Beiträge von jochengust

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    Hallo Man_in_the_mirror ,

    hallo Forum,


    jedes Pflegeheim verfügt auch über sog. Betreuungskräfte, die Aktivitäten und Beschäftigung anbieten. Dafür muss es auch einen Plan geben, der normalerweise irgendwo aushängt. Fragen Sie danach. Ggfs. auch gerne ab und an, woran Ihre Frau Mutter diese Woche teilgenommen hat oder was sie vielleicht möglicherweise abgelehnt hat.

    Richtig ist, dass eine Einzelbetreuung oder auch die Beschäftigung und Aktivierung im gewünschten Umfang oft nicht geboten werden kann seitens der Betreuung, da dafür schlicht nicht genug MA vor Ort sind (abhängig von den Rahmenbedingungen, versteht sich). Auch wird natürlich nicht jedes Beschäftigungsangebot den Geschmack der Einzelperson treffen.

    Was ich persönlich aus der Heim(und Krankenhaus)-Erfahrung immer wieder feststelle: vielfach sind auch Stationen nicht gut genug mit Dingen ausgestattet, die Heimbewohner beschäftigen können, ohne dass eine ständige Betreuung notwendig wäre. Pflegefachleute haben dafür häufig keine Zeit, sollten aber wenn möglich "im Vorbeigehen" etwas anregen oder aushändigen / anstossen können - meiner Meinung nach. Das kommt natürlich auch ganz darauf an, welchen Anspruch der betroffene Heimbewohner hat. Ich bin auch ein großer Freund davon, "Pflichten" (Aufgaben) zu verteilen an die Heimbewohner. Also z.B. müssen Handtüchter ja gefaltet werden, Strümpfe sortiert, Zeitungen aussortiert werden und ich brauche im Alltag jede Menge hilfreiche Hände, damit ich meine Arbeit schaffe ;) . Manche Einrichtungen setzen auch vermehrt auf den Technikeinsatz (Seniorentablets, virtuelle Fahrradtouren etc.).

    Aber wie gesagt, das kommt eben auch auf die Rahmenbedingungen an, was möglich und machbar ist.
    Tage werden lang, am Tisch sitzend und auf die nächste Mahlzeit wartend, während im Hintergrund ein Radio unverständliches Gemurmel oder fremde Musik untermischt.... .
    Natürlich gilt für jedweder Art der Aktivierung prinzipiell: jedes Beschäftigungsangebot darf natürlich auch abgelehnt werden.


    Fragen Sie nach dem Aktivierungs- / Beschäftigungsplan.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust





    Hallo Finja,

    falls akzeptabel und machbar - und in Ihrer Situation würde ich versuchen "alles" zu aktivieren - von mir auch noch der Hinweis auf Dienste der Entlastungsbetreuung oder sog. NachbarschaftshelferInnen. Diese erbringen keine Pflegeleistungen, können aber Teil des Netzwerkes sein, das Ihren Vater besucht (und damit "beaufsichtigt").
    Kommt natürlich drauf an, in wie weit er es zulässt, ähnl. wie beim Pflegedienst.
    Aber bis zu einer besseren Lösung gibt es vielleicht auch in Ihrer Region solche Unterstützer für die häusliche Betreuung. Manche Kommunen betreiben eigene Webportale dafür oder bieten Adressen in sog. Senioren- oder Pflegewegweisern für den eigenen Landkreis. Auch ein Pflegestützpunkt kann da vielleicht vermitteln.

    Ihnen gute Nerven und Kraft bis dahin.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Liebe Schneeflocke, bei mir hat es damals mit meiner Mutti geholfen ein Gerät mit abgeschnittenen Kabel mitzubringen, es hat gereicht dass es da war, benutzen wollte sie es gar nicht.

    Viel Kraft und liebe Grüße Elfriede

    Hallo schneeflocke ,

    die Idee von elfriede finde ich richtig gut. Bei "meinen Sachen die ich wiederhaben will", spielt oft auch das Ringen um Autonomie und Selbstbestimmung eine Rolle.
    Vielleicht könnte jemand mit technischem Verständnis das Bügeleisen auch so manipulieren, dass es sich nicht mehr einschaltet?
    Vielleicht einen Versuch wert?


