Beiträge von Sabine67

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    Ich fürchte in dem Heim hilft nix. Diese nette ältere Dame, die so liebevoll ihren Mann pflegt, hat mir berichtet, dass der aggressive Mitbewohner schon andere, auch Besucher tätlich angegriffen hat. Aber irgendwie hätte er Verwandtschaft beim Personal und würde "geschützt"...


    Gleiche Dame hat mir auch berichtet, dass sie jeden Tag da wäre, weil ihr Mann sonst gar nicht gewaschen würde und nicht vor die Tür käme... Sie macht Co-Pflege. Mit 89!!!


    Dagegen ist der Fernseher, der nach 10 Tagen immer noch nicht eingerichtet wurde, echt "Pippifax".


    Weiterhin absolut ratlos.

    Sabine

    Zumindest hatte ich heute den Eindruck, dass die Pflegerin etwas freundlicher war. Aber meinen Vater habe ich in einem sehr verstörten Zustand angetroffen. Das "komische" Verhalten seiner Mitbewohner bezieht er auf sich. Und fragt sich ständig, was er falsch gemacht hat. Es gibt einen Mitbewohner, der wohl zu meinem Vater sehr aggressiv ist. So hat es mir eine Frau berichtet, die täglich vor Ort ist, um ihren Mann zu pflegen. O-Ton "Der jagt Ihren Vater über die Flure. Der muss sich mehr wehren."


    Ich sitze im Zug zurück in die große Stadt. Mein Vater ruft mich an und berichtet von tätlichen Angriffen des Mitbewohners. Und sucht gleich die Schuld bei sich. Weil er vermutet, dass er die Aggression durch etwas ausgelöst hat und sich nicht erinnern kann.


    Wir hatten so einen tollen Tag in der Sonne und jetzt fahre ich mit Bauchschmerzen zurück. Mist!

    Liebe Molli.

    Lieben Dank fürs Mitdenken. Besuchsdienst ist schon beauftragt. Allerdings möchte mein Vater erst meine Mutter fragen, ob sie es erlaubt....


    Freunde kommen hin und wieder. Nachbarschaft wurde nie gepflegt. Vor Ort gibt es nur noch die Schwester meiner Mutter, die hat aber keine enge Beziehung zu meinen Eltern. Sonst gibt es leider keine Verwandten.


    Wir haben meinem Vater noch gar nicht erzählt, dass vor 5 Monaten sein Bruder gestorben ist. Vielleicht sagen wir es besser nicht.


    Liebe Grüße

    Sabine

    verlorenen Fähigkeiten

    Ja. Das ist das Dilemma. Auch bei schlechter Pflege geht viel verloren oder wird eben nicht erhalten. Deswegen habe ich gestern auch nach den Pflegenoten gefragt. Das Heim meines Vaters hat in den Kategorien Erhaltung von Mobilität und Erhaltung der Fähigkeit zu sozialen Kontakten die schlechteste Note, die zu vergeben war. Und das deckt sich mit seinen Aussagen. Er kommt nicht vor die Tür und er hat keine Kontakte.


    Das ist einfach zu schwer für mich zuakzeptieren, weil es so krasse Auswirkungen auf mein Leben hat. Diese Pflege aus der Ferne... Oder doch alles vor die Wand fahren lassen, einschließlich grauer Star?


    Er ist körperlich sehr fit. Sportlerherz. Soll ich zusehen, wie er wie eine Priemel eingeht? Der Rest, der von ihm bleibt, wird mich voraussichtlich dann noch ein paar Jahre alleine beschäftigen.


    Liebe Grüße

    Sabine

    bis du vllt welche besorgen k

    Längst erledigt. Und zum Augenarzt gehe ich auch mit ihm. Und und und... Deswegen denkt ja meine Mutter auch, läuft doch alles. So geht es seit fast 5 Monaten. Ich mache wirklich alles. Und wohne 100km entfernt. Sie hat in dieser Zeit wirklich gar nichts erledigt und wohnt einen Kilometer entfernt. Null...


    Ihr habt schon recht mit den Wänden. Ich spüre auch die blauen Flecken vom dagegen laufen.


    Da weiß ich halt nicht, ob das ganze pragmatische Abarbeiten der To-Dos wirklich hilfreich ist...

    Ein Erbe ist ja (leider) nicht an das Kümmern gebunden. Mir gruselt es schon davor. Mir wäre es Recht, wenn mein Eltern alles verjubeln. Aber so wird es nicht kommen.


    Ich muss mich dann mit meiner Schwester, zu der wir seit 30 Jahren keinen Kontakt haben und meiner Nichte, die ihre Mutter zugrunde gerichtet hat, auseinandersetzen. Jede bekommt den gleichen Teil, auch wenn ich die einzige bin, die sich um die Alten kümmert. So ist es eben.

    Ich nehme hier wirklich viele gute Gedanken mit, die mich weiterbringen. Mein Vater hat das Recht darauf, sich unterzuordnen und selbst aufzugeben... Auch wenn es schwer erträglich ist. Ich biete Hilfe an. Und er kann sie annehmen oder eben nicht.


    Theoretisch alles klar. Praktisch komme ich an Grenzen. Ein Beispiel. Mein Vater kommt mit seinen Brillen nicht mehr gut zurecht. Der Optiker sagt, das muss sich mal ein Augenarzt ansehen. Vielleicht grauer Star. Kann man operieren. Ich habe es meiner Mutter gesagt. Sie unternimmt aber nichts... Da fällt es mir echt schwer, den Verantwortungsreflex abzustellen.


