Beiträge von klauspawletko

    Hallo Ravaisch,

    falls noch nicht geschehen, sind die wichtigsten Dinge eine Vorsorgevollmacht (Generalvollmacht, eventuell zusätzliche Bankvollmachten) und eine Patientenverfügung.

    Bei der Vorsorgevollmacht - die wahrscheinlich primär auf Ihren Vater ausgestellt werden soll - sollten Sie berücksichtigen, dass auch ihm etwas zustoßen kann. Also sollten Sie in jedem Fall eine zweite Person benennen, vorzugsweise Sie als Kind der Eltern.

    Daneben gilt es, sich schon einmal zu informieren, welche Unterstützungsangebote es in Ihrer Umgebung gibt (sog. niedrigschwellige Betreuungsangebote, Pflegedienste, Tagespflegen, Kurzzeitpflegen etc.)

    Um auf den "worst case" vorbereitet zu sein, kann es auch nicht schaden, sich schon einmal über professionelle Dauerpflegeangebote zu informieren, also Pflegeeinrichtungen oder spezielle Wohngemeinschaften.

    Ich vermute, dass Ihre Eltern keine finanziellen Sorgen haben; ansonsten gilt es zu berücksichtigen, dass im Falle einer dauerhaften professionellen Versorgung erhebliche Belastungen auf das Paar - vor allem den zu Hause verbleibenden Partner - zukommen können.

    Neben diesen praktischen Dingen ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Vater (oder wenn möglich auch mit beiden Eltern) über mögliche Perspektiven sprechen. Es ist hilfreich, wenn Sie schon einmal verschiedene Szenarien im Geiste durchspielen. Das erleichtert allen Beteiligten mit "kühlem Kopf" zu entscheiden, wenn eine Situation eintritt, in der schnell gehandelt werden muss.

    Sie werden sicher noch sehr viele Hinweise von den anderen Forumteilnehmern bekommen, die aus ihrer eigenen Erfahrung wichtige Hinweise geben können.

    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute


    Klaus Pawletko

    Hallo Helfendehand,

    ich würde es nicht mit einem "Nein" probieren, sondern mit einem Alternativ-Angebot.

    Das Gebraucht-Werden ist ja im Prinzip ein guter Impuls, nur muss man diesen auf einen verträglichen Weg lenken.

    Vielleicht lann man der Frau anbieten, derweil den Abwasch zu machen, zu staubsaugen oder ähnliches.

    Einen Versuch ist es wert.


    Viel Erfolg wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo Rose60,

    wenn Sie - wie ich vermute - keine Generalvollmacht von Ihrer Mutter haben, bleibt wohl nur der Gang zum Vormundschaftsgericht. Dort können Sie die rechtliche Betreuung für Ihre Mutter beantragen.

    Wenn der zuständige Amtsrichter begutachtet, dass Ihre Mutter nicht mehr geschäftsfähig ist (und/oder eine Rückkehr ins Haus nicht mehr möglich), dann dürfte der Erteilung einer Betreuung eigentlich nichts im Wege stehen.

    Wenn Sie Vorbehalte haben, können Sie sich auch vorher bei einem Betreuungsverein (gemeinnützig) beraten lassen.

    Alles Gute dabei wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo KO72,

    Sie haben ja hier bereits viel Zuspruch und Verständnis erfahren. Ich möchte noch einige weniger emotionale Hinweise ergänzen.

    Zuvorderst möchte ich Ihnen raten, mehr Führung zu übernehmen - auch wenn es Sie bei Ihrer Mutter nicht unbedingt beliebter macht.

    Als erstes scheint mir dringend eine umfängliche Diagnose angeraten, am besten in einer so genannten Gedächtnissprechstunde (wenn es die in Ihrer Nähe gibt). Anhand der von Ihnen geschilderten Symptome könnte bei Ihrer Mutter auch eine Altersdepression mit im Spiel sein.

