ich sogar verstehen.


    Ihr Geisteszustand ist allerdings zusätzlich besorgniserregend. Sie hatte sich neulich sehr belastet gezeigt, dass mein Vater ihr bis zu 20mal am Tag auf den AB quatscht. Heute erzählt sie mir, dass "sie" es geschafft hätten, den AB abzuschalten. Sie wäre aber froh, dass sie den Schalter gefunden hätte, ihn wieder anzustellen. Ich dachte zunächst, es wären Nachbarn aus dem Haus gewesen, die ihr geholfen hätten, den AB abzustellen. Ich habe dann nochmal nachgefragt, wer denn "sie" seien. Sie meinte dann die Leute vom Heim. Die hätten es geschafft, den AB in ihrem Telefon abzustellen. Aus der Ferne.


    Okay. Technik war nicht ihr Fachgebiet. Aber solche absurden Vorstellungen sind schon krass.... Ich bleibe auch an dieser Front wachsam...


    Ermattete Grüße

    Sabine

    Danke für Eure Anteilnahme und Berichte aus Eurer Situation. Ob nah oder fern... Die Frage stellt sich im Moment nicht. Ich denke, wir suchen erstmal heimatnah in der elterlichen Umgebung. Da ist noch ein Heim, das von vielen mit denen ich sprach, sehr hervorgehoben wurde. Allerdings eine geschlossene Einrichtung und da sind die Mitbewohner wahrscheinlich auch herausfordernd... Mir gehen die Ideen aus. Ich spiele mit dem Gedanken in die Stadt meiner Eltern zu ziehen. Das wäre schon ein großer Schritt, aber machbar.

    Liebes Forum. ♥️

    Heute habe ich eine Besichtigung in dem anthroposophischen Heim gemacht. Es kam mir jetzt nicht deutlich besser vor als das Heim in dem mein Vater jetzt ist. Das Zimmer eher kleiner, die Flure weniger wohnlich und der Ausblick aufs Gewerbegebiet auch nicht sehr erbauend... Es hat mich nicht besonders angesprochen. Schade. Ob die Pflege dort besser wäre? Das ist schwer zu beurteilen. Ich habe mich zunächst erstmal dagegen entschieden.


    Obwohl das aktuelle Heim ist wirklich das reinste Chaos. Meine Mutter bekommt eine Mahnung von der Krankenkasse. Der bestellte Rollator wurde mit einem Rezept eingelöst, das schon abgelaufen war. Sie soll sich nun um ein neues kümmern. Der Rollator einschl. Rezept wurde vom Heim ohne Rücksprache mit uns bestellt. Also Rezept vor 3 Monaten geordert. Rollator jetzt erst bestellt... Treppenwitz (!!!). Mein Vater braucht gar keinen Rollator, weil er sehr gut zu Fuß ist. Trotzdem müssen wir uns jetzt um ein neues Rezept kümmern. Und ich habe zwei Wochen gebraucht, damit das Ding wieder aus dem Zimmer verschwindet und jetzt in irgendeinem Lager steht.


    Wegen der Rollatorgeschichte hat meine Mutter heute die Pflege Dienstleitung angerufen, weil sie es nicht verstanden hat. Der Pflege Dienstleister teilte ihr dann beiläufig mit, dass mein Vater gegenüber dem Mitbewohner Herrn M. gewalttätig geworden wäre und bereits vor mehr als 1 Woche der Neurologe da war und die Medikation geändert worden wäre. Was genau passiert wäre, wüsste er nicht. Wir sollten die Pflegerin R. ansprechen, sie könnte Auskunft geben. Zwischenzeitlich hat meine Mutter sich die Änderung der Medikation von der Praxis der Neurologen bestätigen lassen.


    Ich war am Nachmittag vor Ort und frage die Pflegerin R. nach dem Vorfall. Sie sagt, davon wüsste sie nichts und der Neurologe hätte gesagt, die Medikation würde nicht geändert, sondern wäre in Ordnung so. Mein Vater würde die gleichen Tabletten nehmen wie zuvor und gewalttätig wäre er auch nicht... (allerdings meinte mein Vater selbst es wäre etwas vorgefallen... Nur ein Gefühl. Erinnern kann er sich nicht).


