Beiträge von jochengust

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    Hallo @NoName,


    meine Intension war, Verständnis für Ihre Situation und Entscheidungen ein Stückweit zu signalisieren. Sie haben ja in der Vergangenheit dennoch Unterstützung angeboten.
    Auf sich selbst zu achten, das eigene Wohlergehen nicht aus den Augen zu verlieren, ist wichtig - wenn auch keineswegs immer selbstverständlich, gerade bei den sich schleichend entwickelnden Demenzerkrankungen.

    Ihnen alles Gute.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo @NoName ,


    ich denke, es sind unglaublich viele Variationen und Konstellationen vom "Angehörigensein" vorhanden und denkbar. Alle mit persönlicher (Vor-)Geschichte die in Summe zu ganz vielen unterschiedlichen Verhältnissen führen, im Kontext der Wirkung, die Demenzerkrankungen haben können.
    Wer möchte da urteilen?

    Eine Bekannte von mir (Pflegewissenschaftlerin) meinte mal im Zusammenhang, dass im Rahmen der Versorgung eines Menschen mit Demenz "Beziehungen die früher schon schwierig oder schlecht waren, eher noch schwieriger / schlechter werden.".

    Vielleicht ist da was dran.


    Und jemand hier im Forum hat es schon geschrieben: die Dementen sind nicht süß vergesslich und tüddelig, jedenfalls nicht die, die ich selbst durch Berichte von betroffenen Freunden/Bekannten kenne.

    Sie sitzen auch nicht friedlich in einem wunderhübschen Garten am Brunnen, und verbringen ihre Zeit mit konzertreifem Pianospiel, wie ich es kürzlich in einem Spielfilm bewundern durfte.

    Nein, es kommt in vielen Fällen einfach dazu, dass nicht die Persönlichkeit des Kranken einfach zerfällt, das wäre schrecklich, aber immer noch zu händeln, sondern es potenzieren sich die wahrscheinlich schon immer vorhandenen negativen Eigenschaften der Person.

    Verstehen kann ich gut, dass auch Sie das Zerrbild stört, dass manchmal medial - aber auch von nicht wenigen "Initiativen" transportiert wird. Hübsche Bilder und Videos die einen Alltag suggerieren, der in der Regel nicht gegeben ist.
    Manches davon wirkt regelrecht surreal, vor allem wenn unklar bleibt, dass es Momentaufnahmen sind.
    Aber es sieht halt gut aus und die Realität produziert nicht andauernd wunderbare Bilder und wundersame Geschichten von Leichtig- und Heiterkeit, Malerei und allerlei "demenzbedingt erworbener Kunstfertigkeit".
    Ihnen alles Gute für Ihren Umgang mit der Situation.


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust


    Hallo PausE ,

    Finja, ja, ich denke auch, so lange mein Vater fit ist, kann es gelingen.


    Aber ich schleppe jetzt ein paar Adressen von Heimen an um sie (beide) auf die Warteliste setzen zu lassen. Wir werden einige auch besuchen. Ich bin es jetzt endgültig leid mit dem Kopf in den Sand stecken.

    Der Arzt hat meiner Mutter klipp und klar gesagt, dass es doch besser sei, sie suchten sich selbst noch was aus. Im Notfall kommt der Sozialdienst (oder wie auch immer die Institution heißt) und es wird das nächste Heim genommen, das freie Plätze hat.

    Einen schönen Sonntag wünsche ich noch.

    LG PausE

    das finde ich eine wirklich gute Sache, gemeinsam die Einrichtungen zu besuchen. Kennen heißt oft auch gewisse Vorbehalte herausnehmen zu können. Oder später, falls eine Entscheidung getroffen werden muss, auf den damaligen Eindruck zurückgreifen zu können.

    Eventl. gibt es bei Ihnen in der Kommune auch eine Seniorenbeauftragte oder ähnliche Institution, die einen eigenen EMail-Newsletter herausgibt (hier ist das so). Dort erfahren Sie dann auch von Veranstaltungen in Einrichtungen, die es manchmal gibt und zu der die Öffentlichkeit eingeladen ist. Vom Flohmarkt bis zum Sommerfest. Auch das sind ja Gelegenheiten, ganz unkompliziert mal "vorbeizuschauen".....