    Vielleicht müssen Sie die Dringlichkeit eines Arztbesuchs anders begründen, z.B. mit einer Sorge vor möglichen Auswirkungen der Insulingabe oder ähnliches.

    Dann gibt es viel Praktisches zu regeln: Leistungen bei der Pflegekasse beantragen (Pflegestufe, Hilfen nach § 45), Vorsorgevollmacht (evtl. separate Bankvollmacht) etc.

    Wenn Ihnen die ganze Situation zu sehr "an die Nieren" geht, könnten Sie auch über die Beteiligung eines rechtlichen Betreuers nachdenken, der oder die Sie unterstützen könnte. Hierzu würde ich Ihnen eine Beratung bei einem sog. Betreuungsverein empfehlen. Sie geben damit nicht die Verantwortung und den Einfluss ab, aber können sich in schwierigen Situationen mit einem Menschen vom Fach austauschen.

    Mit dem Termin in der Pflegeeinrichtung haben Sie ja bereits einen "Plan B" in Erwägung gezogen. Ob so ein Schritt zum jetzigen Zeitpunkt der richtige ist, kann ich aus der Distanz nicht beurteilen. Das wird entscheidend davon abhängen, wie sehr Ihre Mutter zukünftig Unterstützung (und Führung) akzeptieren wird.

    Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute in dieser für Sie schwierigen Zeit.


    Beste Grüße von

    Klaus Pawletko

    Hallo Sabida,

    nach meinen Erfahrungen sind die Sozialämter im Falle der WGs kulant.

    Ich rate Ihnen aber, vorsichtshalber vorher nachzufragen. Aktuelle Fälle aus Niedersachsen sind mir leider nicht bekannt.

    Ich drücke Ihnen die Daumen.

    Beste Grüße von

    Klaus Pawletko

    Hallo Helfendehand,

    Sie schreiben, dass die Ehefrau mit Unverständnis reagiert, "wenn er sich mehr Zeit für sich wünscht".

    Verständnis von einer demenzkrenken Frau zu erwarten, ist wahrscheinlich auch illusorisch. Ich glaube, dass der Ehemann mehr steuern muss, wenn seine Bedürfnisse zu kurz kommen. Das können - wie Frau Sachtweh schon vorschlug - ein oder mehrere zusätzliche Tage in der Tagespflege sein, eine zusätzliche Betreuungsperson oder mehr außerhäusige Aktivitäten mit den anderen Bezugspersonen. Das würde dem Ehemann zumindest für einige Stunden Luft verschaffen.

    Viele Grüße von

    Klaus Pawletko

    Hallo Barfuss,

    Sie haben ja bereits wichtige Dinge eingeleitet, indem Sie einen ambulanten Pflegedienst und den MDK eingeschaltet haben.

    Sie beschreiben, dass es seit dem Besuch beim Psychologen (Psychiater?) "bergab" geht. Ich kann aus der Ferne nicht beurteilen, ob die Verschreibungen von Antidepressiva und Antidementiva angemessen sind, aber der Hinweis, dass sich seitdem der Zustand der Mutter verschlechtert hat, könnte eine Zweitmeinung vielleicht angeraten sein lassen.

    Ich verstehe gut, dass Sie aufgrund Ihrer Erfahrungen mit Alkohol allergisch auf den Konsum Ihrer Mutter reagieren. Ich halte den Konsum von 2 Piccolos am Tag für nicht gravierend, wenn Ihre Mutter daran gewöhnt ist. Darauf mit Maßregelungen und "Schimpfen" zu reagieren, ist nach meiner Erfahrung eher kontraproduktiv und führt zu Abwehr und Spannungen.

    Ihre Mutter ist sehr wahrscheinlich gerade mit einer intensiven Erfahrung von Verlusten konfrontiert (Gedächtnisverlust, Kontrollverlust). Sie sollten Sie erst einmal nicht noch mit einem drohenden Verlust ihrer "Alkohol-Ration" beängstigen. Sie sollten mit dem Psychiater/Neurologen allerdings besprechen, ob und welche Wechselwirkungen es mit den Medikamenten und Alkohol geben könnte.

