Beiträge von martinhamborg

    Hallo in die Runde, nun bin ich wieder aus dem Urlaub zurück und konnte mit stabilen Internet so viel wertschätzende Anteilnahme und Mitgefühl zu lesen. Natürlich gibt es auch ein Leben außerhalb der Demenz und den Pflegebelastungen und es hilft, diese Probleme auszusprechen und damit auch ein wenig los-zu-werden, weil andere hier anteilnehmend mittragen und beistehen. Dabei wird auch deutlich, dass es oft so komplex sind, sodass hier niemand eine Lösung durch den perfekten Rat erwartet. Schwarzerkater, Sie haben es so pränant geschrieben, es hilft beim ERtragen.


    Wie sehr in der nächsten Zeit die Verschwörungsgedanken (bis hin zum echten Wahn - als irreale, unbeeinflussbare Gedankenkonstrukte mit Krankheitswert) in die Krankenhäuser, Arztpraxen und Heime schwappen und die gesellschaftliche Klima verändern ist schwer vorauszusagen. Deshalb schließe ich mich den Plädoyers für Rücksicht, Vorsicht und Vernunft an.


    Gefreut habe ich mich über die "Knöpfe", die Sie, Sohn83 "stillgelegt haben". Es ist ein wunderbares Bild, um den alten und gut gelernten Verhaltensmustern immer weniger Raum zu geben. Dabei muss ich an das Wort der "filialen Reife" denken, die zu einer echten Entwicklungsaufgabe für alle so erwachsene Kinder werden kann.

    Ihnen allen wünsche ich viel Kraft, gesunden Abstand und weitere neue Erkenntnisse, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Sonnenblümchen, Danke für die Differenzierung, Sie haben Recht, in einem großen unpersönlichem Heim sind vielleicht keine so vertrauensvollen Beziehungen gewachsen, in denen sich Mitarbeiter*innen und Angehörige über die Impfnebenwirkungen ausgetauscht und in 1 1/2 Jahren Corona viel gemeinsam durchgemacht haben. An diesem Vertrauensprinzip möchte ich gern so lange es geht festhalten, bis mit der vierten Welle die neuen Einschränkungen auf uns zu kommen.


    Die Einrichtungen sind weitgehend autonom, ob sie nach einer gründlichen Risikoabwägung strengere Regeln umsetzen. Unter diesem Gedanken läge es nahe, bei der Leitung nachzufragen, ob der aktuelle Umgang Ausdruck von Vertrauen zu den Angehörigen ist oder eines nach dem Motto "Es wird schon gut gehen".

    In den ersten Einrichtungen starten schon die Drittimpfungen und damit noch mehr zu erwartender Schutz, da sollten die Freiheitsrechte vielleicht noch nicht gleich präventiv eingeschränkt werden.

    Oder, was meinen Sie?

    Ihr Martin Hamborg

    Hallo Frase, Ihre Erkenntnis möchte ich gern noch einmal herausstellen: Es kann sehr hilfreich sein, den "Eindruck des letzten Besuches im Kopf zu löschen". Je offener und unbelasteter wir uns auf den geliebten Menschen mit Demenz einstellen, um so besser. Auch wenn es so schwer fällt, diese Krankheit und ihre Folgen anzunehmen!

    Gerüche haben tatsächlich einen direkteren Zugang in das Gehirn und lösen lange noch bestimmte Emotionen aus. Aber so wie ich es lese, haben Sie gute Ideen, mit denen Sie immer wieder neu den Zugang bei allen Veränderungen suchen.

    Alles Gute Ihr Martin Hamborg

    Hallo ecosia, auch von meiner Seite noch einige Gedanken zu Ihren Erfahrungen mit der Begutachtung. Tatsächlich erleben wir immer wieder, dass Pflegebedürftige bei Anwesenheit der Angehörigen in der Stimmung und den Fähigkeiten zusammenbrechen und das ganze Verhalten ein riesengroßer Appell ist: Kümmere Dich! Das ist kein Symptom der Demenz, aber es hält sich manchmal stabil auch mit zunehmender Vergesslichkeit. In der Begutachtung kommt das menschliche Gefühl dazu, gut dastehen zu wollen und Fremden nicht die eigenen Probleme zu zeigen.