    Anderes Beispiel. Der Pfleger sagt, er bräuchte andere Hausschuhe. Keine offenen wegen Sturzgefahr. Nachfrage bei meiner Mutter, ob sie welche besorgen kann. Antwort. Nein. Darum kann ich mich nicht auch noch kümmern.


    Das sind noch harmlose Dinge. Es geht auch darum, dass der Pfleger meinte, der Neurologe müsste mehr Antidepressiva verordnen. Solche Dinge müssen ja mit meinem Vater besprochen werden...

    Mit der Demenz komme ich ganz gut zurecht. Das hat mich vor Monaten sehr viel mehr belastet und traurig gemacht. Mein Vater hat sich verändert, aber er ist noch da. Das ist sooooo schön.


    Nur seine Einsamkeit, dieses Heim und die Lieblosigkeit meiner Mutter... Das macht mich super traurig. Aber damit muss ich lernen zurecht zu kommen.

    Bedenke aber dabei, dass dein Vater ja im Heim ist, weil er dement ist. Er benötigt teilweise (zum großen Teil?) somit andere Hilfe/Zuwendung/ ... als früher.

    Es kann für Angehörige und Betroffene schwer sein, dies anzuschauen, ohne daran zu verzweifeln.

    Er ist im Heim, weil er dement ist. Er ist aber auch im Heim, weil meine Mutter zu Hause überfordert ist (und das darf sie auch und es ist ihr gutes Recht, dass sie die Pflege nicht [mehr] übernimmt). Über keine Alternative sprechen dürfen... Da reicht mein Verständnis nicht. Sie verwehrt meinem Vater seine Grundrechte. Aber auch das muss er nun selbst einfordern. Leider.


    Ich versuche es jetzt mit dem "Enkel Trick" ☺️

    Ja ihr habt so recht. Ich lerne ja auch jeden Tag dazu...

    Ich filtere schon das Gesagte von meinem Vater. Aber ich bin ja oft vor Ort dabei, wenn es schon mal sehr ruppig zugeht.


    Und mittlerweile nehme ich mich auch ein Stück raus. Zum Beispiel meine Einladung mich hier ein paar Tage zu besuchen. Er möchte nur, wenn es meiner Mutter recht ist (oder sie mitkommt). Also sage ich. Okay frag sie. Wenn nicht, dann nicht. Ich kann auch meine Zeit mit anderen Dingen verbringen.


    Dann muss er halt alleine klar kommen. Aber genau das beklagt er. Das er alles alleine hinkriegen muss und dass ihm das zu schwer vorkommt...

    Spezielle Heime für Demenzkranke haben häufig einen besseren Personalschlüssel, was sie leider auch teurer macht.

    Zum Glück ist das egal. Ich wäre froh, wenn er sein Vermögen dafür ausgeben könnte. Ich glaube mit einer halben Million Euro und einer guten Rente kommt man relativ weit

    In dem Demenz Heim lebt jede:r wie er oder sie möchte. So wurde mir berichtet. Mitbewohner schlafen auch in Sesseln, wenn sie mögen. Aber es gibt eben auch viele Menschen mit herausforderndem Verhalten. Ich werde mir mal einen Eindruck machen...


    Gestern Abend habe ich lange mit meinem Vater gesprochen. Er hat "sein Gefängnis" im Kopf mitgenommen. Er möchte keine Entscheidung oder Änderung, wenn meine Mutter nicht damit einverstanden ist. Auch das muss ich respektieren und akzeptieren. Ich sage ihm aber auch, dass er dann dort bleiben wird, wo er jetzt ist.


    Leider ist nun auch der Vergiftungswahn wiedergekommen und er hat Angst, seine Tabletten zu nehmen.

    Ja. Das denke ich auch. Aber auch die Idee, dass ich meinen Vater in einem häuslichen Umfeld versorgen, würde meiner Mutter nicht passen. Es ist die alte Eifersucht. Völlig irrational. Aber sie bestimmt alles.

    macht so ein bisschen, was er will. Das wurde mir damals als Konzept des Heimes genannt ... und ich fand es für meine Mutter total passend.

    So ein Heim gibt es auch in der Nähe meiner Eltern. Es ist allerdings eine geschlossene Einrichtung, entsprechend eher für Menschen mit fortgeschrittener Demenz. Ich glaube, dass wäre jetzt zu früh für meinen Vater. Aber ich möchte es mal anschauen. Es wurde mir von vielen empfohlen...

    Geld kann auch Macht bedeuten. Fakt ist eben leider, dass sie die Macht über seine Finanzen hat. Damit lässt sich manches Gefühl des Zukurzgekommenseins (was für ein Wort) kompensieren

    Das habe ich schon überlegt. Mein Vater hat ja Geschäftsfähigkeit. Er kann den Heimplatz kündigen und das Konto mit meiner Hilfe selbst verwalten. Aber das ist eben ein harter Schritt. Wer möchte mit 83 eine Ehe nach 60 Jahren beenden?

    Lieben Dank. Und ja, ich wäre gerne etwas gelassener und weniger vorwurfsvoll. Das gelingt mir immer bis zu dem Punkt, wenn ihre Vorwürfe kommen. Dann bebt das innere Kind und dann bleibe ich auch nicht immer ganz sachlich... Ich hoffe, dass eine therapeutische Behandlung mir genau dabei hilft.