Beiträge von svenjasachweh

    Hallo Zimt,

    wenn das Durstgefühl schwindet, helfen oft buntere und süßere Getränke. Wasser in einem Glas sehen viele einfach gar nicht, abgesehen mal davon, dass es nicht "lecker" schmeckt. Und zusätzlich zum Tipp alkoholfreies Bier: Mag Ihre Mutter warme Getränke lieber, steht sie vielleicht auf Suppen (Kann man als Essen verkaufen, ist letztlich aber Flüssigkeit)?

    Der beste Animator ist meist, wenn Sie oder die Pflegekräfte zusammen mit ihr ein Getränk zu sich nehmen. Probieren Sie mal aus, sich zu ihr zu setzen und, ohne das weiter zu kommentieren, selber genussvoll (hör- und sichtbar!) ein Getränk zu sich zu nehmen. Manchmal triggert das einen Nachahmungseffekt.

    Oftmals hilft auch, wenn andere die Gläser möglichst unauffällig wieder füllen...


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo in die Runde,

    das ist sicher eine schwierige und sehr individuell zu lösende Frage: Wie kann man als Angehörige/r erreichen, dass die Besuche für alle Beteiligten möglichst angenehm und speziell für Sie als Angehörige aushaltbar sind? Außer dem Wissen darüber, was die Erkrankten früher interessiert hat, ist vor allem wichtig, dass Sie bei dem, was auch immer Sie mitbringen, machen oder anbieten, einigermaßen wohl fühlen - dass Sie ausstrahlen, dass Sie in dem Moment wirklich nicht nur da sein, sondern sich genau mit dieser Sache beschäftigen möchten - deshalb fällt alles weg, was Ihnen individuell banal, peinlich, langweilig, gekünstelt etc. erscheint, oder wozu Sie sich zwingen müssten. Leider haben Menschen mit Demenz ja sehr feine Antennen dafür, wenn wir uns unwohl fühlen...

    Ich habe in den letzten 25 Jahren immer wieder beobachtet, dass es den Gesunden sehr, sehr schwer fällt, so ein Beisammensein ohne wirkliche Kommunikation, ohne Sprache auszuhalten, und deshalb aus eigener Not dazu neigen, die Betroffenen zuzutexten... während Menschen mit Demenz es sehr genießen können, einfach jemanden schweigend neben sich sitzen zu haben und unter Umständen noch seine Hand zu halten. Deshalb die Anregung: Gibt es irgendetwas, was Sie gemeinsam mit dem erkrankten Elternteil beobachten könnten - Tiere, kleine Kinder, Schrebergärtner, das Geschehen vor oder im Haus? Könnten Sie sich vorstellen, lustige Filme gemeinsam anzuschauen: Der Humor wird bei den meisten Menschen mit Demenz wieder sehr visuell, schadenfreudig und kindlich, deshalb mögen viele Filme aus der Stummfilmzeit wie "Die kleinen Strolche" oder "Dick und Doof". Manch einer lacht sich auch über die Pleiten, Pech und Pannen von "Mr. Bean" (der ja in der Regel komplett ohne Sprache auskommt) kaputt. Und wie wäre es, wenn Sie mit dem Smartphone kurze Videos/Grußbotschaften von anderen Angehörigen oder früheren Nachbarn, Freunden, Kollegen etc. aufzeichnen und die gemeinsam mit Ihren Eltern anschauen? Mit einem USB-Stick könnte man solche Filme ja auch auf manchen moderenen Fernsehgeräten vorführen (vonwegen der Größe und Sichtbarkeit des Bildschirms).

    Sie dürfen zwar derzeit noch nicht wieder miteinander singen, was extrem vielen Menschen mit Demenz große Freude bereitet - aber es hindert niemand Sie daran, gemeinsam Musik zu hören - gibt es einen Lieblingsschlager, oder die größten Hits einer Sängerin, die Sie mitbringen könnten? Dazu schunkeln, den Takt klatschen, "sitztanzen" gefällt ja auch vielen.

    Wenn direkte Berührungen eher abgelehnt werden, könnten Sie beispielsweise ausprobieren, ob die Damen ein Handbad mit anschließender Nagelpflege genießen könnten, und ob die Herren sich auf eine Igelball-Massage einlassen würden - und zwar nicht unbedingt sofort als Empfangende, sondern als Gebende: Sie könnten auf Ihre eigenen Schmerzen oder Verspannungen verweisen und fragen, ob er Ihnen kurz was Gutes tun kann.