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo groundhog day ,



    Und zwar ist es häufig so, dass meine Mutter an Tagen wo sie hier zu Hause sehr verwirrt ist, dann z.B. woanders ist, und ich die Rückmeldung bekomme, dass man ihr ihre Demenz kaum angemerkt hat. Grundsätzlich ist sie nicht so oft woanders, gestern hatte ihre Schwägerin Geburtstag, und dort habe ich sie für ein paar Stunden allein gelassen, da ich einen Termin hatte. Wenn ich dann solche Rückmeldungen bekomme, weiß ich gar nicht, was ich denken soll. Einerseits freut es mich natürlich für meine Mutter, und auch für alle anderen, aber ich denke dann auch, was ist hier eigentlich los, wie kann das sein? Habt ihr solche Erfahrungen auch schon gemacht?

    Erstmal liebe Grüße von groundhog day.

    auch von mir ein "Willkommen im Forum". Dieses Phänomen kennen viele.
    Diese Fassade, das "Zusammenreissen" vor Dritten. Es kann so weit gehen, dass z.B. auch erfahrene Gutachter sich Mühe geben müssen dahinterzusehen um festzustellen, wie groß der Hilfebedarf im Alltag tatsächlich ist.
    Dazu kommt, dass Betroffene durch Besucher oder in Besuchssituationen anders oder nicht so sehr gefordert sind wie im Alltag. Ihre Schwägerin war bestimmt bemüht, eine gute Gastgeberin zu sein und hat Ihre Mutter daher vermutlich auch "umsorgt". Sie war also nicht sehr gefordert und dadurch fällt es dann meist auch leichter, die Fasse aufrechtzuerhalten.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Die Wahrheit ist es auch, man*frau begibt sich zum Sterben dorthin, wie in ein Hospiz, nur heißt es anders. Danach kommt eben nur noch der Friedhof. Das ist nun mal psychologisch was anderes als das eigene Zuhause.

    Hallo Hinz,


    die Zielsetzungen sind nicht deckungsgleich, ebensowenig die Schwerpunkte der Arbeit. Auch die Umstände unter denen die Arbeit geleistet wird unterscheiden sich meist, auch die fachlichen Ausrichtungen der Mitarbeitenden unterscheidet sich. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Aufnahmevoraussetzungen.


    Im Pflegeheim leben Menschen nicht selten viele Jahre.
    Die Aufenthaltsdauer in einem stationären Hospiz liegt bei einigen Wochen (ca. 23 Tage - Stichwort "absehbar") im Schnitt.

    Und selbst da - als kleiner Hinweis für Sie: Menschen die ich auf der Hospizstation eines Krankenhauses kennenlernen und versorgen durfte, versprachen sich davon eher keinen "Sterbeort". Wenn ihre Wahl für die Entlassung auf ein Hospiz fiel, dann begründeten Sie das z.B. mit dem Wunsch einer (bestimmten) Begleitung und der Sorge, ambulant oder im Pflegeheim könne die nötige Symptomkontrolle nicht gewährleistet werden (in der Regel Atemnot / Schmerzen).

    Wenn Sie Ihre "Wahrheit" gelegentlich mal auf den Prüfstand stellen werden Sie vielleicht nachvollziehen können, weshalb hier andere Angehörige empfindlich auf den Begriff "Endstation" reagieren.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust




    Hallo Forum,


    da der Begriff 24-Stunden-Pflege(kraft) nicht zutreffend ist (wie oben schon genannt, rechtlich gar nicht geht), finde ich die Bezeichnung Live-In-Pflege(erstmal) ersatzweise ganz gut. Hier auch Infos seitens des Bundes.