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Finja,


    eine Demenz an und für sich ist erstmal nichts, was akut in einem Krankenhaus behandelt werden müßte. Von daher ist die Auskunft des Fahrers zwar für Sie erstmal nicht hilfreich, aber korrekt.

    Kurzzeitpflege ist auf jeden Fall kurzfristig möglich; ggfs. kann die Versorgung auch mittels eines ambulanten Dienstes sichergestellt werden, z.B. in Kombination mit Tagespflege?
    Hier im Wegweiser gibt es eine Seite, die Adressdatenbanken auflistet.
    Auch kann Ihnen ggfs. der Pflegestützpunkt Ihrer Region oder jemand bei der Pflegekasse weiterhelfen / vermitteln.

    Meiner Erfahrung nach ist es meist am effektivsten, selbst eine Liste zu erstellen und die Einrichtungen abzutelefonieren. Plätze werden oft kurzfristig frei und ebenso kurzfristig vergeben, je nach Kapazitäten der Einrichtungen (der Fachkräftemangel führt in manchen Regionen auch dazu, dass Plätze nicht vergeben werden können, weil nicht ausreichend Mitarbeiter da sind).

    Etwas zu den Arbeitnehmerrechten im (aktuten) Pflegefall finden Sie hier,

    ansonsten wenden Sie sich gerne auch ans Forum "Gesetzliche Leistungen".

    Ich hoffe, Sie finden schnell eine passende Lösung.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo Nicole2024 ,


    Sie haben hier ja bereits Rat erhalten. Ich hoffe ich habe es nicht überlesen, aber da Sie auch von Umbauarbeiten schrieben aber nichts von der (anteiligen) Kostenübernahme noch der Hinweis, dass notwendige Umbauarbeiten durch die Pflegekasse bezuschusst werden. (§ 40 Absatz 2 SGB XI): Sie finden dazu im Wegweiser etwas (wohnumfeldverbessernde Maßnahmen) und gewiss weiß das Team im Forum gesetzliche Leistungen hierzu Rat.


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Sascha1982 ,


    willkommen im Forum. Ja, keine leichte Entscheidung. Hier haben bereits erfahrene Angehörige geantwortet und Sie werden vermutlich noch weiteren Rat erhalten.
    Ich möchte eigentlich nur zwei Dinge anmerken: egal wie Sie sich am Ende entscheiden - es muss nicht endgültig sein. Heißt, auch wenn Sie jetzt für die Unterbringung in der Einrichtung sorgen, wäre es ja nicht so, dass Sie niemals wieder eine andere Entscheidung treffen könnten. Natürlich ist jeder Umzug, jede Ortsveränderung mit Schwierigkeiten verbunden und eine Sache der Abwägung. Aber es ist auch nicht so, dass Sie nicht zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden könnten, einen oder beide Elternteile zu sich zu holen. Aus Ihren Worten sprach für mich eine gewisse "Endgültigkeit" - deshalb wollte ich das anmerken und wer weiß, vielleicht gewöhnt sich auch Ihre Frau Mutter so gut ein nach ein paar Wochen, dass Sie erstaunt sind?

    Weiter fällt mir noch der Hinweis auf Vereinbarkt von Pflege und Beruf (PflegeZG) ein. Je nach dem sollten Sie sich mit weiteren Fragen dazu ggfs. an das Forum zu den gesetzlichen Leistungen werden.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Carmen _vom_Bauernhof34

    Mein Mann besteht auch nicht auf die Überprüfung seiner Mutter durch die Pflegekasse, da er befürchtet, dass dann permanent Kontrollen zu uns nach Hause kommen.

    eine permanente Kontrolle gibt es nicht, im Sinne von ständigen Hausbesuchen oder etwas dergleichen, wie Martin Hamborg schon schrieb. Es gibt Beratungsgespräche, die halb- oder vierteljährlich stattfinden.
    Könnte man Ihrem Mann die Dinge nicht vielleicht über den finanziellen Aspekt "schmackhafter" machen? Sie beschreiben Probleme ja auch in der Haushaltsführung. Ggfs. wäre darüber etwas Unterstützung finanzierbar. Für den Anfang - z.B. im Rahmen von Nachbarschaftshilfe od. ähnl., wie molli schrieb.