    Durch den Abstand können Sie eigentlich nur abwarten und den Kümmerern vor Ort vertrauen.

    Sie schreiben, dass auch regelmäßig jemand von einem Pflegedienst kommt. Diese Person oder die PDL des Dienstes wird eine realistische Einschätzung haben und Sie, d.h. Ihre Mutter ggf. in einem Widerspruch unterstützen. Im Gegensatz zu einer telefonischen Begutachtung sind im Hausbesuch noch viele andere Faktoren für die Gutachter*innen wahrnehmbar, aber auch da wiegt das Überspielen und Bagatellisieren oft genug stärker als der Hinweis der Angehörigen, die deutlich an der Belastungsgrenze sind.


    Ein Widerspruch ist deshalb aus meiner Sicht besonders wichtig. Bitte bedenken Sie , dass eine ärztliche Einschätzung oft nicht hilfreich ist, weil - so wie ich schon geschrieben habe: Es kommt

    auf den konkreten Hilfebedarf an, der zur SIcherstellung der verbliebenen Restfähigkeiten nötig ist. Die Diagnosen sagen dazu nichts aus!

    Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Hanne, über Ihre Erfahrungen habe ich länger nachgedacht und möchte zu den einzelnen Aspekten etwas schreiben:


    1. Die Coronabesuchsregeln werden sich mit der vierten Welle bestimmt wieder einspielen und die Einrichtungen werden die Vorgaben des Landes umsezten müssen. Ich finde ein pragmatisches Vorgehen sinnvoll, denn müssen Mitarbeiter*innen Angehörige kontrollieren, wenn sie wissen und dokumentiert haben, wer geimpft ist? Die kümmernden Angehörigen sind ja nach der schweren gemeinsamen Zeit bekannt.


    2. Je mehr die Demenz zunimmt, desto eher wird ein langer Besuch zur Überforderung. Vielleicht ist es eine Möglichkeit, wenn Sie Ihre Eltern an einem Tag zweimal kürzer besuchen. Ich bin gespannt, ob der zweite Besuch dann anders ist. Diesen "Trick" empfehle ich übrigens auch Mitarbeiter*innen, wenn Angst oder Schmerzen hinter einer Abwehr der Versorgung stehen. Den zweiten Aspekt hat Ihr Vater auf den Punkt gebracht: Welche Erwartungen haben Sie selbst bei den Besuchen. Oft empfehle ich Angehörigen gemeinsam etwas Schönes zu tun, Musik zu hören, etwas vorlesen und nicht die Kraft in Anforderungen, tiefe Gespräch, Gedächtnistraining oder Ausfragen zu legen. Es kann zu sehr innigen gegenseitigen Erleben kommen, wenn Sie einfach nur zusammen sind.


    3. Bei Ihrem Vater suchen Sie nach Verständnis und Teuteberger hat schon das geschrieben, an das ich auch dachte. Wenn unklare oder provozierende Formulierungen zum Thema Tod und Sterben kommen, verstehe ich sie oft als "Nebelkerze" nach dem Motto: Ist meine Tochter bereit, mit mir über das Thema zu sprechen oder meine Gedanken dazu auszuhalten? Ich würde dann eher allgemein fragen, ob er häufiger an das Sterben denken würde.


    4. Bei Ihrer Mutter ist alles durch die Halluzinationen und mögliches diffuses Wahnerleben bestimmt. Psychotisches Erleben ist bei der Demenz häufig, aber aus meiner Erfahrungen gibt es oft auslösende oder verstärkende Faktoren, besonders oft bei einer Schilddrüsen oder Parkinsonmedikation.


    Ich suche dann nach der "Symbolsprache der Verwirrtheit" und versuche das "verrückte" aber als echt wahrgenommene innere Erleben zu verstehen, ohne es zu bestätigen. Ich lege die Worte sozusagen anders auf die "Goldwage", suche nach der geheimen Botschaft , den versteckten Bedürfnissen und weniger nach der Beziehungsaussage. Können Sie dem folgen und bekommen Sie eine Idee, wie Sie Ihrer Mutter begegnen können?