    Auch meine Erfahrung und mein Erleben damit, waren sehr unterschiedlich (zuletzt Ende letzten Jahres). Ich stimme zu, dass es eine Frage der individuellen Situation ist ob das klappt. Letztlich erwarte ich hier mehr Regulierung irgendwann - denn der "graue Pflegemarkt" zieht natürlich auch schwarze Schafe an.
    Problematisch habe ich des öfteren erlebt, dass unklare Erwartungen / Vereinbarungen zu Ärger führten. Wenn nächtlicher Bedarf bestand, wurde die Situation schon häufiger schwierig.
    Ich kann nicht sagen, dass mir das immer einen guten Eindruck machte. Einerseits. Andererseits ist es doch so: der Bedarf an Unterstützung in der Häuslichkeit nimmt zu - und die Menschen, die das überall verfügbar machen könnten, haben wir wohl in naher Zukunft nicht.
    Daher wird das Modell auch bleiben.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo 42alz ,


    vielleicht würde es Ihnen etwas Sicherheit verschaffen, wenn Sie mit dem behandelnden Arzt (Ärzten) über die starke Sturzneigung sprechen würden, so dass diese in Behandlungs- /Arztberichten dokumentiert sind.

    Ohnehin gilt es ja herauszufinden, warum Ihre Frau Mutter so häufig stürzt.
    Dafür kommen eine Vielzahl von Ursachen in Frage, häufig wirken mehrere Aspekte zusammen, wie z.B. Muskelschwäche, Seheinschränkungen, die Bodenbeschaffenheit, Schuhwerk, Medikamentennebenwirkungen etc. pp. .

    Sie werden hier zum Thema Vorwürfe viel im Forum finden. Häufig erklären sich Menschen mit Demenz auf diese Weise, dass sie Dinge nicht wiederfinden. Mit dem Fortschreiten einer Demenz schwindet zunehmend das Krankheitsbewußtsein. In der Regel führen dann Diskussionen nicht weiter, münden oft in Konflikten.
    Haben Sie Unterstützung in Ihren Bemühungen um Ihre Frau Mutter?
    Käme eventuell Tagespflege in Frage oder Kurzzeitpflege nach dem Krankenhausaufenthalt?

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Rose60 ,


    das ist ja mal ein netter Zufall zum Fastabschluss des Tages. Nachdem es bei mir heute gleich 2x um Schwierigkeiten ging, zeitnah einen Facharzttermin zu organisieren, war das jetzt genau richtig zu lesen. So kann es eben auch gehen, toll.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo anso,


    willkommen im Forum. An was konkret hatten Sie dabei gedacht? Können Sie das etwas eingrenzen? Wofür benötigt es Tricks oder Tipps um was genau zu erreichen?
    Ganz allgemein gibt es natürlich eine Reihe von Entwicklungen, von Sturzarmbändern bis zur Herdsicherung, vom Tablet zur Beschäftigung bis zum elektronischen Tablettendispenser....

    Vielleicht können Sie ein wenig konkretisieren, in welcher Richtung Sie suchen?

    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo Albatross

    Außerdem wehrt sie sich ja nicht gegen das Waschen, jedenfalls nicht indem sie es direkt ablehnt oder gar schimpft oder tätlich wird. Es ist nur die Aussage, sie hätte sich schon gewaschen. Wenn einzelne Pfleger einfach sagen, "Kommen Sie Frau XXXX, wir gehen jetzt ins Bad zum Waschen/Duschen!", dann kommt sie bereitwillig mit.

    Ich möchte gerne, auch wie molli schon betonte, dies verstärken. Ich halte das für verlangbar, von einem Pflegeprofi. Zu wissen, wie und wann ich meinen Kontakt anpassen muss an den Betroffenen. Zwang und Gewalt scheiden selbstverständlich aus und hier haben schon viele MitforistInnen Hilfreiches dazu gesagt.