    Wahrscheinlich fragen Sie sich, warum ich als Schwiegertochter das nicht übernehme.

    Das habe ich mir ehrlicherweise nicht gefragt. Denn: je klarer jemand die Entscheidung für sich trifft, wozu er bereit ist, was er leisten kann, desto besser. Kein(e) Angehörige(r) sollte sich rechtfertigen müssen dafür, wie weit das geht oder nicht geht. Wichtig scheint mir eher, dass Sie für sich selbst die Linie halten und "bei sich" bleiben.

    Ich kann das an dieser Stelle nochmals nur verstärken: hier ist auch eine ärztliche Abklärung notwendig. Wechseln Sie zur Not den Arzt, falls möglich oder fragen Sie bei der KK nach, was ein gangbarer Weg sein könnte und lassen Sie sich bei der Suche unterstützen. Bei Ihrem ersten Eintrag musste ich unmittelbar auch an eine möglicherweise unerkannte Infektionslage denken, ohne direkt das jetzt an etwas festmachen zu können.

    Da Sie schrieben, dass auch die Kinder bzw. Enkel die Veränderungen der Oma mitbekommen und Sie sich tollerweise Mühe geben, so gut als möglich die Dinge zu erklären: es gibt Kinderbücher zum Thema Demenz (sofern es eine ist), die Eltern beim Erklären unterstützen. Vielleicht kann Ihnen dies mal eine Hilfe sein. Eine Liste finden Sie z.B. bei derAlzheimer Gesellschaft BW, aber auch Infos hier im Wegweiser.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Moin molli ,


    willkommen im Forum.

    Sie haben bereits selbst Möglichkeiten aufgezählt. Häufig geht es nur mit Ausprobieren und immer wieder anpassen. Puzzles z.B. gibt es auch mit 4, 6 oder 8 Teilen. Häufig funktionieren Dinge gut, die an das bisherige Leben anknüpfen, nur, dass sie stark vereinfacht, in Teile und/oder Einzelschritte zerlegt werden müssen.

    Die Alzheimer Gesellschaften bieten zum Teil einen Überblick und Vorschläge, die ich hier einmal verlinke.
    Dt. Alzheimer Gesellschaft (etwas nach unten scrollen)

    Alz G. MV

    Alzheimer Gesellschaft BW
    Es gibt mittlerweile auch digitale Museumsführungen (Bilder schauen), wenn ein Tablet zur Verfügung steht und das von Interesse ist. Auch die online-Broschüre (pdf) des Bundesgesundheitsministeriums enthält einen Abschnitt zum Thema (ab S. 65).

    Ich hoffe, es ist irgendwo die richtige Anregung enthalten.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Carmen _vom_Bauernhof34 ,


    ich rate zu einer Abklärung, zunächst beim Hausarzt. Was glaubt Ihr Mann zu gewinnen, wenn er abwarten möchte? Nimmt er an, dass es von allein besser wird. Plötzlich aufhört? Wie Sie beschreiben, hat ja auch Ihre Schwiegermutter einen Leidensdruck ("verzweifelt"). Was Sie beschreiben kann auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen sein - ist eine Demenz bereits früher diagnostiziert worden? Trinkt sie ausreichend?
    Hier im Forum können Sie eine Vielzahl unterschiedlicher Verläufe und Geschehnisse verfolgen und werden auch noch guten Rat bekommen. Meiner Meinung nach sollten Sie sich frühzeitig Gedanken machen über Vollmachten / rechtliche Vertretung und auch, wer Sie möglicherweise als Familie unterstützt in der Versorgung. Gerade in der "Sandwich-Position" mit Kindern die noch der Fürsorge bedürfen, ist es empfehlenswert so früh als möglich ein "Netzwerk" aufzubauen von Dritten, die Ihnen auch einmal etwas abnehmen und bei der Versorgung unterstützen (z.B. im Rahmen der Nachbarschaftshilfe / Alltagsbegleitung).

    Liegt ein Pflegegrad vor?

    Willkommen im Forum.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Teuteburger,


    Ich kenne es von nicht wenigen Stationen, die mittlerweile über elektronische Raumbeduftung verfügen, die in regelmäßigen Abständen Sprühstöße abgeben.
    Interessant.