    Ihnen möchte ich mehr Gelassenheit wünschen, die Sie vielleicht in einer Angehörigen-Gruppe erlangen können - vorausgesetzt, so ein Angebot existiert in Ihrer Nähe. Gerade weil Sie von Ihrer Familie offensichtlich im Stich gelassen werden, kann so eine Möglichkeit zum Austausch sehr hilfreich sein.

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko

    Hallo never 20,

    nach meinen Erfahrungen hat der geografische (sachliche) Ort für Menschen mit Demenz keine herausragende Bedeutung (mehr).

    "Zu Hause" ist dort, wo man sich angenommen fühlt und liebevoll behandelt wird. Wenn Sie den Eindruck haben, dass dies im neuen Heim gewährleistet ist, spricht meines Erachtens vieles dafür, den Umzug zu wagen.

    Wenn Sie das Zimmer vorher einrichten und die ersten Tage nach dem Umzug häufiger anwesend sind, müsste die Eingewöhnung gut funktionieren.

    Gibt es denn im alten Heim bestimmte Rituale, an die Ihre Mutter gewöhnt ist? Wenn ja, sollten Sie versuchen, diese Abläufe auch im neuen Zuhause zu etablieren. Das sollte in enger Absprache mit dem Personal dort geschehen - am besten mit einem oder zwei "BezugspflegerInnen", die sich am Anfang besonders um Ihre Mutter kümmern.

    Vielleicht kann man auch ein besonderes "Willkommen" arrangieren, mit Blumen oder - falls erlaubt und genehm - mit einem Gläschen Sekt.

    Alles Gute für den Umzug wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko

    Hallo Verena 84,

    vielen Dank erst einmal für Ihre eindringliche Schilderung der Situation.

    Mit der Überlegung, den Vater auf eine Warteliste für eine spezielle Pflegeeinrichtung zu setzen, liegen Sie auf jeden Fall richtig.

    Sie sollten mit Ihrer Mutter jetzt intensiv das Für und Wider einer außerhäusigen Versorgung besprechen.

    Neben den emotionalen Aspekten (schlechtes Gewissen, den Ehemann "abgeschoben" zu haben) gilt es auch die möglichen finanziellen Auswirkungen zu bedenken. Eheleute haften in der Regel mit den gemeinsamen Einkünften/Vermögen für den zu erbringenden Eigenanteil bei den Pflegekosten. Dies kann bei dem zurück bleibenden Ehepartner (also Ihrer Mutter) gravierende Einkommensverluste bedeuten.

    Für den Fall, dass Sie derartiges befürchten müssen, empfehle ich Ihnen eine Beratung beim Sozialamt oder bei einem Wohlfahrtsverband.

    Viel wichtiger ist aber die Auseinandersetzung mit der Frage, ab wann die Situation mit dem Vater für Ihre Mutter und Sie selbst nicht mehr erträglich ist. Bis dahin sollten Sie alle Möglichkeiten der Entlastung ausschöpfen. Wenn Tagespflege nicht funktioniert, könnten Sie es mit einem Besuchsdienst probieren, den Sie - zumindest teilweise - über den sog. Entlastungsbetrag nach § 45b Pflegeversicherungsgesetz finanzieren können (bis 125 € monatlich).

    Zudem rate ich Ihnen, das Risiko einer Kurzzeitpflege trotz der Befürchtungen Ihrer Mutter einzugehen. Neben dem Entlastungseffekt bekommen Sie vielleicht auch Aufschluss darüber, wie sich der Vater in einer Pflegeeinrichtung verhalten würde. Sie sollten in diesem Falle unbedingt besprechen, wie die Einrichtung mit dem Nikotinverlangen des Vaters umgehen soll. In der Regel verfügen die Einrichtunen über Erfahrungen damit.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter viel Mut und Kraft und alles Gute!