    Wenn Ihre Eltern noch verbal erreichbar sind: Gibt es irgendetwas, worin Sie sich Rat und Hilfe suchen, oder wenigstes eine Meinung erfagen können - Handwerkliches, Gärtnerisches, Hausfrauliches, etc., wobei Ihnen Ihre Eltern früher geholfen oder Sie unterstützt haben? Können Sie einen Werbeprospekt mitbringen und sich modisch oder farblich beraten lassen, oder sich gemeinsam über die aktuelle Mode, Formen, Rocklängen austauschen? Vielen schmeichelt es auch in der fortgeschrittenen Demenz noch, als Experten für etwas wahrgenommen und angesprochen zu werden, und viele knüpfen gerne an diesen Teil der Elternrolle (anderen helfen, für sie sorgen) an.

    Und wenn nicht Grunderkrankungen bzw. Abhängigkeiten, Medikamente oder Adipositas dagegen sprechen: bei den allermeisten kommt große Freude auf, wenn Sie eine Leckerei mitbringen (wenn schon Besuche im hauseigenen Café vielleicht nicht mehr möglich sind). Vor allem Lieblingsspeisen oder Süßigkeiten aus der Kindheit (bei meiner Großmutter waren das beispielsweise solche Dinge wie Veilchenpastillen, Salmiakpastillen, Pfefferminzbruch) wecken oft Erinnerungen und führen dazu, dass die Erkrankten von selber etwas erzählen und kommunikativ etwas munterer werden. Meine Oma hat in ihren letzten Lebensmonaten auch sehr genossen, mit Besuch ein oder zwei Eierlikörchen zu nippen.

    Vielleicht könnte irgendwas davon auch Ihnen und Ihren Eltern gut tun? Ich hoffe es.


    Freundliche Grüße an alle

    S. Sachweh

    Hallo ecia25,


    die anderen, die Ihnen schon geantwortet haben, haben vollkommen Recht: ja , Menschen mit Demenz schaffen es auf rätselhafte Art und Weise, in solchen Testsituationen alles Mögliche an Defiziten elegant zu überspielen - und brechen dann oft nur wenige Minuten später völlig erschöpft zusammen.


    Normalerweise kann ein Mensch mit Demenz Ihnen eigene Hilflosigkeit nicht vorspielen, um mehr Zuwendung zu bekommen - dafür müsste er logisch und schlussfolgernd denken können, Pläne schmieden, Strategien entwickeln oder anwenden können, und das genau nimmt ihnen eine Demenz ja. Das bringen eher Menschen zustande, die eher depressiv als demenzkrank sind. Letztere behaupten fast durchgehend, alles selber zu können und keine Hilfe zu benötigen.


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Rose60,


    bei vielen Erkrankten ist eine weitestgehende Enthemmung Teil der Krankheit, eben auch im Lästern und öffentlichen und lautstarken Empören über andere. Sie haben vergessen, was sich gehört. Dazu kommt, dass auch das emotional gefärbte "Schimpfwort-Lexikon" im Kopf leider länger durchhält als das Wissen über die Bedeutung der normalen Wörter, bzw. der Zugang zu diesem sachlicheren oder neutraleren Wortschatz. Den Deckel über die Tabu-Wörter und schlimme Beleidigungen kriegen sie aber sinnbildlich gesprochen immer schlechter zu, da muss was raus, was sie sich an Frechheiten oder Unhöflichkeiten oder auch Gemeinheiten vielleicht ihr Leben lang verkneifen konnten - nur jetzt nicht mehr. Zudem macht ihnen das Verhalten von Menschen, die schon schlimmer betroffen sind als sie selbst, Angst, sie müssen sich davon abgrenzen, komme, was da wolle - schon aus der Angst heraus, selber später so zu werden... Will sagen, sie können ihre unfreundlichen Impulse nicht mehr steuern. Vielleicht macht es Ihnen das leichter, auch dieses Verhalten als Teil der Erkrankung zu sehen?


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Sohn83,

    wie gut ist denn das Zahlenverständnis Ihres Vaters noch? Oftmals ist zu beobachten, dass bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz das Wissen um den Wert von Geldscheinen verloren geht, und sie sich beispielsweise nicht wundern, wenn sie ein Pfund Kaffee mit einem Hunderter bezahlen und nur Münzgeld zurückbekommen. Entsprechend kommt es ihnen vor, ganz viel mehr Geld dabei zu haben (und somit angebotene Speisen und Getränke zahlen zu können), wenn sie statt eines Fünfzigers 10 5-er im Geldbeutel haben. Manche (die die Existenz des Euro als Währung bereits vergessen haben) geben sich auch mit DM-"Schlafmünzen" zufrieden. Wichtig ist vor allem Männern manchmal, auch einen Personalausweis und vor allem einen Führerschein im Portmonee zu tragen. Die Originale haben Sie ja sinnvollerweise schon sichergestellt. Aber vielleicht könnten Sie ihm diese Dokumente für die diversen Geldbörsen farbkopieren und laminieren? Nur so ein Gedanke...