    Danke für die Infos. Das war mir zugegebenermaßen bisher als Thema nicht präsent. (Den 1. Link kann ich nicht aufrufen (Seite nicht abrufbar).)

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Nicole2024,

    ich bin kein Mediziner und aus der Ferne sind Dinge häufig schwierig zu beurteilen. Ich finde beides gut: wenn Sie mit der behandelnden Hausärztin sprechen und auch, dass Sie darauf achten was die Lebensqualität Ihrer Frau Mutter beeinflusst, sprich ob eine Maßnahme / Therapieansatz den gewünschten Effekt hat bzw. ggfs. Begleiterscheinungen das wert sind.
    Ganz allgemein kann ich Ihnen "aus dem Ärmel" dazu nur sagen, dass Demenzerkrankungen mit einer erhöhten Krampfneigung assoziiert sind.
    Untersuchungen / Schätzungen variieren da aber sehr stark, sind abhängig von der vorbestehenden Demenz und vielen anderen Faktoren. Bei der Alzheimerkrankheit gibt es Zahlen (m.W.!) zwischen ca. 5 und 20% die im Verlauf Krampfanfälle erleben, bei der Levy-Body-Demenz soll die Krampfneigung noch höher liegen.
    Ob und ja welche medikamentöse Therapie angezeigt ist, ist wirklich Arztsache wie Sie ja selbst sagen. M.W. gilt das genannte Medikament als allgemein gut verträglich - aber "allgemein gut verträglich" hilft im Einzelfall eben nicht weiter. Das über Zeit aufdosiert wird ist auch erstmal normal, so weit ich weiß. Mehr dazu wird Ihnen die Ärztin bestimmt sagen können.

    Wichtig wäre noch, dass sich Krämpfe gerade im Alter und bei Demenz nicht sofort oder immer unbedingt so darstellen müssen, wie man das zu kennen glaubt (mit starken Zuckungen am Boden liegend etc....). Es kann das plötzliche Stocken / Verstummen mitten im Gespräch sein oder auch Stürze ohne erkennbaren Grund u.ähnl. . Der Krampf ist Ihnen ja aber nicht entgangen und in der Klinik war Ihre Frau Mutter auch.

    Ihnen und Ihrer Frau Mutter alles Gute.


    Es grüßt Sie

    Jochen Gust



    Hallo Cosima,


    die Möglichkeiten sich verbal zu verständigen können im Rahmen einer Demenz stark zurückgehen und das belastet natürlich.
    Sie haben bereits Tipps erhalten. Prinzipiell gehe ich so vor, dass ich vor dem Sprechen die Aufmerksamkeit meines Gegenübers (versuche) sicherzustellen. Faustregel: hat man die Augen, hat man die Aufmerksamkeit. Daher auch der Tipp, Augenhöhe herzustellen. Bei fortgeschrittener Demenz können und müssen Sie vermutlich auch mit einer sog. Initialberührung arbeiten. Das heißt, Körperkontakt z.B. am Arm / Hand herstellen und sicherstellen, dass Sie "die Augen bekommen", wenn möglich.
    Ich empfehle Ihnen auch bewusst inne zu halten und hinzufühlen, wenn Ihre Schwiegermutter spricht. Möglicherweise entdecken Sie in dem "sinnlosen Gerede" vielleicht doch, worum es geht, was Ihre Schwiegermutter beschäftigt bzw. sie auszudrücken versucht - sprechen Sie das an.
    Manchmal, wenn die Demenz entsprechend weit fortgeschritten ist und ich nicht das Gefühl habe, angesprochen zu werden aber dennoch der Redefluss konstant und unverständlich bleibt, verlege ich mich auch aufs Dabeibleiben und gelegentliche Signale, dass ich da bin und zuhöre.... .

    Im Wegweiser Demenz finden Sie einige hilfreiche Informationen zum Thema Kommunikation hier (Reiter "Wichtige Kommunikationsregeln").

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Gemeinsam finden wir vielleicht einen Weg, einheitlich mit dem Wahn der Mitbewohnerin umzugehen, denn einige Pflegekräfte finden die Situation lustig und befeuern den Wahn, andere versuchen (so wie ich) der Zimmerkameradin die Tatsache, dass meine Mutter nicht ihr Mann ist beizubiegen und wieder andere ignorieren die Sache einfach.