    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, wenn Sie Ihre Eltern jetzt neu kennenlernen, Ihr Martin Hamborg

    Hallo in die Runde, danke Hanne für Ihre Vorwarnung zu dem hohen bürokratischen Aufwand. Meine Befürchtung ist, dass zu viel Papier das Vertrauen in die Impfung verringert.


    Ob und inwieweit wichtige Spurenelemente wie Selen und Zink einen direkten Einfluss auf den Coronal-Impfschutz haben, kann ich nach einer kleinen Recherche nicht bestätigen.

    Aber das Thema Ernährung im Heim ist nach wie vor problematisch, da der kalkulierte und verhandelte "Rohverpflegungssatz" oft so niedrig ist, dass eine gesunde Ernährung ein Kunststück ist. Da die Verhandlungen regional geführt werden, wäre das ein schönes Thema für Seniorenbeiräte und Verbraucherzentralen.

    Ihr Martin Hamborg

    Hallo Schwarzerkater, Ihr Plädoyer für die richtigen und notwendigen Grenzen möchte ich gern bestätigen. Bedenken Sie dabei, dass Sie das BestMÖGLICHE nur dann schaffen, wenn Sie auch sich selbst "pflegen" und fürsorglich sind?


    Hallo Gobis, über Ihre Aussage in dem Chaos "Wut, ich arbeitet dran" musste ich schmunzeln. So wie Sie schreiben, gibt es viele gute Gründe, sich zu ärgern und wenn dann einige der Sammelleidenschaftsobjekte durch die Gegend fliegen, weil der Ärger zur Wut wird, dann kann das gut und und es schadet das niemandem oder?

    Ihnen beiden viel Kraft und alles Gute in die Runde, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Zebulon, dank Ihnen für das große Vertrauen und die Offenheit. Wissen Sie, dass in Ihren Zeilen ganz viel Klarheit und innere Stärke steckt?


    Auf der anderen Seite scheint es schier aussichtslos und da kann ich mich der Anteilnahme hier in unserem Kreis nur anschließen.


    Den Suzid Ihrer Großmutter liest sich wie ein klassischer "Bilanzsuizid", bei dem nicht eine Depression im Vordergrund steht. Auch das macht es den Hinterbliebenen gefühlsmäßig nicht viel einfacher, aber wir können der Trauer eine sinnvolle Erklärung geben. Die öffentliche Meinung hat sich diesbezüglich bin hin in das oberster Gericht verändert. Ich persönlich werde alles tun, um den Menschen in ihrem Lebenswillen zu unterstützen, denn eigenlich will er oder sie sich das Leben "nehmen" und nicht verlieren. Dies klappt ganz oft, aber nicht immer, manchmal ist das Leid, der Druck oder die Depression stärker und dann werde ich voll und ganz diese letzte Entscheidung respektieren.


    Die Depression Ihres Vaters ist leider nicht gut behandelbar, das wird sich vermutlich auch nicht ändern, wenn Sie das Haus umbauen und dort einziehen.


    Ihre Stärke für Ihren Vater liegt auf eine anderen Ebene, wenn Sie sich dafür therapeutische Unterstützung finden, würde mich das sehr freuen. Wir können hier Anregungen und Beistand geben, aber diese vielschichtigen Themen sind kaum allein lösbar, es sind einfach viel zu viele Aspekte zu bedenken. Vielleicht können Sie mit einigen meiner Gedanken etwas anfangen.


    Es freut mich, dass Sie zum alten Familiengeheimnis eine gute Position gefunden haben und Ihr Versprechen und Ihre Verschwiegenheit auf dieses eine mal begrenzen. Wenn Ihre Mutter diese Verletzungen jetzt zunehmend vergisst, können Sie auch - so wie Hanne so schön schreibt - das Loslassen und Verzeihen üben. Damit bekommen Sie neue Kraft. Vielleicht ist es schon ein guter Schritt, wenn Sie jetzt vieles von den persönlichen Gedanken symobisch loslassen, indem Sie Passagen hier löschen. Ihre Idee finde ich da sehr gut!