    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Sohn83,

    das klingt doch wirklich sehr gut! Und kleinere Häuser sind wirklich für die meisten Menschen mit Demenz wegen der Übersichtlichkeit viel besser geeignet. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass es auch während der zwei Wochen "Probewohnen" bei dem guten Eindruck bleibt, und Ihr Vater sich dort wohlfühlt...


    Freundliche Grüße,

    S. Sachweh

    Hallo Sohn,

    ist Ihr Vater merklich lärmempfindlich? Dann würde ich von dem ersten Heim mit den erwartbaren Umbauarbeiten definitiv abraten. Ist er hingegen handwerklich bzw. an Baustellen interessiert, könnte es sein, dass er Lärm und Dreck als weniger störend wahrnimmt, als wir uns das vielleicht so vorstellen...

    ... nur so ein Gedanke!


    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie bald etwas Passendes finden.


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Hanne63,

    Aktivierung ist grundsätzlich gut, unter anderem aus all' den Gründen, die Sonnenblümchen aufgelistet hat. Zudem versucht man auch, die Menschen tagsüber zu beschäftigen, damit sie abends/nachts müder sind und die Auswirkungen der krankheitsbedingten Tag-/Nacht-Umkehrung weniger zu Buche schlagen. Aber Sie haben natürlich vollkommen Recht: Wenn jemand schon immer lieber seine Ruhe hatte, kann es für ihn letztlich eine Qual sein, immer wieder zu Gesellschaft und Aktivität genötigt zu werden - vor allem, wenn er/sie aufgrund seiner Schwerhörigkeit praktisch nichts vom Geschehen mitbekommt.

    Um entscheiden zu können, wie das im Falle Ihres Vaters ist, müsste man vor Ort beobachten, wie er konkret auf solche "Angebote" reagiert - und vor allem auch, was für einen Eindruck er in dem Moment macht, in dem er in einer Gruppe sitzt: Sieht er dann doch interessiert oder entspannt aus, oder wirkt er ausnahmslos überfordert und genervt? Beobachtet er das Geschehen, oder sinkt sein Kopf schnell auf die Brust? Versucht er, wegzulaufen, oder schimpft er vor sich hin? Oftmals lehnen Menschen mit Demenz nämlich sämtliche Aktivierungsangebote ab... manche, weil sie gar nicht verstehen, was ihnen vorgeschlagen wird, andere, weil sie Angst haben, sich in einer solche Situation zu blamieren - aber wenn sie einmal in der Gruppe sind, leben sie dann plötzlich doch auf und beteiligen sich. Wenn bei Ihrem Vater also Worte und Körpersprache sowohl im Vorfeld als auch während solcher Veranstaltungen nach wie vor signalisieren, dass er keine Lust dazu hat, und ihm das Angebot außer Stress und Überforderung absolut nichts bringt, sollten Sie im Heim darauf dringen, dass sein Charakter und sein Wunsch nach Ruhe respektiert wird.

    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Inkognita,

    ich rate unbedingt auch zum Einholen einer Zweitmeinung.

    Ein weiteres Argument für eine OP (wenn auch vielleicht besser nicht für die gleichzeitige "Versorgung" beider Augen) ist, dass das Gehirn umso schneller abbaut, je weniger "Input" es über die Sinne bekommt. Zudem entwickeln manche Betroffene auch immer mehr Ängste, und Unsicherheiten, je schlechter sie sehen und sich orientieren können. Wenn sie sich dann immer weniger bewegen, baut auch ihr Gleichgewichtssinn und die Muskulatur ab, was die bereits von anderen erwähnte Sturzgefahr erheblich erhöht.

    Wenn mein Vater einen ausgeprägten grauen Star UND eine mehr oder weniger fortgeschrittene Demenz hätte, würde ich ihm die Panik, aus der Narkose aufzuwachen und nichts zu sehen bzw. "Dunkelheit" zu erleben, definitiv ersparen wollen. Und mir und allen sonstigen Beteiligten, deren "Job" es dann, wäre, ihn von den verbotenen, gefährlichen Bewegungen oder Handlungen abzuhalten auch!

    Und ein naiver Gedanke (da ich keine Ärztin bin und nicht absehen kann, was man sich mit dieser Idee wiederum für Probleme einhandeln könnte): Um das "Drücken" zu verhindern, könnte man ja einfachheitshalber VOR einer OP ein "durchschlagendes" Abführmittel verabreichen...?


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Shorthair,

    manche Formen der Demenz, nämlich vaskuläre, verlaufen in der Tat in Schüben. Da kann es durch verschlossene oder geplatzte Gefäße im Gehirn von heute auf morgen zu massivem Abbau und Veränderungen von Verhalten und Fähigkeiten kommen. Wissen Sie, welche Form der Demenz bei Ihrer Mutter diagnostiziert wurde?