    Hallo Silly,


    das Gespräch würde ich auch suchen. Es ist eine Sache, nicht ständig korrigierend einzugreifen oder einwirken zu wollen. Das widerfährt Menschen mit Demenz zu anderen Gelegenheiten viel zu oft. Aber lustig oder gar antreibend finde ich wenig professionell seitens der Pflege. Ich habe eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was da läuft - weil selbst mehr als einmal erlebt und mitbekommen.

    Es ist sicher wertvoll, wenn Sie die Auswirkungen aus Ihrer Sicht ansprechen - und ruhig auch, was das mit Ihnen macht. Hinterfragen Sie, was an der Situation lustig sein soll oder zu welchem Zweck die Fehlüberzeugung seitens der Pflege befeuert wird. Vermutlich wird man das "erwischt" von sich weisen.... . Aber anschließend wacher dafür sein.

    Ihnen und allen Foren-TN ein gutes neues Jahr 2024.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo Schwiegertochter71 und allen Foristinnen und Foristen,


    den Weihnachtsgrüßen schließe ich mich an und wünsche Ihnen, hoffentlich auch Zeit für sich selbst und füreinander zu haben.
    Die "traditionellen" Weihnachtsdienste stehen für mich an, in diesem Jahr geprägt von vielen personellen Ausfällen vor Ort. Deswegen schließe ich mich der Empfehlung, vor Zusammenkünften einen Selbsttest in Sachen Corona zu machen, an.


    Kürzlich bin ich auf diesen Artikel gestoßen, der aufzeigt, dass immer weniger Angehörige vorhanden sind die Pflege und Betreuung übernehmen bzw. weniger vorhanden sein werden. Das zeigt nicht nur auf, vor welchen Problemen wir als Gesellschaft und speziell in der beruflichen Versorgung Pflegebedürftiger stehen. Es zeigt auch deutlich, wie unfassbar wertvoll Ihr Engagement ist. Man kann es gar nicht genug wertschätzen und Ihre Beiträge im Wegweiser legen Zeugnis darüber ab.


    Ihnen frohe, schöne Festtage.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Häusliche Pflege, da gibt es Menschen die kommen zum Spazierengehen und beschäftigen? Ist das vielleicht ein mögliches Angebot? Ich freue mich sehr, wenn nochmal jemand von euch erzählt, welche Angebote ihr nutzt. Ist für mich alles noch rechtes Neuland.

    Vielen lieben Dank!

    Hallo Miriam 77 ,


    ja, das gibt es. Sie finden etwas dazu hier (Abschnitt "Zeitweise Entlastung"). Neben den professionellen Diensten gibt es das auch im Rahmen der sogenannten Nachbarschaftshilfe (NBH). Diese ist in den Bundesländern allerdings unterschiedlich geregelt, dafür sehr niedrigschwellig. Fast alle Bundesländer haben dazu eine Regelung / Angebot. Eine Übersicht finden Sie z.B. beim Pflegedschungel.
    Zu diesen und weiteren Ansprüchen finden Sie kompetenten Rat auch im Forum "Gesetzliche Leistungen".

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Liebe Miriam 77 ,


    Sie haben hier ja bereits eine Menge hilfreicher Antworten bekommen. Ergänzend: Sie schrieben, dass der Tagespflegeversuch 5 bis 6 Monate her ist. In einem halben Jahr kann sich eine Menge ändern, auch was die Akzeptanz angeht seitens Ihres Herrn Vaters. Grundsätzlich hat die Tagespflege erstmal keine Möglichkeit, jemanden gegen seinen erklärten Willen festzuhalten. Wie hier bereits beschrieben, wird es immer darum gehen ihn zum Bleibenwollen oder zumindest Nichtweggehenwollen zu bewegen in der akuten Situation in der er etwas anderes beschließt. Gelingt das nicht oder "sprengt" das (der Aufwand) die Gruppe, funktioniert es nicht auf Dauer. Aber wie Herr Hamborg schon schrieb: es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass der Start "holprig" ist und es eine Eingewöhungszeit braucht. Das würde ggfs. auch ein Pflegeheim betreffen. Persönlich denke ich, dass man da nicht allzuschnell aufgeben sollten. Spricht etwas gegen einen neuen Versuch? Es ist ja einige Zeit vergangen.