    Es geht hier doch darum, dass man erkennen kann ob man Menschen entwender mit einer Fragestellung überfordert, und oder durch eine Frage schon ein Problem hineingibt (Scham z.B.; Zweifel an der eigenen Fähigkeit; Autonomiedefizit usw. usfrt.): "Möchten Sie vielleicht bitte bitte gerne.....?" .
    Mehr oder minder beiläufig "Na, dann kommen Sie mal mit ins Bad. Zeit, sich fürs Frühstück fertig zu machen." sagen nachdem man ein paar Worte "SmallTalk" ausgetauscht hat - und gut.
    Über dieses Wissen sollten auch die Mitarbeitenden des Pflegedienstes verfügen - und falls nicht, ist es in meinem Augen das Gespräch wert. Klar, manchmal prallt man ab - trotz aller Varianten. Aber Sie haben ja beschrieben, dass Sie regelrecht beobachten konnten, wie unterschiedlich dies mit Mitarbeitenden funktionierte - und zwar aufgrund der Art, wie diese die Versorgung initiierten.

    Selbstverständlich sein im gemeinsamen Tun. Das hilft Menschen mit Demenz manchmal mehr, als höfliche, gutgemeinte Fragen.
    Das gilt in einer Einrichtung genauso wie Zuhause.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Liebe Sabine67 ,


    meiner Meinung nach sind die heutigen / aktuelleren Berichte, nachvollziehbarer, besser geeignet einen Hinweis zu geben. Da hat sich viel getan. In den Anfängen der Pflegenoten waren diese geradezu lächerlich einfach auszuhebeln und eine 1 vor dem Komma war praktisch immer und für jeden drin (ab dem 2. Jahr), wenn man als Einrichtung wollte. Mittlerweile (2019) wurde das Prüfungssystem aber längst reformiert und auch tatsächlich verbessert.
    Für mich persönlich ist es immer einen Blick wert, was da an Qualitäts-/Transparenzberichten veröffentlicht wird. Die Verbraucherzentrale hat hier - wie ich finde - ganz gut erklärt, wie das funktioniert.
    Im Ergebnis sollte es in die persönliche Bewertung miteinfliessen, denke ich. Schwierig finde ich nach wie vor daran, dass es für pflegende und betreuende Angehörige doch mit ganz schön "Lesearbeit" verbunden ist wenn vielleicht 3 oder sogar mehr Einrichtungen miteinander verglichen werden sollen - und die Gewichtung einzelner Punkte immernoch schwierig sein kann und ist. In jedem Fall aber hilfreicher als das, was einst als "Pflegenoten" mal gestartet ist.

    Zum Nichtanklopfen: passt mir nicht, wenn ich es beobachte. Mich besorgen die möglichen Annahmen und Haltungen dahinter ("Kriegt eh nichts mit", "Ist schließlich unsere Station hier" etc.). Allerdings muss ich anerkennen, dass das vielfach nicht mehr so eng gesehen wird heute. Ich kann (will) mich nicht mehr umgewöhnen - das Anklopfen gehört einfach dazu, wenn ich fremden Wohnraum betreten möchte und ich halte damit auch nicht hinter dem Berg ggü. Kolleginnen und Kollegen, wenn ich wo mitarbeite.

    Mit dem "duzen" beschreiben Sie, wie ich finde, gut, was es eben auch ausmacht. Es ist etwas sehr Wahres daran, wenn es heißt, (auch) der Ton bzw. die Haltung dabei machen die Musik - siehe die Postings von schwarzerkater, denen ich mich anschließe.

    Sie haben das Thema angesprochen in der Einrichtung. Gut so. Mehr können Sie auch erst einmal nicht tun diesbezüglich, denke ich.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust



    Liebe schwarzerkater ,


    ich bin da völlig bei Ihnen - und hoffe, Sie sehen in meinem Posting oben da auch keinen Widerspruch zu. Mit dem "Duzen" habe ich meine Probleme in der Pflege. Das ist sicherlich meinem jahrelangen "Training" auch geschuldet sowie meiner Erziehung. Trotzdem muss ich, als jemand der durch Schulungen die ich gebe und auch "Gasteinsätze" die ich habe eben auch festhalten, dass es "solche und solche" gibt und die fehlende professionelle Distanz die nicht selten mit dem (ungefragten) Duzen eingeleitet wird, Gefahren mit sich bringt. Denn leider wird für viele Menschen der Schritt zu Repsektlosigkeiten dadurch kleiner.
    Leitungskräfte haben wiederum das Problem, es für alle regeln zu müssen. Heißt, es ist schwierig, einzelnen Kräfte das zu gestatten, anderen nicht und darüber auch eine gewisse Kontrolle zu behalten... .