    Ihre Eltern brauchen Sie, darin besteht kein Zweifel. Aber wo und was brauchen Sie von Ihren Eltern? Zwischen den Zeilen gelesen, kommen mir da viele Vermutungen. Mit zunehmender Demenz werden Sie Ihre Mutter neu kennenlernen und in die alten guten Erinnerungen eintauchen.


    Mit Ihrem Vater ist es schwieriger. Da wünsche ich Ihnen viel Klarheit in den notwendigen "Aushandlungen" - wir könnten sagen, den professionell notwendigen Streit, um die Macht der Depresssion zu begrenzen.

    Das Beispiel mit der Überweisungen an Ihren Bruder zeigt, wie erfolgreich Sie damit schon sind. Ihr Vater konnte so erleben, dass sein Sohn ihn braucht, ein kleines Bollwerk gegen die Sinnlosigkeitsspirale seiner Depression.


    Und wo können Sie ein Vorbild sein, seine Hilfe anzunehmen? Können Sie es zulassen, dass er großzügig zu Ihnen ist?

    Ich kann mir vorstellen, dass es ihm dann auch leichter fällt, seiner Tochter zu glauben, dass Sie seine Schuld an ihrem Unfall verziehen hat. Trotzdem werden Sie es ihm wahrscheinlich immer wieder sagen ... Würde er sich unter dieser Bedingung auf mehr Hilfe einlassen? Würde er die Hilfe erstmal nur für seine Frau zulassen können, weil es immer wieder diese "Aushandlungen" gibt?

    Was können Sie Schönes zusammen plannen und erleben?


    Sie wissen, dass viele hier im Forum die Erfahrung gemacht haben, dass es manchmal notwendig ist, pathogene Strukturen zu verändern. Vielleicht können Sie folgendes Gedankenexperiment machen: Sie stellen sich den PlanB vor ... wie Ihre Mutter glücklich im Heim ist und Ihr Vater, Ihr Bruder und Sie eine gute Form gefunden hat, damit umzugehen ...

    Vielleicht kommen Ihnen danach Ideen, wie das gelingen könnte. Möglicherweise helfen diese Ideen sogar, dass es mit beiden zuhause besser klappt - ?


    Das Wichtigste ist, machen Sie weiter so, Sie haben schon ganz viel geschafft! Ihr Martin Hamborg

    Hallo KoDo, schön, dass Sie wieder ein "update" geben, auch wenn der Anlass traurig ist.


    Nehmen Ihre Eltern die Situation Ihres Bruders wahr oder drehen sich beide so sehr um sich selbst, dass das alles nicht mehr durchdringt?


    Es freut mich, dass Sie keinen Zweifel zulassen, dass die begonnene ambulante Pflege richtig ist, das ist die beste Voraussetzung für den Erfolg.


    Ein schwieriges Thema muss ich doch aufgreifen: Gibt es ernsthafte Sorgen, dass sich Ihre Eltern etwas antun?

    Oft ist es ein Hilferuf und Sie haben ein Argument mehr, dass Hilfe notwendig ist. Manchmal fühlt es sich wie ein hilfloser Erpressungsversuch an.


    In meinen Gesprächen nehme ich diese Aussagen immer sehr ernst. Wir wissen, dass in kritischen Lebensereignissen im Alter Suizidversuche häufiger sind und sich viele darüber Gedanken machen. Für mich ist immer eine wichtige Frage: "Was hält sie davon ab, was gibt Ihnen Kraft weiterzuleben?"


    Eine der häufigsten Botschaften ist: "Für mich wäre der Freitod eine Möglichkeit, aber ich würde es nie meinen Kindern antun. Ich weiß ja, dass sie damit nie glücklich werden können." Und damit sind wir wieder bei dem Perspektivenwechsel, ob das durchdringt, was mit Ihnen, den Kindern ist.


