Beiträge von Sabine67

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    In Bezug auf Tochter und Enkel (mit psychopathischem Expartner) haben wir einen sehr großen Teil unseres schwer verdienten Vermögens geopfert, um die beiden mit außergewöhnlichen Aktionen bestmöglich zu beschützen .... und wir haben damit viel erreicht. Damit hat der Psychopath niemals gerechnet ...

    Das klingt auch immer wieder nach einer extremen Geschichte. Und an vielen Stellen hast du ja auch schon geschrieben, dass du irgendwann erkannt hast, dass du es nicht ändern oder verhindern konntest. Helfen kann man trotzdem immer.

    Mutter müsste keine Angst mehr haben, dass ihr die Finanzen abhanden kommen

    Das ist nicht das Problem. Meine Eltern haben getrennte Konten. Sie zahlt jetzt alles von seinem Geld. Ihr eigenes Geld ist davon unberührt. Und sie haben mehr als sie mit ins Grab nehmen können...

    Danke liebe schwarzerkater. Ich denke in alle Richtungen.

    Ich selbst könnte einen Heimplatz einige Monate finanzieren. Mehr nicht. Ich habe meinem Vater heute nochmal eine Vater-Tochter-WG angeboten. Er will darüber nachdenken. Aber er will keinen Bruch zu meiner Mutter. Jetzt habe ich mal meinen Sohn angesetzt eine Beratung im engsten Kreis der Familie anzuzetteln... Mal schauen was meine Mutter dazu sagt. Sie sieht leider nicht die Notwendigkeit, meinen Vater dazu zu befragen. Das macht mich echt sehr traurig. Als wäre Demenz und Heim nicht Schicksal genug... (Manchmal wenn ich richtig frustriert bin, wünsche ich sie auf den Mond). Aber wir sind in dieser Dreiecks Beziehung gefangen und müssen für alle gute Wege finden.


    Liebe Grüße

    Sabine

    Vielen Dank für die Einordnung. Das hilft mir. Besonders auch die Charta für Hilfs.- und pflegebedürftige Menschen. Gesellschaften geben sich Werte und Normen, nicht nur Gesetze, und sie sind Grundlage für das Miteinander. Beim letzten Gespräch mit meiner Mutter ist mir klar geworden, dass sie wenig Verständnis für diese Rechte hat (mein Vater wurde noch nie dazu befragt, wie er leben möchte.) Selbst sein Wunsch nach einer gemeinsamen Beratung über Wünsche, Bedürfnisse, Machbares und Sinnvolles findet kein Gehör. Durch die Charta fühle ich mich bestärkt, ihm Gehör zu verschaffen. Es ist (s)ein Grundrecht.


    Liebe Grüße und eine gute Nacht

    Sabine

    Lieber Herr Gust, lieber schwarzerkater,

    Vielen Dank für die Links und die wertvollen Gedanken. Ich bin ja noch neu in der ganzen Situation und da sind so externe Einschätzungen für mich unglaublich hilfreich. Obwohl ich schon selbst einen ganz guten Kompass habe, bin ich doch oft unsicher.


    Zu dem Tonfall und dem Duzen muss ich noch ergänzen, dass die Pflegerin keine Muttersprachlern ist im Deutschen. Sie duzt mich auch gelegentlich. Das wäre auch halb so wild, wenn nicht der entsprechende Tonfall dabei wäre. Mein Vater fühlt sich wie auf einem (O-Ton) "Kasernenhof".


    Ich habe heute morgen mit der Pflege Dienstleitung gesprochen. Der Leiter sagt dann relativ teilnahmslos "Nein das geht nicht. Ich kümmere mich." Es klingt wie aufgesagt. Nunja. Ich werde es beobachten... Und es gilt auch nicht für alle. Viele Pfleger:innen sind schon auch bemüht um die Alten, allerdings immer in Hektik.


    Noch ein Gedanke zum Duzen. So wie schwarzerkater es beschreibt, ist es ja ein Konzept des gemeinschaftlichen Miteinanders. Das finde ich toll und das würde meinem Vater auch gefallen. Er hat eigentlich immer alle Leute geduzt, auch da wo ich es schon etwas grenzwertig fand. In der Heimsituation findet er es aber abwertend.


    Auch das Nichtanklopfen, bevor die Pfleger:innen das Zimmer betreten. Wie seht ihr das?


    Was mich noch interessieren würde: Es gibt ja Pflegenoten für jedes Heim. Wie verlässlich sind die als Qualitätsindikator? Vielleicht mehr eine Frage an den Profi.


    Liebe Grüße und vielen Dank

    Sabine

    Hey du Arme... Das ist ja schrecklich, wenn es Dein ganzes Leben so bestimmt und in Mitleidenschaft zieht. Für mich ein Horrorszenario, wenn ich möglicherweise mit meiner Mutter alleine zurückbleibe. Da kann ich mir auch wenig Krampflösendes vorstellen.


    Ich schicke Dir Kraft und einen lieben Gruß aus der Stadt mit der groooooßen Kirche.