    Es gibt aber, anders als früher gelehrt und meinerseits verinnerlicht, immer wieder auch Erkenntnisse der Fachwelt, dass sich das Duzen positiv auswirkt. Vielleicht eher nicht in großen Einheiten, aber durchaus. Dr. S. Sachweh hat z.B. ein openAccess-Buch dazu veröffentlicht "Bei uns geht's bunt zu, nich?", in dem auch dieser Aspekt aufgegriffen wird.

    Aber möchte den Thread keinesfalls mit Theorie kapern, noch mit (m)einer allzupersönlichen Sichtweise darauf. Jedoch darauf hinweisen, dass ich beim oben beschriebenen Vorgang im Zusammenhang mit der Ansprache mich genötigt sehen würde, im Heim meiner Mutter kurz aufzutreten und "Spielregeln" zu verdeutlichen. Einfach, weil Grenzverschiebungen meiner Erfahrung nach eben häufig nicht mit großem Knall passieren in Pflege und Betreuung, sondern nach und nach...Stück für Stück.... . Weder Menschen mit Demenz noch ihre Angehörigen sind Bittsteller die gefälligst für alles was passiert, dankbar zu sein haben. Es kommt vor, dass das vergessen wird.... .

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

     



    Eine andere Frage. Wie wird denn das Zu-Bett-Gehen in anderen Heimen gehandhabt? Mein Vater hatte es mir schon berichtet und eben war ich live am Telefon dabei. Um 18.30 Uhr kommt die Pflegerin rein und sagt in ziemlich barschen Ton. "So jetzt hinlegen. Hier sind Deine Schlafsachen. Die ziehst du jetzt an und dann legst du dich hin." Eigentlich wollte mein Vater noch malen. Hatte aber jetzt Bedenken, dass sie ihm das wegnimmt. Weil er ja schon im Bett liegen sollte.

    Das macht mich schon traurig.

    Sabine

    Hallo Sabine67 ,

    je nach dem wie es Ihnen machbar ist, würde ich hierzu ein paar Worte mit der Stationsleitung wechseln. Einerseits den Tonfall betreffend wie Rose60 ja bereits schrieb, andererseits werden hier die Wünsche Ihres Vaters missachtet. Und an denen hat sich die Pflege auszurichten.
    Noch immer geht es in vielen Einrichtungen mit allerlei Ausflüchten viel zu früh ins Bett, was dann nicht selten "Schlafstörungen" nach sich zieht, denen wiederum medikamentös entgegengewirkt werden "muss".... .

    Es spricht rein gar nichts dagegen, wenn ein erwachsener Mensch um 18:30 Uhr noch nicht zu Bett gehen möchte. Es gibt auch einen Nachtdienst, der problemlos zum späteren Zeitpunkt ins Bett helfen kann; je nach Ablauf und Besetzung ist es günstig bis notwendig, dass auf einer Station die Bewohner der Einrichtung die noch aufbleiben möchten, zumindest zum großen Teil "bettfertig" gemacht werden (Abendversorgung, Nachthemd, Schlafanzug, dann zurück in den Sessel und wieder gewünschten Tätigkeit nachgehen). Es ist für den Nachtdienst dann wirklich lediglich eine Minutenangelegenheit, die Person später zu Bett zu bringen. Und - meiner Erfahrung nach, weil das die klassische Ausrede ist: das ist alles im Nachtdienst gut zu schaffen und betrifft normalerweise ohnehin nur eine handvoll Menschen - gerade auf Stationen für Menschen mit Demenz. Als Nachtdienstler beginne ich ohnehin mit einer Abendrunde, besuche also jeden auf Station - es ist kein Problem, dann auch ein paar Leuten die noch auf sind, ins Bett zu bringen - insbesondere dann, wenn die Abendversorgung durch den Spätdienst gelaufen ist und ich wirklich nur noch ins Bett begleiten muss.
    Abgesehen davon endet der Spätdienst meist auch nicht vor 20:30, so dass Ihr Herr Vater nicht zwingend so früh versorgt werden muss.