    Klaus Pawletko

    Hallo Sabida,

    Sie sagen ja, dass es momentan eher ein moralisches denn ein juristisches Problem für Sie ist.

    Ūber kurz oder lang wird es sicher ein rechtliches Problem werden. Haben Sie mit Ihrer Schwester schon einmal über Vollmachten gesprochen? In dem von Ihnen beschriebenen Zustand ist Ihre Schwester noch in der Lage Ihnen eine Generalvollmacht auszustellen. Wenn die Krankheit fortschreitet, bleibt irgendwann nur der Gang zum Amtsgericht und die Einrichtung einer rechtlichen Betreuung, was m.E. bei Ihrem Verhältnis die schlechtere Lösung wäre.

    Sie selbst müssen sich die Frage stellen, ob Sie die Person sein möchten (und können), die Ihrer Schwester zukünftig Dinge "verbieten" muss; denn darauf läuft es zwangsläufig hinaus.

    Was die professionelle Urlaubsbegleitung anbelangt: es finden sich sicher seriöse - und wahrscheinlich teure - Angebote. Aber soll eine fremde Person diese Verantwortung tragen? An einem innerdeutschen Reiseziel, an dem man diese Reise auch kurzfristig abbrechen könnte, kann ich mir das noch vorstellen. Die Herausforderung bei einer Mallorca-Reise halte ich für zu hoch, zumal ja auch noch psychische Probleme (Sie haben von Angststörungen gesprochen) auftreten könnten.

    Mein Fazit: Sie sollten versuchen, Ihrer Schwester diese Reise auszureden, verbunden mit einem ernsten Gespräch über die Perspektiven angesichts der Erkrankung. Ihre Schwester wird Sie nicht dafür lieben und es wird Ihre Beziehung auf eine harte Probe stellen. Eine Alternative hierzu sehe ich allerdings nicht.

    Alles Gute für Sie wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo Sunflower82,

    das Dilemma, das Sie schildern, ist vielen Angehörigen von Demenzkranken bekannt.

    In der Begleitung von Menschen mit Demenz kommt immer irgendwann der Punkt, an dem die Angehörigen Dinge durchsetzen müssen, die dem Erkrankten nicht gefallen.

    Im besten Fall funktioniert es mit "Tricks", indem man z.B. ein "Entspannungsbad" vorschlägt oder die Hygiene mit medizinischen Notwendigkeiten verknüpft.

    Das grundsätzlichere Problem besteht darin, ob Sie die Autorität sein wollen oder können, die die notwendigen Maßnahmen durchsetzt. Gerade angesichts Ihrer Schwangerschaft sollten Sie sich fragen, ob es nicht sinnvoll sein könnte, Unterstützung durch einen Betreuungsverein zu erwägen. Ein Blick von Außen kann dabei hilfreich sein.

    Das muss ja nicht bedeuten, dass Sie die gesamte Verantwortung abgeben. Sie können immer aushandeln, welche Verantwortungsbereiche eine rechtliche Betreuerin übernehmen soll - und welche nicht.

    Wichtig ist, dass Sie sich selbst und Ihren Vater stabilisieren, denn Sie werden für unbestimmte Zeit einer großen Belastung ausgesetzt sein.

    Dabei ist es nicht nur legitim, sondern auch vernünftig, die Belastung für Sie Beide soweit als möglich zu reduzieren.

    Sie sollten so einen Schritt - falls er für Sie überhaupt in Frage kommt - mit Ihrem Vater besprechen, denn Sie beide müssen die Situation ja gemeinam meistern. So lange Sie beide halbwegs stabil sind, kann die Versorgung zu Hause auch noch lange Zeit gelingen. Sie sollten sich aber auch Gedanken machen, was passiert, wenn einer von Ihnen beiden ausfällt (z.B. durch Krankheit) oder die Balastung unerträglich wird.

    Keine angenehmen Themen, aber hilfreich, sie schon einmal besprochen zu haben, damit Sie nicht unvorbereitet sind, wenn der Krisenfall eintritt.