    Ganz tief im Inneren wissen alle Eltern, dass Sie auch für Ihre Kinder da sein müssen, wenn es ihnen selbst nicht gut geht und die Kinder sie unterstützen - egal wie sehr dieser 100tausende Jahre alte Familienvertrag durch Verleugnung, Krankheit oder Persönlichkeitsveränderungen überlagert ist.


    Ich hoffe, diese Gedanken helfen Ihnen, dass Sie stark bleiben können und die Sonne genießen! Ihr Martin Hamborg

    Hallo Sohn83, schade, dass es mit der Kurzzeitpflege nicht geklappt hat, eben habe ich ja noch einige Gedanken beigesteuert, in der Hoffnung, dass es klappen könnte. Es freut mich, wie gelassen Sie darauf reagieren. Ich sehe noch drei Aspekte, wie Sie Ihre innere Grenzen stärken können:


    - Sie haben den PlanB, Sie haben eine gute Einrichtung gefunden und Sie wissen, es kann klappen!

    - Sie haben erlebt, dass sich Ihr Vater schnell wieder erholen kann, sodass nicht alles "so heiß gegessen werden muss"

    - Sie haben den eisernen Willen und die unbedingte Selbstbestimmung Ihres Vaters immer und immer wieder erlebt und ausgehalten. Das können Sie wertschätzen und entlastet Sie definitiv in Ihrer Verantwortung!


    In diesem Sinne, bleiben Sie gelassen, wenn es irgend geht, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Sohn83, es ist eine absolut anstrengende Situation und wenn es irgend geht, halten Sie die Debatten kurz und lenken Sie eher durch den Spaziergang ab. Sie wissen ja, Trost geht immer: so ein Wechsel in ein Heim ist traurig und darf ärgerlich machen.


    Manchmal helfen auch kurze sachliche Argumente, z.B. "soetwas wir neulich, als wir plötzlich einen Notarzt rufen mussten können wir zuhause nicht - diese Verantwortung können wir nicht tragen". Solche Erkenntnisse können sie wiederholen, Sie brauchen nicht 100 Neue!


    Sehr schön war die Intervention der Pflegekraft, die (validierend) an das Pflichtgefühl und die Vertragserfüllung appelliert hat.

    In jedem Fall wünsche ich Ihnen ganz starke Nerven, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Vigles, spontan fällt mir ein "Markt mischt sich ein". Um eine bürokratische Willkür auszuschließen braucht es neben dem Anwalt auch die kritische Öffentlichkeit, die Verbraucherzentrale oder Instanzen wie die Pflegeombudspersonen.


    Vor der Wahl sind auch Politiker offener, um diese Erfahrungen in die weitere Arbeit mitzunehmen. Häufiger habe ich schon miterleben dürfen, wie sehr solche Schlüsselerlebnisse politisch motivieren können .

    Wir hatten mal alle Bundestagsbewerber der Partein eingeladen, Zeit zu schenken. Alle haben eine Frühschicht begonnen und einige ganz mitgelaufen. Allen mussten wir das Handy entziehen. Ich glaube für alle war es ein unvergessenes Erlebnis - und in Ihrer Odysse steckt auch eine Menge Lernerfahrung für Menschen in der Verantwortung...

    Ihnen viel Erfolg!! Ihr Martin Hamborg

    Hallo in die Runde, den vielen guten Tipps möchte ich nur noch hinzufügen, dass es Pflegegutachter*innen gibt, die dabei helfen und ggf. einen Widerspruch oder eine Klage von dem Sozialgericht unterstützen. Einige Pflegedienste haben auch entsprechende Angebote.


    Entscheidend ist, auf die richtigen Stichworte hinzuweisen, denn es zählt ja nicht mehr die Zeit, die wir früher in einem Pflegetagebuch nachweisen konnten, sondern inwieweit die verbliebene Selbständigkeit unterstützt werden muss. Die Häufigkeit und die Zeit gehen dabei nur indirekt ein!