    Kommt jemand zur Entlastungsbetreuung zu Ihren Eltern nach Hause? Oder gibt es eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz in Ihrer erreichbaren Nähe?

    Die regionalen Alzheimer Gesellschaften haben meist einen recht guten Überblick über das, was in einer Region geboten wird.

    Sie könnten auch einen Versuch machen, via Kurzzeitpflege Ihrer Mutter einmal Ruhe und Luft zu verschaffen - und vielleicht gemeinsam in Ruhe beraten, wie es weitergehen kann. Die Kurzzeitpflege / Verhinderungspflege könnte zugleich den Nutzen haben, eine Einrichtung überhaupt kennenzulernen und sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. Ggfs. gibt es auch andere, spezialisierte Wohnformen in Ihrer Umgebung? Vielleicht finden Sie einen passenden Kontakt über die Adressdatenbank des Wegweisers.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Wir haben heute früh ein Gespräch mit der Ärztin geführt und auch mit den Schwestern gesprochen. Mein Papa war seit gestern Abend fixiert - 9 Stunden lang. Es war ein furchtbarer Anblick heute morgen.

    Liebe Lore ,


    ich kann gut verstehen, dass der Anblick Ihres fixierten Vaters für Sie schlimm war. Hat man dem Flüssigkeitsmangel durch Infusion entgegengewirkt?
    Ich hoffe, zwischenzeitlich ist das gelöst und das Gespräch mit dem Sozialdienst hat sie weitergebracht bzw. wird es, falls es noch aussteht.

    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

    Hallo Lore ,


    willkommen im Forum. Es klingt, als habe Ihr Vater ein Delir erlitten bzw. ist vermutlich noch in diesem Zustand.

    Das Krankenhaus muss die Entlassung planen und die Weiterversorgung sicherstellen. Wenden Sie sich frühzeitig an den Krankenhaussozialdienst / das Entlassmanagement.
    Nach Krankenhausaufenthalten wird häufig Kurzzeitpflege genutzt, auch um Zeit zu gewinnen und abschätzen zu können, wie und ob die häusliche Pflege weiter organisiert werden kann. Kennen Sie eine Einrichtung, die in Frage käme?

    Klären müssen Sie sicher auch mit Ihrer Mutter, was für sie unter welchen Bedingungen (Pflegedienst, Entlastungsbetreuung etc.) leistbar ist. Wenn die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit erfolgen soll, wäre es auch nicht unwichtig zu schauen, ob es dafür weitere Hilfsmittel benötigt und ob und wie die Wohnung gestaltet werden kann, damit das erleichtert wird / gelingt. Sie finden dazu etwas unter Wohnraumgestaltung hier. Was sie benötigen, sollten Sie ebenfalls dem Krankenhaussozialdienst mitteilen, der sie auch dazu beraten wird.

    Fordern Sie in jedem Fall frühzeitig die Beratung durch das Entlassmanagement ein, auch um Klarheit zu gewinnen, was vom Krankenhaus organisiert wird und was an Ihnen "hängen bleibt".

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust

    Hallo Alex9990 ,


    das Betreuungsrecht kennt den Begriff "Einwilligungsvorbehalt". Allerdings ist fraglich bei den von Ihnen geschilderten Umständen, ob ein solcher eingerichtet würde im Rahmen einer Betreuung.

    Erfahrungsgemäß ist es ansonsten bei mir so, wie hier bereits geschildert wurde. Manchmal hilft Reden mit den Versandhäusern, manchmal nicht. Manchmal reicht das Mitteilen über Betreuung / Vollmacht bereits aus - manchmal nicht.

    Auch schon erlebt: Angehörige haben online eine abweichende Lieferadresse (zu sich selbst) eingerichtet, so dass die Pakete bei ihnen landeten und sie diese regelm. zurückschicken konnten. Mit Einverständnis des Betroffenen und ein bissle unter Vorwand auch schon erlebt, dass diese Vorgang über einen Postnachsendeantrag eingeleitet wurde. Auf diese Weise konnte der Betroffene stets weiter bestellen und fühlte sich nicht eingeschränkt, aber es entstand kein "Schaden" im weiteren Sinne. Es wurde geliefert - und dann ging es halt zurück.

    Es grüßt Sie

    Jochen Gust