    Ich kenne es durchaus, dass es anfangs holprig ist, bis sich eine Zeit bzw. ein Ablauf eingependelt hat, der für alle akzeptabel und machbar ist.
    So wie Sie das beschreiben, geht das in meinen Augen aber nicht.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust


    Hallo Man_in_the_mirror ,

    hallo Forum,


    jedes Pflegeheim verfügt auch über sog. Betreuungskräfte, die Aktivitäten und Beschäftigung anbieten. Dafür muss es auch einen Plan geben, der normalerweise irgendwo aushängt. Fragen Sie danach. Ggfs. auch gerne ab und an, woran Ihre Frau Mutter diese Woche teilgenommen hat oder was sie vielleicht möglicherweise abgelehnt hat.

    Richtig ist, dass eine Einzelbetreuung oder auch die Beschäftigung und Aktivierung im gewünschten Umfang oft nicht geboten werden kann seitens der Betreuung, da dafür schlicht nicht genug MA vor Ort sind (abhängig von den Rahmenbedingungen, versteht sich). Auch wird natürlich nicht jedes Beschäftigungsangebot den Geschmack der Einzelperson treffen.

    Was ich persönlich aus der Heim(und Krankenhaus)-Erfahrung immer wieder feststelle: vielfach sind auch Stationen nicht gut genug mit Dingen ausgestattet, die Heimbewohner beschäftigen können, ohne dass eine ständige Betreuung notwendig wäre. Pflegefachleute haben dafür häufig keine Zeit, sollten aber wenn möglich "im Vorbeigehen" etwas anregen oder aushändigen / anstossen können - meiner Meinung nach. Das kommt natürlich auch ganz darauf an, welchen Anspruch der betroffene Heimbewohner hat. Ich bin auch ein großer Freund davon, "Pflichten" (Aufgaben) zu verteilen an die Heimbewohner. Also z.B. müssen Handtüchter ja gefaltet werden, Strümpfe sortiert, Zeitungen aussortiert werden und ich brauche im Alltag jede Menge hilfreiche Hände, damit ich meine Arbeit schaffe ;) . Manche Einrichtungen setzen auch vermehrt auf den Technikeinsatz (Seniorentablets, virtuelle Fahrradtouren etc.).

    Aber wie gesagt, das kommt eben auch auf die Rahmenbedingungen an, was möglich und machbar ist.
    Tage werden lang, am Tisch sitzend und auf die nächste Mahlzeit wartend, während im Hintergrund ein Radio unverständliches Gemurmel oder fremde Musik untermischt.... .
    Natürlich gilt für jedweder Art der Aktivierung prinzipiell: jedes Beschäftigungsangebot darf natürlich auch abgelehnt werden.


    Fragen Sie nach dem Aktivierungs- / Beschäftigungsplan.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust





    Hallo Finja,

    falls akzeptabel und machbar - und in Ihrer Situation würde ich versuchen "alles" zu aktivieren - von mir auch noch der Hinweis auf Dienste der Entlastungsbetreuung oder sog. NachbarschaftshelferInnen. Diese erbringen keine Pflegeleistungen, können aber Teil des Netzwerkes sein, das Ihren Vater besucht (und damit "beaufsichtigt").
    Kommt natürlich drauf an, in wie weit er es zulässt, ähnl. wie beim Pflegedienst.
    Aber bis zu einer besseren Lösung gibt es vielleicht auch in Ihrer Region solche Unterstützer für die häusliche Betreuung. Manche Kommunen betreiben eigene Webportale dafür oder bieten Adressen in sog. Senioren- oder Pflegewegweisern für den eigenen Landkreis. Auch ein Pflegestützpunkt kann da vielleicht vermitteln.