    Ärzt*innen sind oft mit dem neuen System nicht vertraut, denn auch bei einer schwerste Diagnose mit erheblichen Schmerzen machen manchen alles selbst und haben somit keine Pflegebedürftigkeit. Jede kleinste Hilfestellung sollte bedacht werden.

    Dies ist schon in der Begutachtung vor Ort kaum möglich - noch viel weniger in einer telefonischen Abfrage ohne dass gut vorbereitet Angehörige einbezogen werden.

    Viel Erfolg darin, Ihre berechtigten Leistungen zu bekommen!

    Hallo in die Runde, die Einschätzungen, Erklärungen und Tipps aus der Runde sind super und immer der erste Schritt für dieses Symptom. Es taucht bei einer Demenz zum Glück nicht zu oft auf. Der erste Schritt ist immer, dass Risiko zu begrenzen, die kurzen Fingernägel, keine "Werkzeuge" in Griffweite und manchmal helfen auch Baumwollhandschuhe - wenn sie wie Pflaster respektiert werden. Auf der anderen Seite sind die Ursachen zu behandeln.

    • Gegen den störenden Grind auf der Nase ist kaum etwas zu machen, er stört einfach, so wie ein Pflaster oder ein Katheter
    • Ist es Langeweile oder Unruhe in den Händen, können die "Nesteldecken" helfen, so wie Hanne63 eine individuell für Ihre Mutter hergestellt hat. Manchmal helfen ritualisierte Bewegung wie das Aufwickeln von Binden oder polieren von Wassergläsern. In jedem Fall gilt es, einen Tick oder einen Automatismus zu verhindern. Deshalb ist gut, dass Sie so schnell reagieren, Schwarzerkater, und das Muster unterbrechen. Da lohnt sich, das volle Programm der Ablenkung zu beginnen
    • Selbstverletzungen können aus den genannten Gründen stärker werden, wenn der Körper durch Schmerzmittel (&Demenz) der Fähigkeit beraubt wird, Schmerz in seiner Warnfunktion wahrzunehmen.
    • Selten beobachten wir auch das Gegenteil: unbehandelter Schmerz wird durch Selbstverletzung überdeckt. Dies kann auch ein seelischer Schmerz sein, z.B. wenn vorher ein "Borderline-Störung" bestand
    • Ich kläre immer auch ab, ob sich die Pflegenden provoziert fühlen und woran sie dies erkennen. Manchmal gelingt es dann ein weniger blutiges "Spiel um Beachtung oder Kontaktaufnahme" zu finden
    • Ein häufiger Auslöser sind auch unangenehme Phänomene wie Sensibilitätsstörungen, Jucken, Pilzbefall, Ekzeme oder Trockenekzeme. Um dies auszuschließen verordnen Hautärzte manchmal Cortisonhaltige Salben
    • Eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit oder eine Fixierung der Hände entsprechen schon lange nicht dem fachlichen Standard und unterliegen im stationären Bereich z.B. bei einer bedrohlichen akuten Selbstschädigung stärkster Kontrolle. In der Häuslichkeit ist dies leider noch nicht geregelt und es gibt zu wenig professionelle Hilfe. Auf jeden Fall muss sich der Pflegedienst um Alternativen kümmern - dies wird vom nächsten Jahr an auch vom MDK geprüft.
    • Wie schon oft geschrieben, Drohungen oder Schimpfen helfen fast nie, führen meist in eine Eskalationsspirale und belasten die Beziehung - egal wie nachvollziebar die starken Gefühle der Pflegenden sind.

    So wie Sie in der Runde versuche ich immer eine Erklärung zu finden und dann kommen manchmal neue Ideen.

    Viel Erfolg, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Sohn83, mit meinen Gedanken möchte ich an Ihre, Teuteburger anknüpfen. Der Kompromiss mit dem Probewohnen ist doch ein riesiger Erfolg und so wie die Schmerzbehandlung derzeit wirkt, wird er vielleicht viele alte Fähigkeiten neu entdecken. So gibt es viele Chancen für ein gutes Einleben!