    Heute habe ich mich richtig erschrocken, als ich ihn sah. Rote Augen, undeutliche Sprache, wackeliger Gang, Müdigkeit, verwirrt... Ich beobachte das ja schon seit Monaten sehr genau und erkenne die Veränderungen. Ich gehe davon aus, dass die Medikation geändert wurde.


    Heute habe ich meinen Vater das erste Mal in meinem Leben weinen gesehen. Weil er so verzweifelt ist über seine Situation im Heim... Zumindest bewegt sich meine Mutter. Sie sieht nun selbst, dass es so nicht weitergehen kann und wie schlecht die Zustände dort sind und mein Vater total abbaut.


    So kann ich mich nun an den Gedanken klammern, dass meine Mutter und ich nach 5 (!) Monaten endlich in ein Gespräch kommen über Alternativen und Perspektiven. (Sie hat allerdings auch mittlerweile deutliche kognitive Aussetzer. Sie fragt mich nach etwas, was ich gerade erzählt hatte.... Auweia. Wahrscheinlich die nächste Baustelle.)


    Jetzt fahre ich erstmal in meine Stadt zurück. Aber es fühlt sich so an, als säße ich auf einer tickenden Zeitbombe... (Apropos Bombe. Strecken Sperrung wegen Entschärfung einer Flieger Bombe. Mal sehen, ob ich noch heim komme).


    Liebe Grüße

    Sabine

    Liebe Jenny,

    Ich schließe mich an. Dein Eintrag ist ein Hilferuf und wie du siehst, wird er gehört. Wir sind Fremde hier, aber im Gegensatz zu allen anderen in Deinem Leben, haben wir aus eigener Erfahrung eine Idee von Deinem Leid... Jede Situation ist einzigartig, aber es gibt immer wieder Parallelen. Hier sind großartige und kluge Menschen, die zuhören (zulesen) und Dir Lösungswege aufzeigen können...


    Wir kommen alle an unsere Grenzen in der Fürsorge um unsere alten dementen Eltern und Deine wurden in vielerlei Hinsicht schon lange überschritten. Du kannst und darfst und solltest die Verantwortung abgeben. Nichts ist für immer. Aber für den Moment darfst und kannst und solltest Du Dich als erste Patientin sehen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und nutze die Schwarm Intelligenz (und Schwarm Wärme) hier. Sie ist großartig.

    Fühl dich mal virtuell herzlich in den Arm genommen. Du bist nicht allein mit Deinen Problemen.

    Liebe Grüße

    Sabine

    Vielen Dank für Eure Einschätzungen. Ich kenne mich echt überhaupt nicht aus. Das Mirtazapin scheint mein Vater gut zu vertragen. Er nimmt es schon länger. Die Trittsicherheit ist Tagesform abhängig. Meist aber sehr gut. Er bewegt sich trittsicher ohne Gehhilfe im Wohnbereich. Wenn wir unterwegs sind und länger zu Fuß, hake ich ihn unter. Da habe ich schon das Gefühl, dass er ein bisschen wackelig ist.


    In den letzten Monaten ist er ein einziges Mal gestürzt. Im Krankenhaus. Da war er regelrecht abgeschossen mit Beruhigungsmittel und konnte kaum noch laufen...


    Ich konnte heute nicht in Erfahrung bringen, ob der Neurologe da war. Das Heim ist das reinste Kommunikations Chaos. Ich frage morgen nochmal nach und ruf in der Praxis an.


    Ich habe gestern viel Zeit verbracht mit nochmal alle Heime in der Stadt meiner Eltern virtuell anzusehen. Einschließlich Qualitätsberichte usw. Es gibt ein anthroposhisch geführtes Haus mit großem Außenbereich und Streichelzoo. Das könnte ich mir gut vorstellen und wir werden es uns nächste Woche gemeinsam ansehen. Ein Lichtblick, der mir Mut macht.


    Liebe Grüße ins Forum.

    Sabine

    Und es fühlt sich sehr gut an, Menschen, die es nie gut mit einem meinten, einfach abzuwählen und selbst seiner Wege gehen zu können.