    Sabine

    Ich habe die allgemeine Nummer 116117 angerufen. Dort bekommst du einen Termin zum Erstgespräch bei irgendeinem Therapeuten. Der stellt dann fest, ob du behandlungsbedürftig bist. Weiter bin ich auch noch nicht. Und dann kann man selber suchen oder sich einen Therapeuten vorschlagen lassen. Ich habe hier zum Glück ein paar Empfehlungen von einer Bekannten, die selbst Therapeutin ist...


    Terminservicestelle | Patienten
    Hier finden Sie alle Informationen zur Terminservicestelle der KV Nordrhein.
    patienten.kvno.de

    Nein. Das erwarte ich auch nicht von den Pflegekräften. Die haben echt schon viel um die Ohren. Also ich packe die Schränke voll... Es tut mir dann halt leid, dass er warten muss bis ich wieder da bin. Ich werde es auf Dauer nur alle 14 Tage zum Besuch schaffen. Ist halt schon lang, wenn was fehlt.

    Ein Vorrat ist eine gute Idee. Besorge ich gleich am Wochenende. In den Schränken ist ja Platz.


    Heute habe ich meinen Vater gefragt, ob wir uns mal ein paar andere Unterkünfte anschauen wollen. Er ist zögerlich, weil es sich für ihn so anfühlt, als würde er seine Frau hintergehen. Ich dränge ihn nicht. Wenn er jetzt noch nicht will, dann halt später... Er entscheidet und ich bin da, wenn er etwas ändern will.


    Heute sehe ich es ziemlich gelassen. Aber auch ich habe meine Tagesformen.


    Eine andere Frage. Wie wird denn das Zu-Bett-Gehen in anderen Heimen gehandhabt? Mein Vater hatte es mir schon berichtet und eben war ich live am Telefon dabei. Um 18.30 Uhr kommt die Pflegerin rein und sagt in ziemlich barschen Ton. "So jetzt hinlegen. Hier sind Deine Schlafsachen. Die ziehst du jetzt an und dann legst du dich hin." Eigentlich wollte mein Vater noch malen. Hatte aber jetzt Bedenken, dass sie ihm das wegnimmt. Weil er ja schon im Bett liegen sollte.


    Das macht mich schon traurig.

    Sabine

    Das hoffe ich auch.

    Meine erste und einzige Therapieerfahrung liegt 40 Jahre zurück. Damals ging es um die Schwierigkeiten mit meiner ältesten Schwester. Familientherapie. Vielleicht 10 Sitzungen. Ich hatte null Bock darauf. Damals habe ich gedacht. Wenn sie Probleme hat, dann soll sie doch zum Therapeuten gehen... Mit der Analyse der Therapeuten konnte ich wenig anfangen.


    Später habe ich verstanden, dass sie ein Grundproblem ganz gut erkannt hatten. Eher so ein Problem der unterschiedlichen sozialen Herkunft meiner Eltern. Mein Vater aus einer reichen Ärztefamilie. Meine Mutter aus einer Arbeiterfamilie mit traumatisierten, immer schlecht gelaunten Vater, der lange in Kriegsgefangenschaft war... Ich glaube, sie fühlte sich nie richtig akzeptiert in der Familie meines Vaters. Und bis heute fühlt sie sich so, dass sie im Leben zu kurz gekommen ist.


    Da habe ich viele Themen für die Therapie. Ich bin sehr gespannt.

    Liebe Grüße

    Sabine

    Lieben Dank fürs Mutmachen... Wenn ich nicht vor Ort bin, passiert nicht viel. Auch wenn etwas fehlt, z. B. Wäsche oder Zahnpasta muss mein Vater uns das mitteilen. Das Heim informiert nicht proaktiv. Sie haben das nicht im Blick...

    Auch wenn ich um Dinge telefonisch bitte, gerade seit 1 Woche der Versuch, dass der Fernseher eingerichtet wird. Sie sagen immer, ja ich schreibe es auf. Und dann passiert nichts.

    Also meistens ist es so, dass ich anrufe und dann kommen die ganzen Dinge zur Sprache. Ich ermutigte ihn schon immer, sich selbst zu kümmern. Aber ich habe es selbst erlebt, dass es schwer ist, mal jemanden zu erwischen. Sie sind echt extrem beschäftigt... Eine Fachkraft plus eine Helferin für 20 Personen.

    Ich habe mich schon mit ihm beraten. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht. Und Hausbesuche nur auf Wunsch der Patientin. Ich hatte auch schon einen Termin vereinbart und Begleitung angeboten. Sie will aber nicht.

    Lass dich vorerst nicht beirren. Solange es sich für dich noch gut und machbar anfühlt.

    Ja. Das tut es. Eine Veränderung der Situation will ich auch für mich. Ich mache nämlich täglich aus der Ferne Telepflege. Helfe beim Suche von Sachen. Höre zu. Rufe bei den Pfleger an, wenn zum Beispiel die Heizung nicht geht, die Hose nass ist. Windeln nicht gefunden werden usw.


    Wenn sich irgendjemand etwas um meinen Vater kümmern würde, hätte ich auch etwas mehr Ruhe. Das ist mein Ziel.


    LG Sabine