    Wenn Sie manchmal das Gefühl haben, Freundlichkeit nur vorzuspielen, sehe ich das eher als einen wichtigen Schritt in eine innere Gelassenheit und als Ergebnis erfolgreicher Trauerarbeit. So können Sie hoffentlich besser mit den "Endlosschleifen" umgehen und die Emotionen begrenzen, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip ungünstige Muster der Begegnung aktivieren. Das alles kann einen inneren Raum schaffen, mit dem Sie sich weiterhin an den Erfolgen freuen können, ohne erwarten zu müssen, dass alles wird wie früher...

    Ihnen viel Gelassenheit und Freude an vielen kleinen Momenten, Ihr Martin Hamborg

    Hallo Barbara66, Sie haben die Unterschiede zwischen der Alzheimer und der Lewy-body-Demenz gut herausgearbeitet. Der wichtigste Unterschied zur Schizophrenie ist, dass die Demenz zunimmt und damit zum Glück auch das wahnhafte Erleben vergessen wird. Sie können Ihre Mutter in der Not "nur" trösten, so kann es sein, dass Sie es tatsächlich immer schneller die innere Hölle vergisst und ihre entspannenden Wege ums Haus geht, während Sie oben die Verdunklung lösen. Ich vermute einmal, je gelassener Sie werden, um so einfacher wird es auch für Ihre Mutter. Zum Glück wurde das Problem Ihres Vaters nun auch vom MDK erkannt. Haben Sie einen Tipp bekommen, wie Sie mit der zunehmenden Altersrigidität umgehen können, so dass es für Ihre Mutter de-eskalierend wirkt? Fragen Sie bitte sonst bei der nächsten Begutachtung nach, das Probem wurde ja immerhin erkannt.


    Ihnen wünsche viel Kraft und Klarheit, - bei dem Ärger Ihres Bruders kommt mir ein Gedanke, der mir vielleicht nicht zusteht, aber darf ich Ihn trotzdem sagen?

    Ihr Bruder ist auch der Sohn Ihres Vaters. Wer weiß, ob er schon in der Lage ist, gemeinsam mit Ihnen konstruktiv die Probleme zu lösen, so sehr wie er die Besuche nutzen muss, um sich mit Freizeitaktivitäten abzulenken...

    Ihr Martin Hamborg

    Hallo Gobis, auch mich freut sehr, dass es so gut klappt und Ihre Mutter die Struktur bekommt, die ihr den notwendigen Halt gibt. Wichtig ist, dass die Mitarbeitenden im Heim "dranbleiben" und konsequent Sicherheit durch Klarheit geben.


    Sie machen es super, diese Gelassenheit zur subjektiven Welt Ihrer Mutter!

    Das Empfinden einer Kur ist m.E. sehr stark und aktiviert genau das, was sie braucht, um sich die Regeln der Gemeinschaft einzufinden. Damit hat sie für sich eine therapeutische Wahrheit gefunden und mit der können Sie professionell umgehen!

    Ihr Martin Hamborg

    Hallo Ingkognita, "Oh my papa" - es ist so klasse, wenn Sie ein Lied im Auf und Ab begleitet und damit auch Rhythmus und Leichtigkeit in die schwierigen Phasen kommen kann, singen Sie es mit? Sie haben es so wunderbar beschrieben - haben andere ein ähnliches Lied gefunden?


    Zu der Augen-OP kennen Sie ja meine Meinung. Die Einschätzung Fachleute vor Ort kann ich gut nachvollziehen, denn wenn sich Ihr Vater schon in der Geriatrie etwas eingelebt hat und es ihm besser geht, ist das größte Risiko, ein Delir deutlich vermindert. Ob da Fenster in die Augenklappen eingesetzt werden, um den Leidensdruck zu begrenzen, ist dagegen aus meiner Sicht vielleicht eher ein Luxusproblem. In jedem Fall erwarte ich eine deutliche Stabilisierung, wenn Ihr Vater wieder alles sehen kann und so eine Form der Teilhabe wieder geschenkt bekommt. Alles Gute, Ihr Martin Hamborg