    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie viel Kraft und alles Gute!

    Klaus Pawletko

    Hallo BettiBoe,

    scheinbar gibt es keine klare Diagnose des Krankheitsstatus Ihrer Mutter. Die von Ihnen beschriebenen Symptome könnten auch Zeichen einer Altersdepression sein.

    Über mögliche Auswirkungen des MedikamentenWechsels kann ich leider nichts sagen.

    Als Maßnahmen kämen in Frage: eine Zweitmeinung eines anderen Neurologen einholen (scheint nicht einfach zu sein, wenn Ihre Mutter sich weigert, einen solchen aufzusuchen).

    Oder aber ein kurzer stationärer Aufenthalt in einem gerontopsychiatrischen Krankenhaus, um eine verlässliche Diagnose zu erstellen und eine adäquate Medikation zu empfehlen.

    Beides aus Sicht der Mutter sicher keine schönen Alternativen, aber nach meiner Ansicht wahrscheinlich besser als zu warten, bis die Situation eskaliert.

    Alles Gute für Sie und Ihre Mutter wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo SabineK.

    Sie haben ja bereits eine Reihe von Hinweisen bekommen, die gut und praktikabel sind. Ich möchte nur ergänzend ein paar Tipps beisteuern, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe:

    1. Denken Sie immer daran, dass der oder die Demenzkranke eine erwachsene Person ist, auch wenn das Verhalten noch so "kindlich" erscheint. Das Gefühlsleben bleibt erwachsen!

    2. Bestärken Sie den Demenzkranken in seiner Identität: Machen Sie mal ein Kompliment (schöne Frisur, hübsches Kleid, schicke Krawatte etc.). Auch ein Demenzkranker ist immer ganz Frau oder Mann.

    3. Lachen Sie mit dem erkrankten Menschen (nicht über). Demenzkranke produzieren häufig - mitunter skurrile - Situationskomik. Darüber kann gerne mal gemeinsam lachen.

    4. Bleiben Sie geduldig, wenn mal (wieder) was misslingt. Reagieren Sie eher mit: "das passiert mir auch manchmal" oder ähnlich.

    5. Versuchen Sie Themen anzusprechen, die bei dem Demenzkranken gute Gefühle auslösen. Das kann der alte Beruf sein, ein Lieblingsschauspieler oder ähnliches. Wahrscheinlich werden es meistens Dinge sein, die schon weit zurück liegen. Solche Dinge verbleiben aber lange im Gedächtnis des Erkrankten.


    Das soll es auch schon gewesen sein. Vielen Dank für Ihre Anregung, die mich an den Satz von Albert Einstein erinnert:

    "Wenn Du es nicht einfach erklären kannst, hast Du es nicht richtig verstanden".

    beste Grüße von

    Klaus Pawletko

    Hallo Zimt,

    Sie haben recht damit, dass das Durstgefühl (aber auch der Bedarf) im Alter nachlassen.

    Gibt es denn Rituale, zu denen die Mutter früher trank, z.B. Mahlzeiten? Das wäre ein Anknüpfungspunkt. Mittags und Abends könnte man ihr eine kleine Flasche Malzbier anbieten - auch gerne mit einem kleinen Glas. Das setzt natürlich voraus, dass Sie noch in der Lage ist, sich etwas einzuschenken.

    Falls Sie nichts Süßes mag, darf es auch alkoholfreies Bier sein.

    Wie oft ist der Pflegedienst denn bei ihr? Den könnte man bitten, mit der Mutter "anzustoßen " bzw. gemeinsam zu trinken.

    Ein Patentrezept gibt es für diese Problematk leider nicht.

    Viel Erfolg beim Experimentieren wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo Zimt,

    "Sturheit" und "Beratungsresistenz" sind Kategorien, die auf gesunde Menschen angewendet werden können. Bei Menschen mit Demenz greifen sie nicht, weil sie nicht anders können. Zu viel "Steuerung" kann dann sogar das Gegenteil vom gewünschten Effekt erzeugen.