    Ihre Schilderungen lassen allerdings alternativ eine gesundheitliche Ursache für die plötzliche Veränderung Ihrer Mutter vermuten: Ist sie ärztlich untersucht worden? Oftmals sind tatsächlich Schmerzen (die der/die Betroffene oft nicht mehr selber deuten, oder benennen kann) oder beispielsweise Atemwegs- oder Harnwegsinfekte der Grund für Rückzugsverhalten und schnelles Überfordertsein. Wenn ein Infekt auszuschließen ist, probieren viele Mediziner aus, den Betroffenen leichte Schmerzmittel zu geben - und beobachten dann, ob die Situation sich normalisiert. Auch sollte man drauf schauen, ob erschwerend Probleme wie Unter- oder Überzuckerungen (Ist sie Diabetikerin?) sowie Austrocknung (Flüssigkeitsmangel) hinzukommen könnten. Es war ja tatsächlich recht heiß in vielen Gegenden Deutschlands in der letzten Woche...


    Ich wünsche Ihnen, dass sich die Ursache bald klären lässt!


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Inkognita,

    das kommt natürlich auch auf den Grad der Demenz an: Ist Ihr Vater ein pflichtbewusster Mensch? Dann könnten Sie damit argumentieren, dass der Doktor den Besuch der die Tagespflege wenn nicht angeordnet, so doch angeraten hat, um das Gehirn anzuregen und den Abbau etwas zu verlangsamen.

    Darüber hinaus: Was hat Ihr Vater früher beruflich gemacht? War/Ist er beispielsweise handwerklich geschickt, oder im Umgang mit Menschen? Ist er ein sozialer (wenn auch nicht unbedingt geselliger) Mensch? Manch einen kann man damit aufgeschlossener stimmen, dass man ihm versichert, seine Hilfe sei dort gefragt (Das muss man natürlich vor Ort abklären, ob er dann wirklich irgendwie als Helfer beschäftigt und entsprechend gebauchpinselt werden könnte). Sei es als "Mann", sei es als "Kümmerer" für die hilfsbedürftigen älteren Menschen (So hat z.B. eine Angehörige ihren demenziell erkrankten Mann, der früher Arzt war, dazu gebracht, die Tagesstätte zu akzeptieren...).

    Mag er (noch oder überhaupt) Ratespiele, die man gewinnen kann? Oft werden in Tagesstätten ja Fragespielchen mit Gedächtnistraining verbunden, und wenn sein Allgemeinwissen noch abrufbar ist, könnte er daraus Befriedigung ziehen, oder einen gewissen Ehrgeiz entwickeln. Wird dort vielleicht manchmal zusammen gekegelt oder Fußball angeschaut? Das wären etwa Reize für sportbegeisterte Männer.

    Oder ist Ihr Vater ein emotionaler Mensch, und funktioniert die Beziehung zu Ihrer Mutter gut? Dann könnten Sie emotional argumentieren: Sicher möchtest du doch auch deine Frau entlasten, und dass sie sich keine Sorgen machen muss, wenn sie Dinge alleine zu erledigen hat.


    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass irgendwas davon klappt!


    Freundliche Grüße,

    S. Sachweh

    Hallo Sohn,

    Teuteburger und Rose60 haben absolut Recht: Die Kompetenz eines Neurologen, der noch nie etwas davon gehört hat, dass Delir-Zustände sehr typisch für Menschen mit Demenz in der für sie oft traumatisierenden Krankenhaus-Situation sind, würde ich auch anzweifeln.

    Gibt es denn in Ihrer Umgebung eventuell eine Beratungsstelle, bei der Sie sich vielleicht erkundigen können, welche/r lokale Mediziner/in sich mit Demenz wirklich auskennt? Das würde Sie vielleicht vor einem weiteren Reinfall bewahren... Ich drücke Ihnen die Daumen!


    S. Sachweh

    Hallo FrankR,

    wenn Sie Ihre Schwiegermutter so lange wie möglich vor einer Unterbringung in einem Heim oder einer Demenz-WG bewahren wollen, müssen Sie sich sicher darauf einstellen, dass Sie und Ihre Frau immer mehr zu Animateuren und "Motivationstrainern" werden müssen, sowie zu Vorbildern oder Rollenmodellen, von denen sie abschauen kann, wie z.B. Nahrungsaufnahme geht: Menschen mit Demenz vergessen früher oder später das Essen und Trinken. Sie verlieren oft den eigenen Antrieb, sich zu bewegen, oder sich selber zu beschäftigen. Je weniger sie sich allerdings bewegen, desto schlechter funktioniert die Durchblutung (also letztlich auch das geschädigte Gehirn), desto schlechter wird die Lunge belüftet, Muskulatur und Gleichgewichtssinn bauen ab - was die Sturzgefahr erheblich erhöht. Deshalb ist es wichtig, beispielsweise das Laufen für Ihre Schwiegermutter attraktiv zu machen: Sie also nicht nur zum Spazieren aufzufordern, sondern (je nach ihren individuellen Vorlieben oder Interessen) einen Spaziergang zum nächsten Spielplatz oder Wildgehege, wo man Kinder/Tiere beobachten kann, oder als Endziel der Mühe ein Eiscafé oder ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte in Aussicht zu stellen. Überdies weckt mehr Bewegung auch den Appetit und erinnert die Erkrankte vielleicht auch ans Essen.

    Je öfter sie mangels Nahrung und Flüssigkeit unterzuckert und dehydriert ist, desto öfter können völlig verwirrte Phasen vorkommen, und desto schneller scheint, von außen betrachtet, der Abbau vonstatten zu gehen. Von daher wäre es gut, wenn Sie möglichst oft mit ihr essen würden und sie auch, etwa mittels Trinkritualen (Sprüche, Anstoßen, etc.), mehrmals am Tag zum Trinken animieren könnten. Oft ist der Widerstand viel geringer, wenn wir den Betroffenen nicht nur mahnend, besorgt oder gewissermaßen mit dem Zeigefinger drohend nahelegen, wie wichtig Flüssigkeit ist, sondern eben mit ihnen zusammen trinken und dies "feiern", ritualartig gestalten... und im Laufe der Zeit versuchen, herauszufinden, ob auch diese Person besser auf süße und bunte Getränke reagiert, wie viel Menschen mit Demenz.

    Und was die Geschichten Ihrer Schwiegermutter angeht, die Sie als verworren und "Quark" empfinden: In sehr vielen Fällen steckt hinter dem, was uns "gaga" erscheint, ein sinnvoller und sogar wahrer Beitrag zu einem Gesprächsthema - wir Gesunden merken es nur nicht sofort, weil die Erkrankten oft sprachliche Probleme haben und Wörter verwechseln oder Begriffe selber erfinden, wenn ihnen die passenden, "richtigen" Worte nicht einfallen. Mit etwas detektivischem Spürsinn kann man oft herausfinden, worüber der- oder diejenige spricht! Ich würde Ihnen sehr raten, sich einmal mit dem Thema Kommunikation mit Menschen mit Demenz zu befassen (Dazu gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Büchern und Infomaterialien, auch auf dem Wegweiser Demenz unter der Rubrik Alltagssituationen), wenn Sie ihr gerecht werden und den Kontakt nicht abbrechen lassen wollen.

    Wichtig und für Menschen mit Demenz entlastend ist auch, wenn wir die Verantwortung über ein Misslingen der Verständigung auf unsere Kappe nehmen (obwohl natürlich in vielen Fällen die Demenz verantwortlich dafür ist, dass man Äußerungen der Betroffenen nicht mehr inhaltlich verstehen kann) - also sagt, dass man heute leider eine lange Leitung hat, schwer von Kapee ist, ihn/sie leider nicht versteht, und entweder das Thema wechselt, oder tröstend auf einen späteren Zeitpunkt verweist. Versuchen Sie, neben all' dem, was Ihnen als unverständlich und fehlerhaft auffällt, auch die Anteile der Äußerungen Ihrer Schwiegermutter wahrzunehmen, die angemessen, richtig sind... und sich immer wieder vor Augen zu führen, dass die Erkrankten eigentlich mit bewundernswerter Tapferkeit und Kreativität trotz allem, was die Demenz ihnen nimmt, mit uns in Kontakt zu bleiben.

    Manchmal führt die Demenz auch dazu, dass sie Erlebnisse aus Vergangenheit und Gegenwart nicht mehr voneinander unterscheiden können, weil ihnen das Zeitgefühl abhanden kommt. Sie erzählen dann von Erlebnissen, die entweder nie, oder vor vielen Jahren passiert sind (oder passiert sein könnten), als wären sie gerade eben geschehen. Oder dass sie Personen verwechseln, oder von lang Verstorbenen sprechen, als hätten sie sie gerade eben noch auf der Straße getroffen. Sie schreiben ja, dass Ihnen ein würdervoller Umgang wichtig ist: Bitte korrigieren Sie Ihre Schwiegermutter in solchen Situationen nicht, sondern gehen Sie auf den emotionalen Gehalt des Erzählten ein: Lachen Sie mit, wenn das Gesagte offenbar lustig ist, trösten Sie, wenn Sie frustriert oder ärgerlich erscheint, und schimpfen Sie mit, wenn sie sich offenbar ärgert - auch, wenn Sie nicht so genau wissen, worüber sie inhaltlich redet.

    Und da Menschen mit Demenz Körpersprache erstaunlich sensibel wahrnehmen, ist es auch sinnvoll, sich ein Augenrollen oder Kopfschütteln in Situationen zu verkneifen, in denen Ihnen Gesagtes oder Getanes völlig verrückt vorkommt - das kriegen sie nämlich leider mit. ;)


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo Sohn83,

    ich kann den anderen nur zustimmen: Die vorwurfsvollen und unprofessionellen Reaktionen der Krankenhaus-Mitarbeiter machen einen fassungslos - als hätten die noch nie im Leben einen verwirrten Patienten versorgt, und als gebe es nicht einen Notfallplan, Delir-Patienten notfalls in eine Gerontopsychiatrie zu verlegen! Tragischerweise wäre Ihr Vater vielleicht halbwegs friedlich geblieben, hätten wir nicht die Corona-Problematik, und könnten Sie oder Ihre Schwester oder eine andere vertraute Person ihn im Krankenhaus begleiten. Viele Kliniken bieten in "normalen" Zeiten für demenziell erkrankte Patienten mittlerweile ein Konzept wie "Rooming-in" an, bei dem Angehörige zur Beruhigung des Erkrankten mitaufgenommen werden und auch dort übernachten - vergleichbar dem Umgang mit kranken Kindern.


    Um sich selber zu entlasten und die Betreuung noch eine Weile stemmen zu können, sollten Sie sich dringend erkundigen, welche Hilfen Ihnen zustehen, und wo/wie man wenigstens eine stundenweise 1:1 Betreuung organisieren kann - damit Sie arbeiten, und sich auch einmal erholen können.

    Grundsätzlich ist es super, dass Sie ihn zur Arbeit mitnehmen und ihm kleine Aufgaben geben - das ist in der Regel die beste Methode, um Menschen mit Demenz zufrieden zu stimmen und ihnen das Gefühl zu geben, dass ihr Leben noch einen Sinn hat. Ich drücke Ihne sehr die Daumen, dass das noch eine Weile gut funktioniert. Es ist aber wahrscheinlich, dass er dabei immer mehr Aufsicht und Betreuung braucht. Deshalb wäre die Frage, ob es auch in Ihrem ländlichen Raum eine Tagespflege gibt, in die Ihr Vater ein- oder mehrmals in der Woche gehen könnte?

    Zudem würde ich mich an Ihrer Stelle über Angebote zur Kurzzeit- oder Verhinderungspflege informieren lassen, damit Sie für zukünftige schwierige Situationen gleich einen Ansatz haben, wie man die abfedern kann.


    Und schließlich kann ich den anderen Beitragenden nur zustimmen: Ja, Sie haben Ihrem Vater versprochen, dass er nicht ins Heim muss, aber das kann und darf nicht bedeuten, dass Sie selber bis zum körperlichen oder seelischen Zusammenbruch versuchen, es bis zum Ende alleine zu schaffen - erstens haben auch Sie ein Recht auf Ihr eigenes Leben, und zweitens "färbt" Ihre zunehmende Erschöpfung und Verzweiflung auf Ihren Vater ab: Menschen mit Demenz haben unglaublich feine Antennen dafür, wenn wir genervt, ärgerlich, überfordert, ungeduldig sind - und sie spiegeln diese Gefühle und Befindlichkeiten dann, bzw. werden davon angesteckt. Unsere Angst, unsere Wut überträgt sich auf sie, und ihr Verhalten wird oft noch problematischer und unaushaltbarer für uns - sie laufen weg, reagieren aggressiv, etc. Will sagen: Wir helfen den Betroffenen manchmal mehr dadurch, dass wir uns selber schützen und Hilfe von außen annehmen. Und ein Rettungsanker ist irgendwann eben leider auch ein Heim, oder eine Demenz-WG. Schauen Sie sich also rechtzeitig um, was für Angebote es in Ihrer Region so gibt... Und trösten Sie sich mit der Feststellung, dass Ihr Vater wie nahezu alle Erkrankten ja auch in seiner eigenen Wohnung irgendwann durch die Krankheit kein Zuhause-Gefühl mehr haben wird und vielleicht durch die Kontakte und Anregungen sowie die im besten Fall professionelle Betreuung in einer Pflegeeinrichtung wieder aufblüht.


    ... und zuletzt ein ganz praktischer Tipp, mit Blick auf das Bidet-Malheur: Für Ihren Vater sieht das praktisch genauso aus wie eine Toilette. Um eine nochmalige Verwechslung auszuschließen: Könnten Sie das Ding "unsichtbar" machen oder gleich ganz abbauen? Zudem hilft vielen Erkrankten, das richtige "Örtchen" zu finden, wenn die Klobrille farblich deutlich abgesetzt ist von der weißen Sanitärkeramik.


    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie bald Wege zur Entlastung finden!

    Herzliche Grüße,

    S. Sachweh

    Hallo nochmal,

    Ihre letzte Frage sollten Sie am besten den Expertinnen hier im Forum "Gesetzliche Leistungen" stellen, oder eventuell auch bei der Pflegekasse nachfragen, die für Ihren Vater zuständig ist - damit kenne zumindest ich mich nicht wirklich aus.

    Alles, was Sie jetzt schildern, klingt wirklich eher nach einer Depression, und die kann man behandeln!

    Gäbe es eine Möglichkeit, einen Hund von Freunden oder Bekannten "gassi" zu führen, oder mit einen Hund aus dem Tierheim regelmäßig spazieren zu gehen - um Ihren Vater vom Sofa wegzulocken?


    Freundliche Grüße,

    S. Sachweh

    Hallo Havanna07,

    die von Ihnen beschriebene Aggression kann durch einen demenziellen Prozess, aber auch durch andere psychiatrische Erkrankungen ausgelöst sein. Letztere können bildgebende Verfahren wie das von Ihnen genannte MRT aber leider meines Wissens nicht abbilden.

    Falls Ihr Vater eine Demenz entwickelt, wäre es prinzipiell wichtig, die Schwerhörigkeit möglichst optimal zu therapieren (Ist er mit Hörgeräten versorgt, und wenn ja, sind die funktionsfähig, und sind sie gut eingestellt?) - denn je weniger akustische Reize das Gehirn zu verarbeiten hat, desto schneller baut es ab.

    Auch das bewegungslose Sitzen auf der Couch führt nicht nur zu einem Abbau von Muskeln, sondern schlimmstenfalls auch zu einer Minderdurchblutung des Gehirns. Könnten Sie oder jemand anders regelmäßig mit ihm Spaziergänge mit dem Rollator machen, um das Laufen zu trainieren, oder würde der Hausarzt ihm Physiotherapie verschreiben? Wenn er dadurch öfter für eine Weile aus dem Haus wäre, hätte auch Ihre Mutter für diese Zeitspanne Ruhe und könnte sich ein wenig von der Belastung erholen.

    Und wie sieht es mit dem Trinken aus, nimmt Ihr Vater nach Ihrer Einschätzung genügend Flüssigkeit zu sich? Auch das Austrocknen wirkt sich verstärkend auf demenzielle Symptome aus. Ich würde Ihnen also unbedingt raten, Ihren Vater nochmals neurologisch bzw. gerontopsychiatrisch abklären zu lassen, falls die von Ihnen genannten Untersuchungen schon Jahre zurücklegen, und nicht eben erst durchgeführt wurden. Und der Hausarzt sollte ihn auf akuten Vitaminmangel und Stoffwechselstörungen hin untersuchen (vielleicht unter dem Vorwand eines allgemeinen regelmäßigen Check-Ups) - auch das kann nämlich zu demenzähnlichen Symptomen führen.

    Was die Aggressionen und Beschuldigungen oder Vorwürfe angeht: Kommen die zu jeder Tages- oder Nachtzeit vor, oder eher gegen Abend? Letzteres wäre eher typisch für Menschen mit Demenz. Und was konkret hat Ihre Mutter in seinen Augen "verbrochen" (wenn das nicht zu persönlich ist, um es hier zu teilen)? Sieht er in Ihr eine andere Person, mit der er als junger Mann Ärger hatte...?

    Grundsätzlich wäre es wohl gut, wenn er regelmäßige Termine "außer Haus" hätte, um Ihre Mutter zu entlasten: Gibt es kein Hobby, oder Freunde, mit denen er sich regelmäßig treffen könnte? Eine Aufgabe, die ihm ermöglichen würde, sich als hilfreich und sein Leben als sinnvoll zu empfinden? Falls Ihr Vater mindestens die Pflegestufe 2 hat, könnten Sie sich zudem erkundigen, ob Ihrer Mutter eine Verhinderungspflege zusteht - also eine Auszeit, in der sich jemand anderes um Ihren Vater kümmert. Sollte er noch keinen Pflegegrad haben, wäre es sicher anzuraten, eine Einstufung bei der Pflegekasse zu beantragen...


    Ich wünsche Ihnen, dass Sie einen guten Weg finden, um Ihrer Mutter beizustehen!


    S. Sachweh

    Hallo vonDob,

    ergänzend zu den schon genannten wichtigen Aspekten könnten Sie, falls man Sie (wegen Corona) überhaupt ins Haus hinein lässt, darum bitten, eine Weile auf einem oder mehreren Wohnerbeichen verbringen und sich umsehen und umhören zu dürfen: Was für einen Eindruck macht das Personal auf Sie: Merkt man ihm Stress und Zeitnot an, oder haben sie eine gelassene, positive Ausstrahlung? Welchen Eindruck machen die Bewohner*innen auf Sie? Wie ansprechend sind die Räumlichkeiten eingerichtet? Könnte Ihre Mutter sich dort wohlfühlen? Wie können bzw. drüfen Sie das Zimmer mit eigenen Lieblingsmöbeln bestücken (falls Ihre Mutter etwa an einem Sessel o.ä. hängt und damit ein Zuhause-Gefühl verbindet)? Ist es dort düster und funzelig, was die Lichtverhältnisse angeht, oder schön hell? Riecht es "unauffällig", oder nach Urin (Das ist meist kein gutes Zeichen...)? Haben Menschen mit Demenz die Möglichkeit, selbstständig nach draußen in den Garten zu gehen...? Und fragen könnten Sie, wie man in den Häusern jeweils damit umgeht, wenn ein Mensch mit Demenz das Bedürfnis hat, sich mal "auszuklinken" und zurückzuziehen... wird ihm das zugestanden, oder ist er sozusagen verpflichtet, alle Angebote des Sozialen Dienstes in Anspruch zu nehmen und den ganzen Tag in einer großen Gruppe zu verbringen? Das tut nämlich vielen Erkrankten nicht gut, vor allem denen, die vor ihrer Erkrankung auch eher menschenscheu oder zurückgezogen gelebt haben - es stresst sie sehr und kann auch dazu führen, dass sie viel herum- oder weglaufen. Oder sogar anfangen zu schreien, weil sie ihr Gefühl von Reizüberflutung und Überforderung nicht anders äußern können...

    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie ein möglichst gutes Haus finden!

    Freundliche Grüße

    S. Sachweh

    Hallo hanne63,

    ich würde es auf jeden Fall ausprobieren, ihm die Stücke vorzuspielen oder besser noch vorzusingen! Mein Schwager wurde quasi taub geboren - er nimmt (lautere) Musik tatsächlich über die Schwingungen war (und hat Freude daran). Grundsätzlich sagen Musikwissenschaftler zudem, dass Menschen mit fortgeschrittenerer Demenz oft besser auf a cappella Musik reagieren, weil das geschädigte Gehirn (mal ganz unabhängig von dem Problem Alterssschwerhörigkeit) nur noch das dominanteste Instrument (beispielsweise ein Bass oder Schlagzeug) verarbeitet, wenn eine Begleitung mit Instrumenten zu hören ist - im schlimmsten Fall "hören" sie von einem flotten Schlager oder Volkslied nur den Beat, und der kann sie im dümmsten Fall ähnlich stressen wie ein Presslufthammer. Von daher würde ich vermuten, dass Ihr Vater von einem reinen Gesangsvortrag am meisten hätte. Ob ihm die Noten als Stütze helfen, müsste man ausprobieren... die Krankheit nimmt den Betroffenen ja leider früher oder später auch die Fähigkeit, mit Verstand zu lesen, und das trifft vermutlich nicht nur auf Schrift, sondern auch auf Notensysteme zu.

    Musik ist die Schnellstraße zum Herzen von Menschen mit Demenz, denn die Bereiche des Gehirns, die für die Wahrnehmung von Musik zuständig sind, sind auch eng mit den Emotionen und emotionalen Erinnerungen verknüpft. Deshalb vermute ich, dass Ihr Vater positiv angerührt reagieren wird, ihre gute Absicht erkennt - selbst, wenn es akustisch kein Genuss mehr für ihn ist.


    Ich drücke Ihnen fest die Daumen, dass es gelingt...


    S. Sachweh

    Hallo hanne63,


    vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich bin sehr froh, dass der Versuch grundsätzlich geglückt ist und Ihre Mutter so interessiert und lebendig darauf reagiert hat!

    Sicher war es jenseits der Tatsache, dass die Katze sehr lebensecht wirkt, sehr gut, dass Sie Ihrer Mutter gesagt haben, so ein (Kuschel-)Tier hätten Sie später auch gerne zum Trösten und Beruhigen... und dass sie jederzeit wieder verschwinden kann, wenn sie ihr Empfinden stört.


    Ich wünsche Ihnen noch viele ähnliche "kuschelige" Erfahrungen... :)

    ... und allen anderen Angehörigen den Mut und die Mittel, tierlieben Erkrankten ein ähnliches Angebot zu machen!

    S. Sachweh

    Hallo Verzweifelte Tochter,

    manche Menschen mit Demenz haben wie Babys das Problem, dass sie alle Dinge (KLeidungsstücke, Wertgegenstände...) für nicht mehr vorhanden halten, die sie nicht sehen können... deswegen haben sie große Probleme mit geschlossenen, blickdichten Schranktüren und entwickeln Verlustängste bzw. sogar einen Bestehlungs- oder Verarmungswahn. Hängt man die Türen aber aus, oder gestaltet sie "durchsichtig", dann beruhigen sie sich. Vielleicht wäre es (auch zum Schutz Ihrer Mutter) einen Versuch wert, die Schranktüren für eine Weile zu entfernen?

    Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie bald eine akzeptable Lösung finden...


    Freundliche Grüße

    S. Sachweh