    Das habe ich auch schon gemacht, mit belastenden "Freundschaften". Bei Eltern ist es aber sehr viel schwieriger... Bei meiner Mutter bin ich allerdings mittlerweile so weit. Seit einer Woche keinen Austausch. Damit geht es mir wirklich besser.

    Vielen Dank für Eure Gedanken und wertvollen Tipps. Meine innere Zerrissenheit bleibt.


    Heute habe ich mit meinem Vater nochmal über unsere Idee eines gemeinsamen Gesprächs mit Enkel gesprochen. Er zögert, möchte seine Frau nicht überrumpeln. "Lass uns noch warten..." Ein typisches Muster. In unserer Familie war es immer so, dass alle unangenehmen Dinge oder Gespräche mit "Ach lass mal" oder "Lassen wir es ruhen" unter den Teppich gekehrt.


    Ich habe ihm deutlich gesagt, dass das so jetzt nicht weiter geht. Weil es so sehr zu meinen Lasten geht. Und ich gerne mal wieder ein halbwegs normales Leben haben möchte, ohne ständige Sorgen. Und dass sein Verhalten mit Gejammer einerseits und jeden Konflikt vermeiden, für mich nicht in Ordnung ist. Und es mich total belastet.


    Ich habe ihm gesagt, wenn ihr beide so weiter machen wollt, dann macht das. Ich bin dann aber raus. Ich komme alle zwei Wochen auf Besuch, aber ich kümmere mich sonst um nichts mehr. (weiß eh schon, dass ich das nicht kann...) Aber er hat jetzt mal was zum Nachdenken und auch gemerkt, dass er mich durch sein Verhalten in den Wahnsinn treibt. Ich finde, auch wenn er dement und krank ist, muss er auch mal sehen, wie das für mich ist. Da war ich heute ziemlich schonungslos... Ich musste total heulen am Telefon. Da war er schon echt ein bisschen geschockt.


    Eben habe ich noch den üblichen Gute Nacht Anruf gemacht. Da hat er gesagt, sei nicht traurig. Wir finden eine Lösung. Und bitte bleib bei mir. Ich habe doch nur Dich...

    Dein Vater ist noch nicht lange im Heim dort, so dass der Neurologe das Meiste auch nur aus den Akten lesen kann. Ich

    Der Neurologe behandelt meinen Vater schon länger. Er kennt ihn also. Das ist schon mal gut. Ich hatte den Arzt auch Freunden empfohlen, da meine Mutter sich immer sehr positiv geäußert hat. Jetzt meinte allerdings eine Freundin (es geht hier auch um ihre demente Mutter), dass er ganz schön schnell Antidepressiva verschreiben würde... Deshalb wollte ich ja auch gerne bei der Untersuchung dabei sein. Auch um ihm meine Beobachtungen mitteilen zu können.


    Ich werde morgen versuchen, ihn nach der Untersuchung zu erreichen...

    so jetzt habe ich mit dem wohnbereichsleiter gesprochen. Gestern war noch alles in Ordnung. Von Aggression des Mitbewohners weiß er nichts, meint aber, mein Vater wäre so schlecht drauf, dass jetzt dringend mal der Neurologe kommen müsste, um mehr Antidepressiva zu verschreiben. Ich hatte bei der Pflegedienstleitung darum gebeten, mich über Termine mit dem Neurologen zu informieren. Jetzt kommt er morgen und ich müsste mich bei der Arbeit mal wieder abmelden, um dabei zu sein. Außerdem ist die Pflegeeinrichtung der Meinung, das müsste nicht unbedingt mit den Angehörigen besprochen werden. Da hätte man lange gute Erfahrungen mit dem Neurologen. Und der wüsste schon was er tut.


    Mich erschreckt tatsächlich das dahinter stehende Menschenbild.... Wenn auch dement, bleibt mein Vater doch ein mündiger Bürger. Und wenn es ihm tatsächlich so schlecht geht, warum gibt es keine Rücksprache mit den Angehörigen? Ich rufe jeden Tag an und frage nach Einschätzungen. Dann ist immer alles in Ordnung. Mittlerweile bin ich soweit, ihn einfach abzuholen...