    Vieleicht verschafft Ihnen diese Einsicht ein wenig mehr Gelassenheit im Umgang mit den Verhaltensweisen Ihrer Mutter.

    Was den Umgang mit der angegriffenen Haut anbelangt: Können Sie ihr vielleicht eine harmlose Salbe (Bepanthen oder ähnliches) als Schönheitsmittel "verkaufen", das sie dann durchaus selbständig anwenden kann.

    Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, die Mutter - zunächst vielleicht nur tageweise - in eine gerontopsychiatrische Tagespflege-Einrichtung zu geben? Sie scheint ja ein großes Kommunikationsbedürfnis zu haben. Einen Versuch ist es m.E. wert.

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko

    Hallo Rafaela,

    ein Versuch mit Dampf-Zigaretten wäre eine mögliche Lösung, obwohl ich nicht sehr optimistisch bin, ob der Mann/die Frau das annehmen würde. Es gibt Systeme, wo "richtiger" Tabak verdampft wird; das kommt dem normalen Zigarettenrauchen am nächsten.

    Ansonsten muss ich den Vorrednern leider zustimmen: Sucht hält sich leider auch bei Demenz. Das gilt für Tabak und auch Alkohol. Mit Verboten kommt man da nicht weiter. Vielleicht hilft tatsächlich ein halbwegs sicherer Ort zum Rauchen. Draußen wird es nun angesichts sinkender Temperaturen auch schwieriger.

    Viel Erfolg beim Probieren wünscht

    Klaus Pawletko

    Hallo Schwarzerkater,

    vielen Dank für diese schöne Geschichte! Nachrichten über positive Entwicklungen sind ja leider eher selten.

    Ihr Bericht macht vor allem deutlich, dass eine außerhäusige Versorgung auch positives bewirken kann, wenn es denn die richtige/passende ist.

    Vielleicht nimmt das einigen Lesern die Angst davor, ihren Angehörigen "abzuschieben", wenn es zu Hause nicht mehr geht.

    Die Schilderung der von Ihnen gefundenen "Einrichtung" macht aber auch deutlich, dass Sie hier wohl ein "glückliches Händchen" gehabt haben.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie weiterhin zufrieden mit Ihrer Entscheidung sind und sich der Zustand der Mutter weiterhin gut entwickelt.

    Beste Grüße von

    Klaus Pawletko

    Hallo Never,

    vielleicht können Sie in naiver Sprache vermitteln, dass der Vater nicht mehr wieder kommt. Im Sinne von: "es gefällt ihm im Himmel so gut" oder ähnliches.

    Eine andere Strategie wäre, Ihre Mutter zum erzählen über die gemeinsame Zeit mit dem Vater aufzufordern/zu animieren.

    Die Sehnsucht nach dem Ehemann/der Mutter/der Ehefrau ist vielen Demenzkranken gemein. Sie symbolisiert den Wunsch nach einem Zustand der Geborgenheit und Vertrautheit. Insofern können Gespräche über die schöne gemeinsame Zeit hilfreich sein, wobei man nicht unbedingt verleugnen muss, dass die herbei gesehnte Person nicht mehr auf dieser Erde weilt.

    Alles Gute wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko

    Hallo Natik,

    setzen Sie sich doch einfach mal dazu, wenn Ihr Vater seine "Basteleien" macht und interessieren Sie sich dafür, was er macht. Vielleicht können Sie ja seinen Sinn in der Tätigkeit herausfinden. Es ist ja auf jeden Fall ein kreativer Akt, der für ihn eine Bedeutung haben wird.

    Vieleicht können Sie ihn dann auf anderes Material (z.B. alte Zeitungen/alte Bücher) bringen. Die Tätigkeit als solche würde ich auch nicht zu unterbinden versuchen; es ist doch positiv, dass er etwas gefunden hat, das ihn offensichtlich erfüllt.

    Viel Erfolg wünscht Ihnen

    Klaus Pawletko