    Ihnen gute Nerven und Kraft bis dahin.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Liebe Schneeflocke, bei mir hat es damals mit meiner Mutti geholfen ein Gerät mit abgeschnittenen Kabel mitzubringen, es hat gereicht dass es da war, benutzen wollte sie es gar nicht.

    Viel Kraft und liebe Grüße Elfriede

    Hallo schneeflocke ,

    die Idee von elfriede finde ich richtig gut. Bei "meinen Sachen die ich wiederhaben will", spielt oft auch das Ringen um Autonomie und Selbstbestimmung eine Rolle.
    Vielleicht könnte jemand mit technischem Verständnis das Bügeleisen auch so manipulieren, dass es sich nicht mehr einschaltet?
    Vielleicht einen Versuch wert?


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Finja,


    eine Demenz an und für sich ist erstmal nichts, was akut in einem Krankenhaus behandelt werden müßte. Von daher ist die Auskunft des Fahrers zwar für Sie erstmal nicht hilfreich, aber korrekt.

    Kurzzeitpflege ist auf jeden Fall kurzfristig möglich; ggfs. kann die Versorgung auch mittels eines ambulanten Dienstes sichergestellt werden, z.B. in Kombination mit Tagespflege?
    Hier im Wegweiser gibt es eine Seite, die Adressdatenbanken auflistet.
    Auch kann Ihnen ggfs. der Pflegestützpunkt Ihrer Region oder jemand bei der Pflegekasse weiterhelfen / vermitteln.

    Meiner Erfahrung nach ist es meist am effektivsten, selbst eine Liste zu erstellen und die Einrichtungen abzutelefonieren. Plätze werden oft kurzfristig frei und ebenso kurzfristig vergeben, je nach Kapazitäten der Einrichtungen (der Fachkräftemangel führt in manchen Regionen auch dazu, dass Plätze nicht vergeben werden können, weil nicht ausreichend Mitarbeiter da sind).

    Etwas zu den Arbeitnehmerrechten im (aktuten) Pflegefall finden Sie hier,

    ansonsten wenden Sie sich gerne auch ans Forum "Gesetzliche Leistungen".

    Ich hoffe, Sie finden schnell eine passende Lösung.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo Nicole2024 ,


    Sie haben hier ja bereits Rat erhalten. Ich hoffe ich habe es nicht überlesen, aber da Sie auch von Umbauarbeiten schrieben aber nichts von der (anteiligen) Kostenübernahme noch der Hinweis, dass notwendige Umbauarbeiten durch die Pflegekasse bezuschusst werden. (§ 40 Absatz 2 SGB XI): Sie finden dazu im Wegweiser etwas (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen) und gewiss weiß das Team im Forum gesetzliche Leistungen hierzu Rat.


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Sascha1982 ,


    willkommen im Forum. Ja, keine leichte Entscheidung. Hier haben bereits erfahrene Angehörige geantwortet und Sie werden vermutlich noch weiteren Rat erhalten.
    Ich möchte eigentlich nur zwei Dinge anmerken: egal wie Sie sich am Ende entscheiden - es muss nicht endgültig sein. Heißt, auch wenn Sie jetzt für die Unterbringung in der Einrichtung sorgen, wäre es ja nicht so, dass Sie niemals wieder eine andere Entscheidung treffen könnten. Natürlich ist jeder Umzug, jede Ortsveränderung mit Schwierigkeiten verbunden und eine Sache der Abwägung. Aber es ist auch nicht so, dass Sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden könnten, einen oder beide Elternteile zu sich zu holen. Aus Ihren Worten sprach für mich eine gewisse "Endgültigkeit" - deshalb wollte ich das anmerken und wer weiß, vielleicht gewöhnt sich auch Ihre Frau Mutter so gut ein nach ein paar Wochen, dass Sie erstaunt sind?

    Weiter fällt mir noch der Hinweis auf Vereinbarkt von Pflege und Beruf (PflegeZG) ein. Je nach dem sollten Sie sich mit weiteren Fragen dazu ggfs. an das Forum zu den gesetzlichen Leistungen werden.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust