Beiträge von Meggie

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    Liebe Annemarie, ich verfolge nun schon die ganze Zeit Ihre Mitteilungen und muss sagen, dass es sich im Falle meiner Mutter ähnlich verhält. Ich habe Ihnen ja bereits zu Beginn einen Kommentar hierzu gesendet. In dem Fall Ihrer Mutter wundert es mich wirklich auch, dass sie nicht mehr selbst bestimmt in Ihrer Wohnung bleiben darf! Als meine Mutter wegen Ihrer Knie-OP im Krankenhaus war, meinten die Ärzte auch, sie könne nicht mehr alleine leben. Aber wie kann jemand, der meine Mutter nicht kennt, auch wenn es ein Arzt ist, so etwas feststellen? In ihrer häuslichen, gewohnten Umgebung ist meine Mutter noch sehr strukturiert. Sie lebt in ihrem eigenen Haus alleine, und alles ist sauber und tiptop in Ordnung. Sie ist sogar noch fähig, die Fenster zu putzen. Nur der Garten ist vernachlässigt. Aber das liegt auch nur daran, dass sie sehr schlecht gehen kann, da das andere Knie und die Hüfte noch operiert werden müssten. Sie hat deshalb auch sehr oft Schmerzen, obwohl sie täglich 5 Schmerztabletten nehmen muss! Sie bekommt 3 x in der Woche Essen auf Rädern, was jeweils für 2 Tage reicht. Wenn nicht, kann sie sich noch selbst versorgen (einfache Gerichte). Sie schaltet auch die Herdplatten rechtzeitig aus, weil sie auch früher schon die Herdplatten ein paar Minuten vorher ausgeschaltet hat, um die Restwärme zu nutzen und Energie zu sparen. Das ist so in ihr drin, dass man sich da keine Sorgen machen muss. Wenn man meine Mutter in ihrem heutigen Zustand in ein Pflegeheim geben würde, hieße das, dass sie keinerlei Aufgaben mehr für sich sehen würde. Sie wäre orientierungslos und die vielen fremden Menschen würden sie erschrecken. Sie würde den ganzen Tag über nur herumsitzen oder -liegen, weil sie es nicht einsehen würde, irgendwelche Spielchen mitzumachen. Ich selbst bin Gedächtnistrainerin und weiß, wie schwierig es ist, sie zu einigen kleinen Aufgaben in Sachen Training für den Kopf zu ermutigen. Den älteren Menschen kann man mit Freizeitbeschäftigung nur ganz schwer beikommen, das ist meine Erfahrung. Was für Aufgaben hätte sie denn dann in einem Pflegeheim? Keine! Sie würde ganz schnell richtig senil werden und an gar nichts mehr teilhaben. Der körperliche und geistige Verfall wäre doch vorprogrammiert!!! Also ich bin da ganz bei Ihnen: so lange wie möglich in den eigenen 4 Wänden lassen, wo sie sich auskennt und noch etwas zu tun hat! Und im Falle Ihrer Mutter ist es meiner Meinung nach noch sehr gut möglich. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie sich da durchsetzen können.

    Liebe Annemarie, ich habe ein ähnliches Problem mit meiner Mutter! Sie lebt auch alleine in ihrem Haus und verweigert alles, was ihren Geldbeutel angreifen könnte. Allerdings bin ich sehr froh, dass sie akzeptiert, dass morgens und abends der Pflegedienst kommt, um Ihr beim An- und Ausziehen der Stützstrümpfe hilft, die sie nach einer Knieoperation benötigt. So weiß ich, dass es ihr gut geht, wenn sich niemand bei mir meldet. Ich habe 4 Geschwister, von denen 2 Brüder sie gerne ins Pflegeheim stecken würden. Sie hat dort auch eine Nacht verbracht, anschließend ihre Koffer gepackt und gemeint, wenn sie dort noch einen Tag länger bleiben müsste, würde sie "genau so blöd werden wie die anderen alten Leute dort.". Also habe ich sie wieder mit nach Hause genommen. Meine Brüder sind jetzt so sauer, dass unser Verhätlnis total gestört ist. Um meine Mutter kümmern sie sich auch nur noch, wenn es nicht anders geht. Die beiden anderen Geschwister wohnen etwas weiter weg und sind schon deshalb keine Hilfe für mich. Ich selbst bin berufstätig und kümmere mich, so gut es geht, um meine Mutter. Gut, dass ich nur ein parr Minuten von ihr weg wohne! Wie gesagt, sie möchte auch keine Hilfe in Anspruch nehmen, die etwas kostet, obwohl sie Pflegestufe 1 hat, und man ja einiges damit abdecken könnte. Ich werde nächste Woche mal im Freiwilligenzentrum unserer Kleinstadt anrufen. Vielleicht kann ich organisieren, dass ab und zu mal jemand zu ihr geht, um sie zu unterhalten. Das wäre schon sehr viel wert! Vielleicht versuchen sie das auch mal. Es könnte eventuell auch helfen, wenn man es ihr so "verkaufen" würde, dass es dafür eine gesetzliche Vorschrift gibt. So etwas zieht bei den älteren Menschen meistens.

    Meine Mutter ist seit fast einem Jahr an Demenz erkrankt. In der ersten Zeit hatte sie öfters Halluzinationen. Deshalb wurde auch ihr Medikament (Axura) abgesetzt. Nun geben wir ihr Ginkobil, was leider aus der eigenen Tasche bezahlt werden muss. Die Halluzinationen (Teufel vor dem Fenster usw.) sind seither nicht mehr aufgetreten. Aber in letzter Zeit hat sie immer öfter Wahnvorstellungen. Sie bildet sich z.B. ein, dass man ihr das Essen vergiftet hat und weigert sich dann natürlich auch, zu essen. Oder sie bildet sich ein, dass wir, ihre Kinder, ihr das Haus wegnehmen möchten, in dem sie immer noch mit 82 Jahren alleine lebt. Wie erleben andere Angehörige solche Situationen, und wie gehen Sie damit um? Gibt es irgend ein Medikament, das man auf Kassenrezept bekommt, ohne solch gravierende Nebenwirkungen wie Halluzinationen?